Bundesliga

Schalke trennt sich schon wieder von viagogo

Vorwürfe an den Tickethändler

Schalke trennt sich schon wieder von viagogo

Die Schalker Fans hatten von Anfang an eine eindeutige Meinung zu dem Deal mit viagogo.

Die Schalker Fans hatten von Anfang an eine eindeutige Meinung zu dem Deal mit viagogo. picture alliance

"Der Vorstand des FC Schalke 04 hat seinen Vereinsmitgliedern auf der Jahreshauptversammlung sein Wort gegeben, genau zu prüfen, ob die Vertragsinhalte umgesetzt werden. Wir haben unser Wort gehalten", wird Marketingvorstand Alexander Jobst in einer Presseerklärung zitiert. "Jeder der Verstöße ist frühzeitig von Mitarbeitern des Vereins registriert worden. Wir sind bislang nicht in die Öffentlichkeit gegangen, um unsere Rechtsposition zu wahren. Nun ist aber der Zeitpunkt gekommen, unsere Schritte offenzulegen."

Und Schalke reagiert entschlossen mit der Kündigung des eben erst wirksam gewordenen Vertrags. Zu den Hintergründen und den angeführten Verstößen wollte der Verein keine Stellungnahme abgeben. Aufsichtsratschef Clemens Tönnies unterstützt die Entscheidung des Vorstands. "Verträge sind dazu da, um eingehalten zu werden – das gilt immer für beide Vertragspartner. Viagogo hat durch sein Verhalten gezeigt, dass ihnen dazu der Wille fehlt. Ich habe auf der Jahreshauptversammlung gesagt, dass wir mit Argusaugen auf die Einhaltung des vereinbarten Regelwerkes achten. Daraus ziehen wir nun die Konsequenzen und beenden das Vertragsverhältnis."

Schalker Vorstand hält Versprechen

Über den umstrittenen Vertrag mit viagogo waren auf der Mitgliederversammlung Ende Juni hitzige Diskussionen entbrannt, die über zwei Stunden andauerten. "Undemokratisch und mitgliederverachtend" seien Vorstand und Aufsichtsrat vorgegangen, "der Mythos Schalke ist zerstört", die Fans fühlten sich "verraten und verkauft", hieß es da unter "via-no-go"-Rufen.

Die viagogo-Gegner setzten eine Probeabstimmung durch, in der sich die überwältigende Mehrheit für einen Ausstieg aus dem Vertrag aussprach.

Besonders Marketing-Vorstand Jobst wurde der Deal mit viagogo angekreidet. "Wirtschaftlich ist es für uns ein lukrativer Sponsorenvertrag", hatte sich Jobst verteidigt. 3,6 Millionen Euro sollte der Klub in den nächsten drei Jahren dafür kassieren, dass das umstrittene Unternehmen pro Jahr 3000 Karten mit maximal 100-prozentigem Aufschlag weiterverkauft und alle Ticketverkäufe von Fan zu Fan übernimmt. Jobst versprach allerdings bereits, genau zu beobachten, ob "Tausende Karten zur eigenen Bereicherung und Abzocke eingestellt werden".

Dieses Versprechen haben die Schalker nun eingelöst und in der Zusammenarbeit mit viagogo die Reißleine gezogen.