Bundesliga

Mainz-Coach Martin Schmidt: "Für mein Herz war das gar nichts"

Mainz: Große Erleichterung nach dem Sieg gegen Frankfurt

Schmidt: "Für mein Herz war das gar nichts"

Der Moment der Erleichterung: Mainz-Coach Martin Schmidt auf den Knien.

Der Moment der Erleichterung: Mainz-Coach Martin Schmidt auf den Knien. imago

Martin Schmidt sank auf die Knie, als sich die Kunde vom Abpfiff in Wolfsburg verbreitete. Der Mainzer Trainer ballte die Fäuste und brüllte seine Freude heraus, während die ersten Fans hinter ihm auf den Rasen stürmten und mit den Profis feierten. In jener Sekunde stand fest, dass seiner Mannschaft der Klassenerhalt nur noch theoretisch zu nehmen ist. Der großen Erleichterung vorausgegangen waren allerdings 20 bange Minuten des Wartens. Weil Wolfsburgs Spiel gegen Mönchengladbach aufgrund von starkem Gewitter unterbrochen war , mussten die 05er Nachsitzen. "Für mein Herz war das gar nichts. Das waren die schlimmsten 20 Minuten, die ich als Trainer erlebt habe", sagte Schmidt bei "Sky", der mit seinen Spielern vor der Fantribüne ausgeharrt hatte. "Du machst ein Riesenspiel, drehst ein 0:2 und bist praktisch in der Liga geblieben. Und dann gibt es diese 20 Minuten, die du noch einmal warten musst."

Vertrauen und Strategie ist mehr wert, als Hektik und schlechte Kritik.

Martin Schmidt

Dabei hatte jenes "Riesenspiel" eigentlich schon genug Stoff für Dramatik und Emotionen geliefert. Mainz hatte schwungvoll begonnen, fand gegen die konzentrierte Frankfurter Defensive aber zunächst kein Durchkommen. Stattdessen gingen die Gäste durch Branimir Hrgota (42.) kurz vor der Pause in Führung – und legten wenige Minuten nach dem Seitenwechsel durch Haris Seferovic (50.) nach. Ratlosigkeit und Verunsicherung machten sich breit. Selbst das Publikum in der ausverkauften Opel-Arena, das von der ersten Minute an hinter ihrer Mannschaft stand, befand sich in einer Art Schockstarre. "Wir haben uns dieses Jahr nicht durch Spieledrehen hervorgetan", beschrieb Schmidt seine Gedanken in jenen Minuten.

Schmidts Lob für seine Mannschaft

Mainzer Fans

Geschafft: Mainzer Fans auf dem Rasen. imago

Doch nach einigen Minuten Durchatmen setzte seine Mannschaft genau dazu an. Erst verkürzte Jhon Cordoba mit einem wuchtigen Schuss auf 1:2 (60.), profitierte dabei auch davon, dass das Schiedsrichtergespann um Marco Fritz seine Abseitsstellung nicht erkannt hatte. Nur zwei Minuten später erzielte Stefan Bell per Kopfball den 2:2-Ausgleich, ehe Yoshinori Muto (76.) und Pablo de Blasis (90.+3) den Wahnsinn komplett machten .

"Dass wir mit dem Rücken zur Wand in so einem Spiel mit 0:2-Rückstand noch einmal zurückkommen und das es drehen, ist eine Riesengeschichte", lobte Schmidt, der sich damit auch für seinen Umgang mit der Mannschaft in den vergangenen Wochen bestätigt sah : "Vertrauen und Strategie ist mehr wert, als Hektik und schlechte Kritik." Umso angespannter erlebte der gebürtige Schweizer die Zeit des Wartens auf den Abpfiff in Wolfsburg. Denn "aus dieser Gefühlslage noch einmal umschalten und in Köln gewinnen zu müssen", wäre eine große Herausforderung gewesen. "Natürlich ist es jetzt umso schöner", fasste Schmidt schließlich zusammen.

pau

Bilder zur Partie 1. FSV Mainz 05 - Eintracht Frankfurt