Bundesliga

Nach durchaus erfolgreichem Trainingslager: Wolfsburg-Coach Martin Schmidts Signal mit Elvis Rexhbecaj

Gewinner, Verlierer und ein Wolfsburger Fragezeichen

Schmidts Signal mit Rexhbecaj

Zog ein positives Resümee: VfL-Coach Martin Schmidt (li.) beendet das Trainingslager mit einem guten Gefühl.

Zog ein positives Resümee: VfL-Coach Martin Schmidt (li.) beendet das Trainingslager mit einem guten Gefühl. imago

Aus Wolfsburgs Trainingslager in Marbella berichtet Thomas Hiete

Die Gewinner: Trainer Schmidt wechselte in den beiden Tests munter durch. Was auffiel: Topscorer Daniel Didavi war direkt wieder als Torschütze zur Stelle, Divock Origi harmonierte gegen St. Pauli im 4-2-2-2-System ordentlich mit Sturmpartner Victor Osimhen, der mit seiner unkonventionellen Art des Fußballspielens Gefallen findet beim Coach. Der hebt bei dem Nigerianer, der im vergangenen Jahr nur selten einen bundesligatauglichen Eindruck hinterließ, "Tempo, Enthusiasmus und Willen" hervor. Bei der Frage nach den Spielern, die sich in den Vordergrund gespielt haben, nennt Schmidt überraschend auch Nachwuchsmann Elvis Rexhbecaj - der nämlich kam in den Tests lediglich auf 25 Minuten Einsatzzeit. Aber, so lobt Schmidt: "Er kommt rein, kickt mit einem Riesenselbstvertrauen, brüllt die Mannschaft zusammen, will Rhythmus haben. Er hat keine Berührungsängste. Das freut mich." Und dürfte auch ein Warnsignal an diejenigen sein, die bei längerer Spielzeit weniger auffielen als der Wolfsburger Youngster.

Die Verlierer: Wechselkandidaten wie Paul-Georges Ntep, Marvin Stefaniak, Riechedly Bazoer und Kaylen Hinds konnten die Tage nicht wirklich nutzen, um sich näher an die erste Elf ranzuspielen. Ntep bleibt eine Enttäuschung, Stefaniak mühte sich immerhin gegen Ex-Klub Dresden und holte einen Strafstoß raus, Hinds ist der Schwung aus der Sommervorbereitung gänzlich abhandengekommen. Bazoer, unter Schmidt bislang überhaupt kein Faktor, läuft Gefahr, zum Zwölf-Millionen-Euro-Missverständnis zu werden.

VfL Wolfsburg

Zwei Spiele, zwei Siege: Der VfL Wolfsburg gewann beide Testspiele im Rahmen des Trainingslagers. imago

Blaszczykowski weiter gehandicapt

Das Fragezeichen: Jakub Blaszczykowski hat nicht mit der Mannschaft trainiert, nur zu Laufrunden sah man den Polen, der sich seit geraumer Zeit mit Rückenbeschwerden herumplagt, auf dem Übungsplatz. Ihn fest für die Rückrunde einzuplanen, fällt vor diesem Hintergrund schwer. Und vergrößert den Bedarf auf der offensiven Außenbahn. Dort fahndet Sportdirektor Olaf Rebbe wie schon im Sommer nach einer weiteren Verstärkung.

Die Daheimgebliebenen: Aus dem ursprünglichen Plan, Ignacio Camacho (nach Sprunggelenk-OP) und John Anthony Brooks (Fuß- und Knieprobleme) nachreisen zu lassen, wurde nichts. Stattdessen muss davon ausgegangen werden, dass der Rückrundenauftakt am 14. Januar in Dortmund zu früh kommt. Auf Camachos Position hat sich zuletzt ohnehin Josuha Guilavogui festgespielt, um die Rolle als Brooks-Ersatz an der Seite des wohl gesetzten Felix Uduokhai konkurrieren Jeffrey Bruma, Robin Knoche und Marcel Tisserand.

Letztlich ist Schmidt zufrieden

Das Fazit: Zwei Spiele, zwei wenig glanzvolle Siege, keine zusätzlichen Verletzten. Martin Schmidt zieht vor dem Abreisetag ein positives Resümee. "Wir hatten sehr viele intensive Einheiten, das hat man auch in den Spielen gesehen. Es hat noch die Frische gefehlt. Zwei komplizierte Spiele haben wir gewonnen, das war wichtig. Deshalb sind wir sportlich und inhaltlich zufrieden."

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