Bundesliga

Nach dem Aus bei Hertha BSC: Schmidt erklärt sich

Nach dem Aus bei Hertha BSC

Schmidt: "Eine Situation, die ich nicht nebenbei managen kann"

Hört bei Hertha nach zehn Monaten auf: Carsten Schmidt.

Hört bei Hertha nach zehn Monaten auf: Carsten Schmidt. picture alliance/dpa

Nach nur zehn Monaten ist Carsten Schmidt als Vorsitzender der Geschäftsführung von Hertha BSC Vergangenheit. Der 58-Jährige legt sein zum 1. Dezember 2020 begonnenes Amt mit sofortiger Wirkung nieder. "Unauflösbare private Gründe aufgrund von Krankheit in meinem direkten familiären Umfeld", wie es in einer offiziellen Mitteilung von Hertha am Dienstag hieß, haben Schmidt dazu veranlasst, seinen Vertrag aufzulösen.

Auf einer eigens anberaumten Pressenkonferenz am Mittwochvormittag machte der scheidende CEO noch einmal deutlich klar, dass es für seinen Schritt keine Alternative gegeben habe. "Es ist eine Situation, die ich nicht nebenbei managen kann", sagte der frühere Deutschland-Chef des Pay-TV-Senders Sky, "ich bin jemand, der geht zu 100 Prozent in die Dinge rein. Und das ist nicht möglich. Hertha BSC hat einen 100-prozentig konzentrierten und fokussierten sowie verfügbaren CEO verdient." Dass seine Zeit beim Hauptstadtklub "durch solche Umstände endet, macht mich sehr traurig", so Schmidt, der am Tag nach der Bekanntgabe seines Abgangs noch einmal deutlich machte, wie sehr ihm die Aufgabe bei Hertha zugesagt habe.

"Ich bereue keinen Tag", sagte Schmidt, "ich wünsche, dass das Investment und der Klub erfolgreich sind in der Zukunft. Ich hätte gerne meinen Teil dazu beigetragen. Jetzt muss ich es aus der Entfernung machen, ich werde mit dem Klub weiter fiebern, so wie ich es vom ersten Tag an gemacht habe. Es hat mich gepackt und wird mich nicht mehr loslassen."

Ein tolles Team, alles hart arbeitende Menschen, die mehr verdient hätten, als das, was wir zurzeit in der Tabelle abbilden.

Carsten Schmidt

Ausdrücklich bedankte sich der scheidende Vorsitzende der Geschäftsführung, der Hertha als Marke sichtbarer und internationaler machen sowie die Einnahmen steigern wollte, bei seinen Mitstreitern. "Ein tolles Team, alles hart arbeitende Menschen, die mehr verdient hätten, als das, was wir zurzeit in der Tabelle abbilden".

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Dort rangieren die Berliner momentan auf Platz 14 und sind vor dem wegweisenden Spiel am Samstag bei Eintracht Frankfurt (15.30 Uhr, LIVE! auf kicker) sportlich wie schon in den vergangenen beiden Jahren deutlich angeschlagen.

Kein Druck bei der Suche nach Nachfolger

Ob und wann die Position Schmidts neu besetzt wird, dazu wollte sich Klubpräsident Werner Gegenbauer am Mittwoch nicht konkret äußern. Die Aufgaben des scheidenden CEO werden Sport-Geschäftsführer Fredi Bobic sowie Finanz-Geschäftsführer Ingo Schiller übernehmen, bei der Suche nach einem eventuellen Nachfolger will sich Hertha nicht unter Druck setzen lassen.

"Es gibt klare Vorstellungen, was uns fehlen wird und was wir zu füllen haben. Es ist jetzt aber nicht der Ort dafür. Wir brauchen keine Schnellschüsse", sagte Gegenbauer. Der 71-Jährige sieht den Klub für die Zukunft gut aufgestellt, und auch Schmidt hegt "keine Sorge, dass das in ein Vakuum mündet".

Gegenbauer: "Ich bedaure es sehr"

Gegenbauer hatte in den Gesprächen mit Schmidt zuvor versucht, eine Perspektive für eine eventuelle weitere Zusammenarbeit zu finden. "Ich bedaure es sehr, dass wir alles das, was angestoßen ist, nicht mehr gemeinsam bearbeiten und ernten können" sagte der Klubchef mit Blick etwa auf das Projekt "Goldelse", im Zuge dessen Hertha in mehreren Maßnahmen über die kommenden Jahre bessere Strukturen erhalten soll. Für die Umsetzung der angestoßenen Projekte, so Gegenbauer weiter, seinen nun "alle die da, die in führenden Funktionen sind".

Andreas Hunzinger

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