Champions League

Warum Sporting Lissabon beim BVB stur bleiben will

Unterschiedsspieler Goncalves fällt weiter aus

Schlaflos in Lissabon? Warum Sporting beim BVB stur bleiben will

Gefragter denn je: Pedro Porro (re.) tat sich zuletzt als Torschütze hervor.

Gefragter denn je: Pedro Porro (re.) tat sich zuletzt als Torschütze hervor. imago images/GlobalImagens

Die Wucht von Erling Haaland sucht Ruben Amorim nicht in seinen Träumen heim. Sagt er zumindest. "Er hält mich nicht vom Schlafen ab", berichtete der Trainer von Sporting Lissabon auf der Pressekonferenz am Montag. "Ich schlafe nur dann nicht, wenn unsere Leistung schlecht ist oder die Spieler nicht alles geben."

Legt man diesen Maßstab zugrunde, dann dürfte der 36 Jahre alte Coach vor knapp zwei Wochen wohl deutlich länger als gewohnt wach gelegen haben. Mit 1:5 geriet Sporting zum Auftakt zu Hause gegen Ajax unter die Räder, die Freude über die erste Königsklassen-Teilnahme nach vierjähriger Abstinenz wich schnell der großen Ernüchterung, bereits nach neun Minuten lagen die Portugiesen mit 0:2 in Rückstand.

Trotz 1:5-Klatsche: "Wir werden die Dinge genauso machen"

Amorim nimmt es gelassen, er ist Auftaktblamagen gewissermaßen gewohnt. In der vergangenen Saison verlor er mit Sporting in der Qualifikationsrunde zur Europa League zu Hause mit 1:4 gegen den Linzer ASK - und fuhr schließlich am Saisonende die erste portugiesische Meisterschaft seit 2002 ein. "Ich kann mich nach diesen Ergebnissen ja nur verbessern", meint er.

Aber ist das wirklich so - oder steht Sporting in Dortmund die nächste Abreibung ins Haus? Wobei. Laut Amorim war gar nicht alles schlecht gegen Ajax, von der Grundphilosophie will er die Partie beim BVB sogar wieder ähnlich angehen. "Wir müssen den Ball haben", predigt der Coach. "Gegen Ajax haben wir das gemacht. Da waren wir nicht besonders inspiriert, aber wir haben es geschafft, den Ball zu bekommen." Auch Mittelfeldspieler Matheus Nunes kündigt an: "Wir werden die Dinge genauso machen."

Unterschiedsspieler Goncalves fällt aus

Der 23-Jährige gehört zu den großen Entdeckungen der zurückliegenden Meistersaison, hat sich nun - wie er am Montag verkündete - für die portugiesische und gegen die brasilianische Nationalmannschaft entschieden. Der Unterschiedsspieler im Team ist aber ein anderer: Pedro Goncalves. Torschützenkönig der Vorsaison in der portugiesischen Liga, obwohl im offensiven Mittelfeld oder auf den Flügeln zu Hause. Wegbereiter zum Titel. Bester Sporting-Torschütze in der laufenden Saison. Aber auch: verletzt.

Bereits seit Anfang September plagen den 23-Jährigen Probleme am linken Fuß, zuletzt stand sogar eine OP im Raum. "Ich gehe davon aus, dass er ohne Operation wiederkommen wird", hofft Amorim zwar, will aber auch keinen Zeitplan für eine Rückkehr seines Stars aufstellen: "Es dauert so lange, wie es eben dauert."

Solange das der Fall ist, ruhen die Hoffnungen auf zwei Leihgaben: Offensivmann Pablo Sarabia von PSG und dem rechten Schienenspieler Pedro Porro von Manchester City, der in den letzten beiden Ligaspielen jeweils den Siegtreffer erzielte. Goncalves' Torjägerqualitäten werden aber beide kaum dauerhaft kompensieren können. "Wir vermissen Goncalves", sagt auch Amorim, "aber die Spieler sollen mit Selbstvertrauen antreten". Sonst könnte vielleicht wieder eine schlaflose Nacht ins Haus stehen.

mib