Bundesliga

Schick sucht noch Form und Chemie

Leverkusens neuer Stürmer sieht viel Luft nach oben

Schick sucht noch Form und Chemie

Patrik Schick

Debüt mit Tor - aber noch Verbesserungspotenzial: Leverkusens neuer Stürmer Patrik Schick. imago images

Am Ende war dann doch alles gut. Naja, zumindest in etwa. 45 Minuten lang hatte Patrick Schick beim 7:0-Sieg von Bayer 04 gegen Regionalligist Eintracht Norderstedt mitwirken dürfen. Und rein statistisch betrachtet war alles in Ordnung. "Das war mein erstes Spiel für Leverkusen, ich habe getroffen, wir haben gewonnen - es war ein schönes Spiel", sagte der tschechische Nationalstürmer nach seinem Debüt für den Bundesligisten im DFB-Pokal.

Doch wirklich prickelnd war der Auftritt des 26,5 Millionen Euro teuren Neuzugangs nicht, der vergangene Saison von der AS Rom an RB Leipzig ausgeliehen worden war. Zur Halbzeit eingewechselt trat Schick nach fünf Minuten erstmal an einer flachen Hereingabe von Moussa Diaby vorbei. Sieben Minuten später vergab der Linksfuß innerhalb von Sekunden seine Großchance zwei und drei, als erst sein Schuss aus kurzer Distanz noch abgeblockt wurde und er im zweiten Versuch den Ball über das Tor jagte. Die fehlende Spielpraxis war dem neuen Torjäger durchaus anzumerken.

Ich muss meine Fitness noch etwas verbessern.

Patrik Schick

Trainer Peter Bosz wird auch diese Szenen im Kopf gehabt haben, als er nach der Partie trotz Schicks ersten Pflichtspieltreffers für Bayer 04 feststellte: "Aber er kann es besser." Bei seinem Treffer zum Endstand war Schick aus kurzer Distanz per Kopf zur Stelle gewesen, nachdem Sven Bender nach einer Ecke mit seinem Kopfball an einem Norderstedter Spieler und der Lattenunterkante gescheitert war.

Dass Schicks erster Auftritt kein Glanzstück wurde, überraschte nicht. Lief der Angreifer doch trotz erheblichen Trainingsrückstands nach häuslicher Quarantäne nach der Pause auf. "Ich habe einige Zeit nicht mehr gespielt. Ich muss meine Fitness noch etwas verbessern", stellte der Neue selbstkritisch fest, "ich hoffe, in der Liga werde ich in einer besseren Verfassung sein."

Automatismen sind noch nicht vorhanden

Nicht nur dafür waren die 45 Minuten Spielpraxis angesichts des am Sonntag anstehenden Bundesligastarts definitiv wertvoll. Denn die Form ist das eine, die Integration ins Spiel der Werkself das andere. Zwar war zu sehen, wie sich Schick gerne auch mal auf den Halbpositionen kurz anspielen lässt und nicht stur im Sturmzentrum lauert. Doch Automatismen sind - woher auch - noch nicht vorhanden.

"Ich hatte erst drei Einheiten mit der Mannschaft. Ich muss meine Mitspieler noch besser kennenlernen, um eine gute Chemie zwischen uns herzustellen", schilderte der Nachfolger von dem zur AS Monaco gewechselten Kevin Volland seine Eindrücke von seinem ersten Spiel als Bayer-Profi, "mit der Zeit wird es besser und besser werden." Davon darf man aufgrund der Eindrücke, die Schick in der vergangenen Saison bei RB Leipzig hinterließ, selbst ohne allzu großen Optimismus getrost ausgehen.

Stephan von Nocks

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