2. Bundesliga

Fürth: Schneiders Plädoyer an den gesunden Menschenverstand

Fürther Trainer bittet um Geduld beim Neuaufbau

Schneiders Plädoyer an den gesunden Menschenverstand

Der Neuaufbau in Fürth benötigt Zeit - sagt Trainer Marc Schneider (li.).

Der Neuaufbau in Fürth benötigt Zeit - sagt Trainer Marc Schneider (li.). picture alliance / Sportfoto Zink / Wolfgang Zink

Die vereinzelten, aber deutlich vernehmbaren Pfiffe nach dem 1:1 gegen Karlsruhe am vergangenen Freitag sind natürlich auch Marc Schneider nicht entgangen. Genauso wenig wie die nach erst zwei Zählern aus drei Ligaspielen und dem Pokal-Aus unruhige Gesamtstimmung im Umfeld. Sein Versuch, auf der Pressekonferenz am Freitag dagegen anzukämpfen, war klar vernehmbar. "Man kann die Dinge so und so sehen", sagte Schneider, etwa so: "Dass wir in drei Spielen nur einmal verloren haben, gerade zu Hause auch zweimal hätten gewinnen können." Und wiederholte wie schon so oft: "Es ist nicht so, dass bis jetzt alles schlecht war. Das ist auch die Message, die wir versuchen, mit der Gruppe zusammen auszusenden."

2. Liga, 4. Spieltag

Wirklich gut war in den Augen zahlreicher Beobachter zuletzt aber auch nicht viel. Nach der 0:2-Blamage bei Fünftligist Stuttgarter Kickers stimmten gegen den KSC immerhin wieder die Grundtugenden Einsatz, Wille und Leidenschaft - spielerisch aber offenbarte der Auftritt noch reichlich Luft nach oben.

"Wir bauen hier etwas Neues auf, das braucht gewisse Zeit"

Gepaart mit den bisher enttäuschenden Ergebnissen ergibt das eine nicht zu unterschätzende Mischung, die Kritik und Unmut hervorruft. "Ich verstehe die Ungeduld, weil man seit Februar nicht mehr gewonnen hat und deshalb nach Siegen lechzt", betont Schneider - auch im Hinblick auf die Erwartungshaltung bei einem Bundesligaabsteiger: "Man kommt aus der 1. Liga runter und hat das Gefühl, man gewinnt wieder und muss sofort wieder funktionieren." Das große Aber aus Sicht des 42-Jährigen, seit diesem Sommer neu beim Kleeblatt: "Man muss die ganze Situation realistisch einschätzen und wissen, dass man weder den Kader hat, der aus der 2. Liga aufgestiegen ist, noch den, der in der Bundesliga gespielt hat." Wichtige Stützen der Vorsaisons wie die Routiniers Julian Green und Branimir Hrgota sind zwar nach wie vor da, sie allein reichen aus Sicht des Schweizers aber nicht aus. "Wir bauen hier etwas Neues auf, das braucht einfach eine gewisse Zeit und Geduld. Ich weiß nicht, falls Sie mal ein Haus gebaut haben, ob Sie das innerhalb von zwei Wochen aufgebaut haben?", holt er zur rhetorischen Frage aus, um die Antwort gleich selbst zu liefern: "Das funktioniert nicht! Ich appelliere an den gesunden Menschenverstand, zu wissen, was in welcher Zeit möglich ist, darum geht’s mir." Das Problem: Zeit, und das weiß auch Schneider, ist im Profifußball ein rares Gut. Letztlich zählen auch bei der SpVgg, deren Führungsebene für ihre Geduld in Sachen Entwicklungsarbeit bekannt ist, hauptsächlich: Punkte.

Beim Versuch, deren drei oder zumindest einen Zähler aus Düsseldorf (Sonntag, 13.30 Uhr, LIVE! bei kicker) mitzunehmen, nicht mithelfen kann Sebastian Griesbeck. Der Innenverteidiger fällt wie schon im Pokal wegen einer Wadenverletzung aus. Für seinen Platz im Abwehrzentrum kommen drei Optionen infrage: wie bei den Stuttgarter Kickers Luca Itter von der Links- auf die Innenverteidigerposition ziehen; oder Max Christiansen aus dem defensiven Mittelfeld zurückbeordern; oder die Eins-zu-eins-Lösung mit dem jungen Oliver Fobassam (19) wählen. Egal, für welche Variante sich Schneider, der womöglich auch auf Jeremy Dudziak (Knieprobleme) verzichten muss, entscheidet - im Vordergrund steht für den Chefcoach vor allem eines: "Wir müssen als Gruppe zusammenhalten - auch in Situationen, die vielleicht nicht so einfach sind" - also in solchen, wie sie dieser Tage rund um das Kleeblatt vorherrschen.

Fabian Istel

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