Bundesliga

Schröder trägt eine Mitschuld an der Misere in Mainz

Kommentar

Schröder trägt eine Mitschuld an der Misere in Mainz

Seit März 2016 in Diensten von Mainz 05: Rouven Schröder.

Seit März 2016 in Diensten von Mainz 05: Rouven Schröder. imago images

Der Trainingsboykott war das Ergebnis einer Gesamtsituation, die sich in den vergangenen Monaten hochgeschaukelt hat. Seit längerem beschleicht die Spieler das Gefühl, der Trainer hole nicht genug aus der Mannschaft heraus. Die Mannschaftsmitglieder kritisierten das intern und forderten bessere Handlungsanweisungen - wirklich darauf eingegangen ist Beierlorzer nicht. Mit einer gewissen Sturheit zog der Franke seinen Stoff weiter durch und spürte dabei nicht, wie immer mehr Profis von ihm abrückten. Noch am Wochenende hielt er das Verhältnis für intakt.

Rouven Schröder war die Kritik aus dem Team bekannt. Im Frühjahr übernahm der Sportvorstand auch daraufhin die emotionale Führung, indem er von der Tribüne, wo er wegen Corona saß, auf die Bank rückte, und pushte die Gruppe wieder stärker. Nach dem Klassenverbleib hielt nicht der Trainer, sondern Schröder eine flammende Rede über die Stadionlautsprecher.

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Der Sportvorstand spürte, dass der Fußballlehrer reichlich distanziert mit der Gruppe umging. Im Grunde war Beierlorzers Mission schon damals gescheitert, was Schröder nicht wahrhaben wollte: Es wäre das Eingeständnis gewesen, dass er im November 2019 den falschen Mann als Nachfolger von Sandro Schwarz geholt und mit einem langen Vertrag bis 2022 ausgestattet hatte.

Aber auch zwischen Schröder und den Spielern gibt es Defizite im Umgang, in der Kommunikation. Nach außen sprach der Sportvorstand immer von einem Gehaltsverzicht wegen Corona, intern war er wohl weniger deutlich, sonst hätten die Profis nicht den Eindruck gewonnen, es handelt sich nur um eine Stundung. Die Debatte, dass es nichts zurückgibt, trug ebenfalls dazu bei, dass es zum Trainingsboykott kam, der den Verein in seinen Grundfesten erschütterte und einen gewaltigen Imageschaden brachte.

Die Probleme in Mainz sind vielschichtig, allein durch den Trainerwechsel werden sie nicht gelöst sein.

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