Bundesliga

Schmadtke über Kruse: "Wir werden das regeln, aber nicht auf dem Marktplatz"

Wolfsburgs Manager spricht über das VfL-Aus des Routiniers

Schmadtke über Kruse: "Wir werden das regeln, aber nicht auf dem Marktplatz"

Arbeitet an einer Lösung im Fall Max Kruse: VfL-Geschäftsführer Jörg Schmadtke.

Arbeitet an einer Lösung im Fall Max Kruse: VfL-Geschäftsführer Jörg Schmadtke. IMAGO/osnapix

Was wäre wohl losgewesen beim VfL Wolfsburg, hätte er am Samstag ohne Max Kruse das Spiel bei Eintracht Frankfurt nicht 1:0 gewonnen, sondern verloren? Nichts besser auch ohne den gestrichenen Star - die Kritik wäre von einigen Stellen gewiss so gekommen. Doch dieses Risiko haben die Niedersachsen bewusst in Kauf genommen. "Wenn du von einer Entscheidung überzeugt bist", sagte Geschäftsführer Jörg Schmadtke am Sonntag gegenüber dem kicker, "dann musst du sie treffen." Gleichwohl weiß er: "Das Ergebnis ist wichtig, weil es ein paar Nebenschauplätze beruhigt."

Kruse soll weiter mit dem Team trainieren dürfen

Klar ist seit Samstag: Kruse ist nur noch eine Randfigur in Wolfsburg, die freilich unverändert für Schlagzeilen neben dem Platz und Unruhe innerhalb der Mannschaft sorgen kann. Schließlich, so der aktuelle Plan, soll der aussortierte Routinier weiter mit dem Team trainieren dürfen. Eine Gefahr für den VfL? "Das wird die Zukunft zeigen", erklärt Schmadtke, "wir glauben nicht, dass er stören wird."

Transfer noch möglich

Ohnehin dürfte im Hintergrund an einer Lösung gearbeitet werden, eine Vertragsauflösung müsste zumindest von Vereinsseite aus angestrebt werden. Transfers etwa nach Saudi-Arabien, Katar oder Griechenland wären sogar noch möglich. Der Manager sagt: "Wir werden das regeln, aber nicht auf dem Marktplatz. Das sind Dinge, die bilateral besprochen werden."

Doch warum kam es nun nach Schließung des Transferfensters zum öffentlichen Bruch? Trainer Niko Kovac hatte Kruse die Chance gegeben, sportlich wichtig zu sein für den VfL - genutzt hat der Offensivmann (null Tore, null Vorlagen) diese nicht. Und so kamen der Coach sowie Schmadtke und Sportdirektor Marcel Schäfer zum Entschluss, "dass der Einfluss von Max nicht mehr gewollt war und nicht förderlich war".

Entscheidung "wichtig für die Langzeitperspektive"

Einen bestimmten Auslöser für die Aussortierung des Fünf-Millionen-Euro-Einkaufs des vergangenen Winters habe es nicht gegeben, so Schmadtke. "Er hat keinen goldenen Löffel gestohlen. Max hat uns in der vergangenen Rückrunde in einer komplizierten Situation mit seinen Toren und Vorlagen geholfen. Jetzt haben wir eine Entscheidung getroffen, die wichtig ist für die Langzeitperspektive." Wie ist Kruse mit dem Entschluss umgegangen? "Er hat es", so der Boss, "mannhaft aufgenommen."

Thomas Hiete