Bundesliga

Schlotterbecks Antwort an die Kritiker: "Liebe, liebe Grüße gehen raus"

Bochums Geschäftsführer Sport zieht all seine Hüte

Schlotterbecks Antwort an die Kritiker: "Liebe, liebe Grüße gehen raus"

Trainer und Abwehrmann inniglich vereint: Heiko Butscher und Keven Schlotterbeck feiern das Wunder.

Trainer und Abwehrmann inniglich vereint: Heiko Butscher und Keven Schlotterbeck feiern das Wunder. IMAGO/Team 2

Erst einmal überhaupt hatte bis dato in der Bundesliga-Relegation das Elfmeterschießen über das Schicksal der beteiligten Mannschaften entschieden - 1988 beim Duell zwischen Waldhof Mannheim und Darmstadt 98 (5:4). Dass es nun im Rückspiel zwischen Zweitligist Fortuna Düsseldorf, der vor wenigen Tagen souverän mit 3:0 gewonnen hatte, und Bochum wieder soweit sein würde, damit war nicht zu rechnen.

Und doch hatte es vor allem einen VfL-Profi gegeben, der schon nach dem Hinspiel die Flinte noch lange nicht ins Korn geworfen hatte: Keven Schlotterbeck. Die Worte des 27-jährigen Leihspielers des SC Freiburg am letzten Donnerstag: "Heute hast du so eine Schelle bekommen, dass du am Montag alles oder nichts spielen kannst. Entweder fährst du mit 0:6 nach Hause oder du versuchst, das Ding irgendwie zu drehen. Ich glaube auf jeden Fall noch daran. Der VfL Bochum wird niemals untergehen."

Worte, die gerade auf Social Media auch Kritik folgen ließen.

"Jetzt darf gefeiert werden"

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Und Worte, auf die ein strahlender Schlotterbeck nach der spektakulären Aufholjagd seiner Bochumer Mannschaft strahlend antworten konnte.

"Wir haben wirklich eine gute Leistung gezeigt, Düsseldorf das Leben schwer gemacht", holte der Innenverteidiger bei Sat.1 etwas aus und kam schnell in Richtung der Kritiker der letzten Tage auf den Punkt: "Ich hab es letzte Woche gesagt: Wir wollen zurückkommen - und wir haben es heute geschafft. In der heutigen Zeit mit Social Media, da gehört ja auch dazu, dass man etwas abbekommt, wenn man so viel sagt. Aber deswegen: Liebe, liebe Grüße gehen raus: Wir haben es geschafft! Der VfL Bochum ist glücklich, ich bin glücklich und jetzt darf gefeiert werden."

Wo Schlotterbeck feiern wollte, stellte er ebenfalls klar - und zwar rund 50 Kilometer und 45 Minuten Autofahrt entfernt von Düsseldorf. Also in der Bochumer Innenstadt mit den dort schon vor Freude tobenden VfL-Fans: "Wir sollten jetzt relativ schnell duschen, weil in dieser Traube seh ich mich - und dann hoff ich, dass ne Menge Bier heute fließt."

Geschäftsführer Fabian:

Patrick Fabian

Fand neben der Freude noch klare Worte: Patrick Fabian. Getty Images

Die Lust aufs Feiern war auch Patrick Fabian anzumerken. Denn in seinen Äußerungen nach diesem Relegations-Drama schwang auch ordentlich Erleichterung mit. So sagte der nicht unumstrittene Bochumer Geschäftsführer Sport: "Ich bin die ganze Saison schon so viele Tode gestorben, heute noch einmal ein paar drauf. Ich weiß nicht, wie viele Leben ich in dieser Saison gelassen habe. Das am Ende hat dem Ganzen noch die Krone aufgesetzt. Als der letzte Elfmeter über die Latte geht ... boah ... das kann man nicht beschreiben. Das erlebst du nur im Sport."

Weiter formulierte Fabian: "Wir mussten so viel einstecken in den letzten Monaten. Wir wurden totgeschrieben. Es wurde so viel erzählt, so viel Bullshit erzählt über uns, das passt auf keine Kuhhaut. Ich ziehe alle meine Hüte vor der Mannschaft, das war unglaublich - auch von den Fans. Dass wir ein weiteres Jahr Bundesliga in Bochum haben, ist fantastisch."

Bei Sky ergänzte der Geschäftsführer abschließend noch ein paar mehr weitere Sätze Richtung der aufgekommenen Unruhen im Umfeld während der harten letzten Saison: "Wir haben wirklich viel einstecken müssen: Kritik ist okay, der müssen wir uns stellen. Aber Kritik ist das eine, alles was unter die Gürtellinie geht wie Unwahrheiten, das ist nicht okay. Ich kann sagen: Es hat in den letzten Wochen und Monaten extrem viel Kraft gekostet, Dinge zu moderieren. Das müssen wir angehen, das müssen wir anders machen. Bei aller Emotionalität, so geht es nicht. Bochum braucht die Gemeinschaft. Bochum hört nie auf."

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