3. Liga

Braunschweig: Schnöder Ergebnis-Fußball? Antwerpen wehrt sich

Braunschweiger Trainer rechtfertigt sich nach 2:1 in Chemnitz

Schnöder Ergebnis-Fußball? Antwerpen wehrt sich

Engagiert während des Spiels und ein bisschen giftig nach Schlusspfiff: Braunschweigs Trainer Marco Antwerpen.

Engagiert während des Spiels und ein bisschen giftig nach Schlusspfiff: Braunschweigs Trainer Marco Antwerpen. imago images

Ein knappes 2:1 beim abstiegsbedrohten CFC am Dienstagabend, ein schnödes 1:0 gegen Kellerkind Preußen Münster, ein wackliges 2:1 zuhause gegen den Vorletzten Großaspach - drei Siege aus drei Spielen, aber eben keine überzeugenden - und auch nicht herausgespielt durch besonders attraktiven Fußball.

Auch in Chemnitz hatte man über weite Strecken des Spiels das Gefühl, dass die abstiegsbedrohten Sachsen das Heft des Handelns fest in der Hand hielten und nur an ihrer wahrlich katastrophalen Chancenverwertung scheiterten. Als die Chemnitzer Philipp Hosiner und Niklas Hoheneder in der Nachspielzeit das Kunststück fertigbrachten, wenige Meter vor dem Braunschweiger Tor erst ein Luftloch zu schlagen und dann die Kugel weit über den Torbalken zu jagen, konnte die Eintracht die Arme nach oben reißen. Wieder ein Dreier, den Platz in der engen Spitzengruppe abermals gefestigt - wie eine Spitzenmannschaft sich eben zurück in die 2. Liga schießt - so könnte man aus Sicht des BTSV die Sache sehen.

Nennen Sie mir doch mal die Kriterien für attraktiven Fußball?

Marco Antwerpen

Und doch musste sich Antwerpen damit auseinandersetzen, nur nüchternen Ergebnisfußball zu spielen. "Nennen Sie mir doch mal die Kriterien für attraktiven Fußball?", wirkte der Coach nach Schlusspfiff gegenüber "Magenta Sport" ein wenig angefressen. "Es ist ja nicht so, dass wir die Punkte irgendwie geschenkt bekommen. Wir haben heute das sechste Spiel in Folge gewonnen - da bin ich richtig stolz drauf", so Antwerpen weiter. Das mit der Siegesserie bedarf geringer Korrekturen, denn es mischen sich die Unentschieden gegen den FC Bayern II (1:1) und beim FC Ingolstadt (0:0) in die Terminliste der Braunschweiger, deren Ausbeute nach dem Re-Start mit 20 von 24 möglichen Zählern weiterhin beeindruckend bleibt.

Nkansah: "Sehr eklig und sehr schwer zu schlagen"

Dass das Duell in Chemnitz ein hartes Stück Arbeit war, sah auch Torschütze Steffen Nkansah so. "Es war sehr, sehr knapp heute. Der Gegner hat das ziemlich gut gespielt. Wir waren heute wieder brutal effektiv", so der Abwehrmann auf der Vereinswebsite der Eintracht, dessen Kopfball wie ein Torpedo nach Martin Kobylanskis punktgenauer Freistoßflanke ins Chemnitzer Tor rauschte. Dem 24-Jährigen war wohl bewusst, dass nicht jedes Mal derartig viele Chancen des Gegners ungenutzt bleiben werden. "Wir haben zurzeit auch das nötige Glück auf unserer Seite. Aber wir sind sehr eklig und sehr schwer zu schlagen", so Nkansah, der zudem auf die "Qualität im Sturm" verwies, mit der die Braunschweiger "aus wenigen Chancen Tore machen können".

Trainer Antwerpen blickt derweil schon auf das nächste Duell mit einem Verein, der ums sportliche Überleben in der 3. Liga kämpft. "Es gibt keine einfachen Spiele in der 3. Liga, von daher sind wir froh, dass wir heute den Dreier geholt haben. So kann es weitergehen. In Zwickau wird es ein ähnlich schwieriges Spiel werden."

Sollte beim FSV dann wieder ein effizienter, knapper Sieg herausspringen, müsste Antwerpen wohl wieder Fragen zum Spielstil seiner Mannschaft beantworten. Ob ihn das im brutal engen Aufstiegsrennen juckt, darf bezweifelt werden.

bst