Bundesliga

Schiedsrichter Zwayer sieht zwei Wege: Fußballplatz oder Aus

Bundesliga-Schiedsrichter will sich Zeit für Entscheidung lassen

Schiedsrichter Zwayer sieht zwei Wege: Fußballplatz oder einen Pfad "ohne diesen Druck"

Bundesliga- sowie FIFA-Schiedsrichter und derzeit auf eigenen Wunsch nicht im Einsatz: Felix Zwayer.

Bundesliga- sowie FIFA-Schiedsrichter und derzeit auf eigenen Wunsch nicht im Einsatz: Felix Zwayer. imago images/ULMER Pressebildagentur

Felix Zwayer befindet sich derzeit bekanntermaßen nicht im Einsatz als Bundesliga- oder FIFA- bzw. UEFA-Schiedsrichter. Der gebürtige Berliner hat sich aus freien Stücken zu einer Auszeit entschlossen - auch weil der 40-Jährige zuletzt von der Polizei die Bestätigung erhalten hatte, dass er und seine Familie eine Morddrohung erhalten haben.

Das hat Zwayer selbst in der "Sky"-Sendung "Meine Geschichte" in Form eines ausführlichen Interviews dargelegt.

Die Sendung selbst ist in ihrer kompletten Form nun am späten Freitagabend ausgetrahlt worden. Und darin erläutert der Schiedsrichter, der 2005 auch eine Schachfigur beim Wettskandal rund um den später als Hauptschuldigen verurteilten Robert Hoyzer gewesen ist, seine aktuellen Gedanken bezüglich einer potzenziellen Rückkehr in den aktiven Fußballzirkus. Darüber hinaus gewährt er auch private Einblicke - etwa, dass er psychologische Unterstützung angenommen hat.

"Ich hab vor mir einen Raum, der hat zwei Türen"

Gerade in Verbindung mit der eingegangenen Morddrohung, die auf Zwayers gesamte Familie gerichtet gewesen ist (den Brief vom Polizeipräsidium Berlin hat der Schiedsrichter in der Sendung vorgezeigt), spricht er von einer Art "Ohnmacht". Und davon, dass man so etwas gar nicht in seinem Leben durchmachen wolle - "und wenn dann nur einmal".

Er habe sich nun zurückgezogen, um sich Gedanken zu machen - im Detail: "Ich hab vor mir einen Raum, der hat zwei Türen. Der eine Weg führt mich zurück auf den Fußballplatz - und der andere führt mich in ein ganz tolles, erfülltes Privatleben ohne diese Öffentlichkeit, ohne diesen Druck, ohne diesen Stress. Ich erarbeite mir gerade den Weg, ich werde völlig frei von zeitlichem, inhaltlichem und finanziellem Druck entscheiden können. Darüber bin ich sehr froh. Ich werde mir jetzt tatsächlich alle Zeit nehmen, die ich dafür brauche."

Sehr, sehr schlimme Anschuldigung.

Felix Zwayer über die Kritik samt Bezug zum Wettskandal 2005 von Jude Bellingham

In Richtung BVB ist der erfahrene Unparteiische auch noch etwas losgeworden. Hintergrund: Dortmunds 18-jähriger Profi Jude Bellingham hatte nach der knappen 2:3-Pleite gegen den FC Bayern Anfang Dezember direkt nach dem Spiel in einem Interview wieder den Wettskandal thematisiert. Für Zwayer ist das von einem jungen Profi "eine unwahre und sehr, sehr schlimme Anschuldigung". Die im Anschluss vom DFB auferlegte Strafe von 40.000 Euro für den Engländer würden aus seiner Sicht aber "keinem Menschen helfen, auch keinem Menschen schaden. Insofern fände ich es besser, wenn man es initiiert, dass die Beteiligten miteinander sprechen". Doch dazu ist es noch nicht gekommen - und wird es auch nicht, wie BVB-Boss Hans-Joachim Watzke bereits Anfang Dezember klargemacht hat.

Zwayer hat nach dem 2:3 zwischen Dortmund und Bayern am 14. Bundesliga-Spieltag nur noch ein paar Tage später international das Europa-League-Duell zwischen Real Sociedad San Sebastian und der PSV Eindhoven (3:0) geleitet. Seither läuft seine Auszeit.

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