Bundesliga

Schattenmann Rode lässt lieber seine Frankfurter Kollegen glänzen

Lob für die Kollegen, Zurückhaltung in eigener Sache

Schattenmann Rode lässt lieber glänzen

Identifikationsfigur und Erfolgsfaktor: Sebastian Rode.

Identifikationsfigur und Erfolgsfaktor: Sebastian Rode. imago images

Obwohl er in den acht Ligaspielen zuvor maximal noch zu Kurzeinsätzen gekommen war, präsentierte sich der Routinier gegen seinen Ex-Verein und Branchenprimus aus München sofort wieder voll auf der Höhe. Seine Aufgaben in der Schaltzentrale erledigte Rode wie man es von ihm gewohnt ist: Im besten Sinne solide (kicker-Note 3). Sportliche Verlässlichkeit auf gehobenem Niveau, die sich jeder Trainer und jede Mannschaft nur wünschen können.

Darüber hinaus zeichnet den gebürtigen Hessen aber auch noch aus, mit welcher Teamfähigkeit er seine derzeitige Rolle trägt. Rode ist ein Schattenmann, der es geradezu zu genießen scheint, andere glänzen zu lassen. Auch verbal. So lobte der Blondschopf mit Blick aufs Bayern-Spiel praktisch alles und jeden: Von den eingewechselten Ragnar Ache, Aymen Barkok und Stefan Ilsanker, die sich "klasse reingefightet haben und hintenraus sehr, sehr wichtig" waren. Über den Nebenmann - und Konkurrenten - Makoto Hasebe, der "einem mit seiner Technik, Ruhe und Abgeklärtheit in jeder Spielphase hilft". Bis hin zu Angreifer Amin Younes, an dem "wenn er so weiterspielt, kein Weg vorbeiführt in der DFB-Elf".

"Die Mentalität, der Spirit waren immer unser Faustpfand"

Allein: Kommt die Rede auf seine persönlichen Ambitionen, wird Rode zurückhaltend. "Es ist egal, wer spielt", sagt er dann. "Djibril hat gefehlt, da habe ich den Part ausgefüllt. Nächste Woche schauen wir mal, wie der Trainer aufstellt." Aus Rodes Mund klingt das nicht eine Spur kokett oder gar heuchlerisch. Sondern schlicht nach aufrichtiger Überzeugung. "Die Mentalität, der Spirit", erklärt der Mittelfeldkämpfer, "waren immer unser Faustpfand. Und dass die, die von der Bank kommen, für Entlastung sorgen. Das gilt auch jetzt." Rode selbst ist das beste Beispiel. Sowie Beleg für die Erkenntnis, dass es keinen Stammplatz braucht, um Identifikationsfigur und Erfolgsfaktor zu sein.

Thiemo Müller

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