Bundesliga

Schäfer: "Letztes Jahr waren wir nah dran"

Unions Mittelfeldakteur hofft auf ersten Sieg gegen Bayern

Schäfer: "Letztes Jahr waren wir nah dran"

Klassenerhalt im Blick - und dann die EM: Andras Schäfer.

Klassenerhalt im Blick - und dann die EM: Andras Schäfer. IMAGO/Contrast

Andras Schäfer macht keinen Hehl daraus, in welcher Lage sich der 1. FC Union befindet. Nach nur einem Sieg aus den vergangenen sieben Ligapartien (bei zwei Remis und vier Niederlagen) ist der Vorsprung der Mannschaft von Trainer Nenad Bjelica auf den Relegationsrang 16 auf drei Punkte geschmolzen, und so sagt Schäfer am Dienstag im Rahmen einer Medienrunde: "Wir sind in einer schwierigen Situation."

Bundesliga, 29. Spieltag

Dass diese schwierige Situation am Ende nicht in einem Abstieg endet („Es kann ein Alptraum werden"), dafür will Schäfer mit seinen Kollegen alles tun. Alle verstünden, in welcher Lage sich Union befinde, so der Blondschopf, die Stimmung sei zwar "nicht so wie letztes Jahr, als wir um die Champions League gekämpft haben". Aber, ergänzt er, "sie ist nicht schlecht. Sie ist sehr stabil."

Dass sich mancher bei Union angesichts eines vor Wochen noch komfortablen Vorsprungs auf die Abstiegsplätze eventuell zu sicher wähnte, will Schäfer nicht so stehen lassen. "Wir haben einmal gegen Dortmund gespielt, einmal gegen Leverkusen", sagt der 25-Jährige, zudem habe Union auswärts in Stuttgart und in Frankfurt antreten müssen. Auch wenn es aktuell gut laufen würde, so Schäfer weiter, hätte es angesichts dieses Programms keine Garantie gegeben, "dass wir zu 100 Prozent punkten".

Nur Köln schoss weniger Tore als Union

Gleichwohl ist auch dem ungarischen Nationalspieler (24 Einsätze bislang) nicht verborgen geblieben, dass sich Union schon länger speziell in der Offensive schwertut. 25 Treffer weist die Tabelle für Bjelicas Team aus, nur der 1. FC Köln als Tabellen-17. hat weniger Tore auf dem Konto. Zum einen haben die Eisernen in dieser Saison keinen Angreifer wie in den Jahren zuvor Sebastian Andersson (12 Tore), Max Kruse (11), Taiwo Awoniyi (15) oder auch Sheraldo Becker (11), zum anderen "vermissen wir es, dass jemand über sich hinauswächst", sagt Schäfer.

Ausgerechnet jetzt kommt Rekordmeister Bayern München. Doch Schäfer sieht keinen Grund zu übergroßem Pessimismus. Trotz des Umstands, dass Union noch auf den ersten Pflichtspiel-Sieg gegen die Münchner wartet. "Letztes Jahr waren wir nah dran", betont er mit Blick auf das Heimspiel in der Saison 2022/23 (1:1). Natürlich werden Coach Bjelica und sein Team die jüngsten Auftritte der Bayern bei der Spielvorbereitung heranziehen. Und eine Herangehensweise wie die des 1. FC Heidenheim, der das Team von Thomas Tuchel jüngst mit 3:2 düpierte, "könnte ein gutes Beispiel sein", sagt Schäfer.

Schäfer im Sommer gegen Deutschland?

Der Mittelfeldakteur will sein Möglichstes dazu beitragen, dass das gelingt und am Ende der Klassenerhalt steht. Schäfer ist erstmal "happy, gesund zu sein und dass ich viel spiele. Ich denke, dass ich eine gute Rolle im Team habe. Der Trainer zählt auf mich."

Neben dem Klassenerhalt mit Union will Schäfer aber auch dafür sorgen, dass er zum Kader des ungarischen Teams bei der EM im Sommer zählt, das in der Gruppe auch auf Deutschland trifft. Die EM in seiner Wahlheimat werde "eine große Sache für mich", bekennt er. Aber erstmal, sagt Schäfer mit Nachdruck, "habe ich hier noch fünf Finals".

Andreas Hunzinger