Bundesliga

Schlotterbecks 14-Prozent-Tor - Terzic "noch nicht glücklich"

Wie der BVB an der Standardschwäche arbeitet

Schlotterbecks 14-Prozent-Tor - Terzic "noch nicht glücklich"

Gleich wackelt das Netz: Nico Schlotterbeck erzielt gegen Augsburg das zwischenzeitliche 2:1.

Gleich wackelt das Netz: Nico Schlotterbeck erzielt gegen Augsburg das zwischenzeitliche 2:1. IMAGO/Jan Huebner

Man merkte schnell, dass sich die Dortmunder etwas überlegt hatten. Binnen rund zwei Minuten erhielten sie am Sonntag gegen den FC Augsburg Freistöße auf der rechten Seite - beide herausgeholt von Jude Bellingham -, und jeweils folgte der gleiche Ablauf: Raphael Guerreiro täuschte eine Flanke mit links an, doch tatsächlich brachte Julian Brandt den Ball mit rechts gefährlich vors Tor der Augsburger, die durch die Finte unsortiert wirkten. Erst traf Nico Schlotterbeck per Kopf (42.), dann hätte es ihm Mats Hummels gleichtun müssen (44.), scheiterte aber freistehend an Rafal Gikiewicz im FCA-Kasten.

Edin Terzic registrierte an der Seitenlinie dennoch zufrieden, was er da gerade Seltenes gesehen hatte: offensive Standardgefahr durch seine Mannschaft, und das gleich im Doppelpack! Damit setzte der BVB den zarten Trend fort, der schon kurz vor der WM begonnen hatte und an deren Ausarbeitung in der langen Winterpause intensiv gearbeitet wurde.

Viele schwache Hereingaben: "Da haben wir sehr viel verschenkt"

"Wir haben in den letzten sechs Bundesligaspielen vier Tore durch Standardsituationen erzielt (eines davon ein Elfmeter, Anm. d. Red.). Mehr durch seitliche Freistöße als durch Ecken, aber ich finde, auch bei den Ecken hat man - in den Testspielen und jetzt am Wochenende - gesehen, dass es deutlich gefährlicher wurde bei uns", sagte der Trainer vor dem Gastspiel beim 1. FSV Mainz 05 an diesem Mittwoch (18.30 Uhr, LIVE! bei kicker).

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Entscheidend sei einerseits das passende Einlaufen zur rechten Zeit an den rechten Ort - und das "nicht nur beim ersten oder zweiten Standard, sondern konstant". Andererseits, und das war für Terzic "das allergrößte Thema" in einer Hinrunde, in der seine Mannschaft zwischenzeitlich Liga-Schlusslicht bei den offensiven Standardtoren war, ging es um die "Qualität der Bälle, die in den gegnerischen Strafraum fliegen". Da, ärgert er sich immer noch, "haben wir sehr viel verschenkt. Nahezu jeder fünfte Ball ist nicht gefährlich in den Sechzehner gespielt worden."

Gegner Mainz ist bei Standards stark - vorne und hinten

Deswegen schaute er sich mit seinem Trainerteam im Winter "noch mal jede einzelne Standardsituation" an: Ecken, seitliche Freistöße, Einwürfe im letzten Drittel. "Wir haben darauf in den letzten Wochen einen großen Schwerpunkt gelegt. Nahezu jeden Tag haben wir daran gearbeitet."

Die Bilanz nach dem ersten Pflichtspiel 2023: Der Anteil der Standardtore (ohne Elfmeter) erhöhte sich von zwölf auf 14 Prozent. "Wir sind auf einem guten Weg, aber noch nicht glücklich", betont Terzic. "Wir sind noch lange nicht da, wo wir sein wollen."

Der kommende Gegner Mainz etwa hat rund ein Drittel seiner 20 Saisontore nach ruhenden Bällen erzielt - wird aber nicht nur deswegen zur besonderen Standard-Herausforderung für den BVB: Wie sonst nur Werder Bremen und die Borussia selbst musste der FSV erst vier Standardgegentore hinnehmen. Zum Vergleich: Am anderen Ende des Rankings steht der VfL Bochum mit 15, vor Hertha BSC, RB Leipzig und Eintracht Frankfurt mit je elf.

jpe

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