Bundesliga

Schiedsrichter Schlager zu Nagelsmann-Kritik: "Das sehe ich nicht so"

Bayern haderte mit Entscheidungen

Schiedsrichter Schlager zu Nagelsmann-Kritik: "Das sehe ich nicht so"

Die Bayern hatten Redebedarf: Referee Daniel Schlager.

Die Bayern hatten Redebedarf: Referee Daniel Schlager. IMAGO/Sven Simon

Joshua Kimmich beschwerte sich zurecht für seine Gelbe Karte in der 62. Minute. Er wollte dem Mönchengladbacher tatsächlich nur beim Aufstehen helfen. Die anderen - vor allem für das Spiel relevanten - Entscheidungen des Schiedsrichters aber waren vertretbar. Glücklich waren die in diesem Spiel unermüdlich anrennenden Bayern mit so manchen Pfiff trotzdem nicht. Selbst der sonst so stille Leroy Sané ärgerte sich, zeigte Emotionen.

Trainer Julian Nagelsmann schimpfte viel, provozierte an der Seitenlinie, sah in der 80. Minute auch die Gelbe Karte, sagte nach dem Spiel bei der Pressekonferenz: "Der Schiedsrichter hat auch seinen Teil dazu beigetragen, dass es emotional wurde. Was die Leistung angeht, war ich nicht ganz so zufrieden." Zuvor im TV-Interview bei "Sky" hatte Nagelsmann noch deutlichere Worte gefunden. "Ich habe mich auch geärgert über den Schiedsrichter, weil er einfach bei jeder 50:50-Entscheidung alles für Gladbach entschieden hat", echauffierte sich Bayerns Chef-Coach: "Wirklich jede einzelne. Und dann mit seinen Gelben Karten, die er alle uns gegeben hat (zwei am Ende auch für die Fohlen; Anm. d. Red.) - und das, obwohl die Gladbacher 25-mal auf dem Boden liegen und nur Zeit von der Uhr nehmen."

Und weiter: "Auf einmal hat jemand in der 50. Minute schon Krämpfe gehabt von denen ... weiß ich nicht. Da muss man auch mal sagen: 50:50-Entscheidungen muss man auch mal 50:50 für beide treffen." Außerdem, so Nagelsmann, "hat Leroy Sané, glaube ich, 28 Fouls von Christoph Kramer abgekriegt - und selbst hat er keinen Freistoß gekriegt."

Wir waren sehr geradlinig. Es war ein Spitzenspiel.

Schiedsrichter Daniel Schlager

Der kicker fragte bei Schiedsrichter Daniel Schlager nach. Der Referee kontert: "Das sehe ich nicht so." Ganz sachlich erklärt der 32-Jährige, dass am Sonntag nach dem Spiel - also in diesem Fall nach dem 1:1 mit ganzen 19 Paraden von Gladbachs Yann Sommer - noch einmal alle Szenen analysiert werden, aber auf dem Platz habe er und sein Team nicht das Gefühl gehabt, "dass wir einseitig gewesen wären". Es gebe immer Zweikämpfe, die 50:50 seien, "aber wir waren heute sehr geradlinig". Das stimmt. Seine Linie behielt Schlager bei, mit seiner langen Leine trug das Schiedsrichter-Team auch zur Attraktivität dieses zweifelsfrei höchst unterhaltsamen, hitzigen und Bundesliga-Spiels bei. "Es war ein Spitzenspiel", sagt der Schiedsrichter. Da könne man auch mal etwas mehr laufen lassen.

Georg Holzner