DFB-Pokal

Schlotterbecks emotionaler Abschied: "Ich habe mir die Seele rausgespielt"

Der Verteidiger will nun mit Dortmund den Pokal holen

Schlotterbecks emotionaler Abschied: "Ich habe mir die Seele rausgespielt"

Hat bis zuletzt alles für Freiburg gegeben: Nico Schlotterbeck.

Hat bis zuletzt alles für Freiburg gegeben: Nico Schlotterbeck.

Bei den Erinnerungen wurde Nico Schlotterbeck wehmütig. "Mir ist der Verein so ans Herz gewachsen", begann er und schwärmte: "Ich habe viele Freunde kennengelernt und mit meinem Bruder meine ersten Spiele absolviert, heute sogar im DFB-Pokalfinale. Wir haben unsere Familie stolz gemacht." Den Rückblick brachte er in echter Schlotterbeck-Manier auf den Punkt: "Wenn mir das jemand vor ein paar Jahren gesagt hätte, hätte ich ihm eine reingehauen."

Zum Glück war das nicht nötig, stattdessen erlebte der Innenverteidiger eine unglaubliche Spielzeit und entwickelte sich vom Ergänzungsspieler zum Nationalspieler. Im Endspiel zeigte er gegen RB Leipzig (2:4 im Elfmeterschießen) seine beste Saisonleistung - kicker-Note 1. Schlotterbeck verteidigte wie gewohnt mutig, aggressiv, ihm unterlief bis auf eine Kerze und einen Ballverlust, den er selbst wieder ausbügelte, kein Fehler. Dafür preschte er immer wieder gefährlich in die Leipziger Hälfte vor, ging als Anführer vorneweg und kniff nur am Punkt. "Ich hatte nicht die Eier, im Elfmeterschießen zu schießen", gab er zu. Dafür knallte Bruder Keven die Kugel ins Netz. Es half nichts. Zum zwölften Mal spielte ein Bruderpaar zusammen im Finale und zum fünften Mal ging das Paar ohne Pokal nach Hause.

"Ich habe mein letztes Spiel für den Sport-Club gemacht, alles gegeben und meine Seele rausgespielt", sagte der Linksfüßer bei "Sky". Nach drei Jahren im Breisgau und einer Leih-Saison bei Union Berlin ist sein Wechsel nach Dortmund nur logisch. Schlotterbeck ist Freiburg innerhalb eines Jahres entwachsen. "Ein geiles letztes Jahr" habe er mit der Mannschaft um Cheftrainer Christian Streich erlebt. Neben dem Pokalfinale erreichte der SCF auch noch Platz 6 und die Europa League. Eine historische Saison - auch dank "Schlotti". Das Scheitern an RB enttäuschte ihn dementsprechend, er spürte aber "trotzdem Stolz auf die Fans und das, was wir geleistet haben".

Schlotterbecks neuer Anlauf mit dem BVB

Im Olympiastadion zeigte Schlotterbeck Endspielqualitäten, auf der großen Bühne lässt er es besonders gerne krachen. Mit dem BVB mischt der Wahl-Blondschopf zukünftig sogar in der Champions League mit, allerdings verändert sich beim neuen Arbeitgeber derzeit einiges. "Ich habe mich nicht so viel mit der Entlassung von Marco Rose beschäftigt, auch wenn es für mich überraschend kam", gab Schlotterbeck zu. Er sei aber von der "Vision Borussia Dortmund überzeugt" und habe sich deswegen für Schwarz-Gelb entschieden. Mit Trainerwechseln müsse man nun mal im Fußball leben. Den Pokal hat er trotzdem immer im Blick und kündigt bei der ARD an: "Der Verein wird hoffentlich eine gute Lösung finden, dass wir dieses Ding nächstes Jahr nach Dortmund holen."

Jim Decker

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