2. Bundesliga

Satzungsänderung beschlossen: Ändert Fürth Vereinsnamen?

Präsident Höfler kandidiert nicht erneut

Satzungsänderung beschlossen: Ändert Fürth Vereinsnamen und Logo?

Vereinspräsident Fred Höfler hinterlässt im Herbst einen finanziell gesunden Verein.

Vereinspräsident Fred Höfler hinterlässt im Herbst einen finanziell gesunden Verein. imago images/Zink

Passend zum Gründungsjahr eröffnete Präsident Fred Höfler die Mitgliederversammlung in den Räumen der Haupttribüne des Sportpark Ronhof um 19:03 Uhr. Die Pandemie machte es nötig, die Versammlungen der Jahre 2020 und 2021 erst jetzt nachzuholen. In den beiden von der Coronapandemie geprägten Jahren gelang es dem e.V. sogar, mit einem leichten Plus abzuschließen, wie Vize-Präsident Dirk Weißert nicht ohne Stolz vortrug. So wurden das Präsidium und der Wirtschaftsbeirat ohne Diskussionen einstimmig für beide Jahre entlastet.

Satzungskommission arbeitet Änderungen aus

Der größte und zeitintensivste Tagesordnungspunkt wurde der letztmals 2014 überarbeiteten Vereinssatzung eingeräumt. Eine im letzten Jahr gebildete Kommission, der auch Holger Schwiewagner (Geschäftsführer der ausgegliederten Profiabteilung) und Ehrenpräsident Helmut Hack angehörten, sollte "zeitgemäße Anpassungen" für eine "zukunftsfähige Satzung" ausarbeiten.

Sprengkraft hat in der Kleeblattstadt gewohnt der Name und das Logo des Vereins. So bildete sich aus Fankreisen ein breites Bündnis aus mittlerweile 37 Fanklubs, das mit der Forderung "Zurück zur SpVgg Fürth" nach außen trat. Unter diesem Namen holte der fränkische Traditionsverein drei deutsche Meisterschaften, stellte mit Charly Mai und Herbert Erhardt zwei Weltmeister beim Wunder von Bern 1954, geriet in den 80er und 90er Jahren allerdings in sportliche und schnell auch finanzielle Nöte.

Diese wurden 1996 mit dem Beitritt der ersten Mannschaft des damals ebenfalls drittklassig spielenden TSV Vestenbergsgreuth gelindert. Direkt gelang der Aufstieg in die 2. Liga und seitdem sogar zweimal der Sprung in die Bundesliga. Ohne den Beitritt und das jahrzehntelange Engagement von Helmut Hack wäre die Geschichte des Kleeblatts sicher anders verlaufen. Doch mit dem damals geschaffenen Kunstwort "Greuther" in der Mitte des Vereinsnamens wurden weite Teile der Fürther Anhänger nie warm.

Ein Verein, zwei Logos

Einen Kompromiss gab es bereits vor vielen Jahren beim Logo. Dort war der Verein in der Außendarstellung und auf der Trikotbrust schon zum dreiblättrigen Kleeblatt im Rundlogo zurückgekehrt. Das Logo mit dem rot-schwarzen Holzschuh, den die "Greuther" mit in den Verein gebracht haben, ist dennoch weiterhin das offizielle, was von der Kampagne als nicht einheitliche Außendarstellung angeprangert wird.

Marc Schneider

Das Kleeblatt-Logo auf der Brust: Fürths neuer Cheftrainer Marc Schneider. IMAGO/Zink

Ohne die Vergangenheit vergessen oder undankbar sein zu wollen, gab es immer wieder den Wunsch, zu dem ursprünglichen Namen zurückzukehren. Doch bislang stand die Satzung im Weg. Die unter Paragraph 12, Punkt 5 geforderte Neunzehntelmehrheit der Mitgliederversammlung, um Vereinsname oder Emblem ändern zu können, scheiterte schon allein daran, dass der TSV Vestenbergsgreuth als juristische Person über 20 Prozent der Stimmen verfügte.

Doch sowohl der Verlust des Stimmanteils (nun eine Stimme für jede natürliche und juristische Person) sowie die Abschaffung der geforderten Neunzehntelmehrheit wurden von der Mitgliederversammlung am Montagabend einstimmig beschlossen. Die Mitglieder standen ohne Gegenstimme oder Enthaltung hinter dem Vorschlag des Präsidiums - und beklatschten das Ergebnis lautstark.

Künftig bedarf es für jedwede Satzungsänderung der SpVgg Greuther Fürth eine Dreiviertelmehrheit. Wenn sich bei der für den Herbst angedachten Mitgliederversammlung 2022 mehr als 75 Prozent der stimmberechtigten Mitglieder hinter die Kampagne stellen würden, könnte der Spitzenreiter der ewigen Zweitliga-Tabelle wieder als SpVgg Fürth firmieren.

Höfler verkündet Rückzug - Fanabteilung gegründet

Auf der kommenden Mitgliederversammlung wird Fred Höfler nicht mehr für ein Amt zur Verfügung stehen. Nach dann fünf Jahren als Präsident des e.V. möchte sich der 66-Jährige künftig voll und ganz der Familie widmen und die Spiele seines Kleeblatts nur noch "als Fan auf der Gegengerade" verfolgen.

Um mehr Teilhabe im Verein möglich zu machen, beantragte das Präsidium als letzten Tagesordnungspunkt noch die Gründung einer Fanabteilung. Dadurch sinkt der Jahresbeitrag für passive Mitglieder von 120 Euro auf 80 Euro und es können sogenannte Fördermitgliedschaften (50 Euro, ohne passives und aktives Wahlrecht) abgeschlossen werden. Davon erhofft sich das Präsidium einen Mitgliederzuwachs und ein dynamischeres Vereinsleben. Auch hier stimmten die Mitglieder an diesem harmonischen Abend bei nur ganz wenigen Enthaltungen einstimmig.

Thomas Müller

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