Tennis

Kritik an French-Open-Entscheidung - Auch US Open prüfen Verschiebung

Corona-Krise: Tennis in Terminnöten

Scharfe Kritik an French-Open-Entscheidung - Auch US Open prüfen Verschiebung

2019 gewann Rafael Nadal die US Open: 2020 beginnt - Stand jetzt - eine Woche nach dem Finale in New York sein Lieblingsturnier, die French Open.

2019 gewann Rafael Nadal die US Open: 2020 beginnt - Stand jetzt - eine Woche nach dem Finale in New York sein Lieblingsturnier, die French Open. picture alliance

"Dies sind beispiellose Zeiten, und wir überprüfen alle unsere Optionen, einschließlich der Möglichkeit, das Turnier auf einen späteren Zeitpunkt zu verlegen", teilten die Veranstalter des Grand-Slam-Turniers in New York mit. Die US Open sollen eigentlich vom 31. August bis 13. September stattfinden.

Überraschend hatten aber die Veranstalter der French Open in Paris am Dienstag als neuen Termin die Zeit zwischen dem 20. September bis 4. Oktober genannt. Ursprünglich sollte in Frankreich vom 24. Mai bis zum 7. Juni gespielt werden. Der neue Termin des Sandplatzturniers liegt nur eine Woche nach den US Open und kollidiert zudem mit mehreren geplanten Events sowohl der ATP- (Metz, St. Petersburg, Chengdu, Sofia, Zhuhai) als auch der WTA-Tour (Guangzhou, Seoul, Tokio, Wuhan und Tashkent).

Der von Roger Federer mitorganisierte Laver Cup in Boston ist für den 25. bis 27. September 2020 terminiert. Dieses Turnier werde "nach jetzigem Stand wie aktuell geplant stattfinden", teilten die Organisatoren bereits mit. Auch die Wimbledon-Organisatoren gaben wenig später bekannt, dass sie vorerst an dem Termin des Rasenklassikers vom 29. Juni bis 12. Juli festhalten würden.

French Open: Verbände und Profis wurden überrascht

Von der Entscheidung der French Open waren Profis und Verbände offenbar überrascht worden. In einer Telefonkonferenz bestätigte der Präsident des französischen Tennisverbands Bernard Giudicelli nach Angaben der Nachrichtenagentur AP, dass die anderen Grand-Slam-Organisatoren sowie ATP und WTA informiert, aber nicht vorab an der Entscheidung beteiligt worden seien.

Ein Sandplatz-Major im September/Oktober - Sachen gibt's!

Reaktion des DTB auf die French-Open-Verlegung

"Kurios, aber wohl Realität. Die French Open in Paris werden aufgrund der Corona-Epidemie in den Herbst verschoben. Ein Sandplatz-Major im September/Oktober - Sachen gibt's!", twitterte zum Beispiel der Deutsche Tennis Bund.

Auch von den Profis gab es in den sozialen Netzwerken viel Kritik. "Entschuldigt mich???", schrieb die zweimalige Grand-Slam-Siegerin Naomi Osaka, während Sandplatzspezialist Diego Schwartzman monierte: "Einmal mehr erfahren wir das über Twitter." Vasek Pospisil - immerhin Teil des Spielerrates - befand: "Das ist Wahnsinn."

US-Open-Macher wollen alle Beteiligten einbeziehen

Die Macher der US Open versicherten, sie würden bei ihrer Beschlussfindung die anderen Grand-Slam-Turniere, die WTA und ATP sowie alle anderen Beteiligten auf der Tennistour einbeziehen. Bis dahin werde es keine Änderung am Terminplan geben.

Stand jetzt würden die French Open also sieben Tage nach dem Endspiel der US Open beginnen. Neben einem Flug über den Atlantik müssten die Akteure zwei Wochen Hartplatz-Tennis wegstecken und sich anschließend fast ohne Vorbereitung in das nächste Grand-Slam-Turnier auf Sand stürzen.

Petkovic: "Es gibt wichtigere Sachen als Tennisturniere"

Viele offene (Abstimmungs-)Fragen bleiben also. Wobei Andrea Petkovic gegenüber der dpa betonte: "Klar ist aber auch, dass es momentan wichtigere Sachen gibt als Tennisturniere, und wir müssen alle gemeinsam Lösungen finden, die Krise bestmöglich zu überwinden."

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ski/kon/dpa