3. Liga

Schieles Stolz und Schuppans Tränen

Würzburgs Rückkehr in die 2. Bundesliga

Schieles Stolz und Schuppans Tränen

Der Trainer und sein Aufstiegsexperte: Michael Schiele (rechts) hat seinen Spieler Sebastian Schuppan im Arm.

Der Trainer und sein Aufstiegsexperte: Michael Schiele (rechts) hat seinen Spieler Sebastian Schuppan im Arm. imago images

Durch ihre komfortable Ausgangsposition vor dem letzten Spieltag reichte den Würzburgern letztlich ein 2:2 gegen Halle zum direkten Aufstieg. Allerdings musste zuvor mächtig gezittert werden. Denn: Bis zur 93 Minute sah es nämlich eher nach Relegation aus, weil die bereits gesicherten Gäste scheinbar als Spielverderber wirken wollten - der HFC führte 2:1.

Doch auch in der Nachspielzeit am Dallenberg, in der Würzburg aufgrund des Ingolstädter 2:0-Sieges im Parallelspiel der Relegationsrang drohte, blieb Trainer Michael Schiele optimistisch - wohl auch im Vertrauen auf seinen Aufstiegsexperten: Sebastian Schuppan. Der Kapitän hatte den Sprung in die 2. Bundesliga zuvor bereits dreimal geschafft (Paderborn 2009, Dresden 2011 und Bielefeld 2015).

Diesmal folgte für den 33-Jährigen Aufstieg Nummer vier - und er trug maßgeblich dazu bei. Dass es am Ende ausgerechnet Schuppan war, der den Elfmeter zum 2:2-Ausgleich verwandelte und somit den Aufstieg eintütete, war für Schiele "das Drehbuch der Saison". Der Coach wusste, dass "wenn er (Schuppan, Anm.d.R.) es will, dann lecken wir noch eins rein" - und so kam es dann auch.

Nach dem Schlusspfiff kannte der Jubel keine Grenzen.

Nach dem Schlusspfiff kannte der Jubel keine Grenzen. imago images

Zusammenhalt und Aufstiegsexperte

Nachdem der Trainer am Mikrofon von "Magenta Sport" von seiner Mannschaft eine Wasserdusche erhalten hatte, war der 42-Jährige "unendlich stolz" auf das Erreichte und hätte "so lange reden können". Der ganze Verein habe diesen Aufstieg verdient: "Es hat keiner rumgemeckert. Die haben das alle, alle die dazugehören und die drumherum verdient."

Und Schieles Aufstiegsexperte? Der war nach seinem vierten Aufstieg in die 2. Liga völlig von seinen Gefühlen übermannt. "Ich bin vor drei Jahren hierhergekommen - wir hatten die Mission aufzusteigen", stammelte ein mit den Tränen kämpfender Schuppan. Nachdem der Kapitän von seinen Mannschaftskollegen überfallen und ebenfalls geduscht wurde - diesmal aber mit Bier - verriet er, dass seine Mission nun beendet sei. "Jetzt kann ich mich zurückziehen". Ob der 33-Jährige damit sein Karriereende angedeutet hatte, ließ Schuppan offen.

Baumann gibt die Richtung vor

Einen kleinen Einblick in die kommenden Stunden in Würzburg gaben die Jubelarien nach dem Abpfiff und Stürmer Dominic Baumann, der Schuppan das Wasser aus der Hand nahm und es gegen eine Bierflasche ersetzte: "Tu das Wasser weg da!" Es scheint eine feuchtfröhliche Nacht zu werden.

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sts