Bundesliga

Sané zerlegt Schalke zum zweiten Mal - und hat Mitleid

Bayerns Neuzugang feiert starken Einstand

Sané zerlegt Schalke zum zweiten Mal - und hat Mitleid

Leroy Sané

Ein Herz für Schalke, aber kein Erbarmen: Leroy Sané bei seinem Pflichtspieldebüt für den FC Bayern. imago images

Selbst die Auswechslung konnte Leroy Sané die gute Laune nicht verderben. Auf der Tribüne verfolgte Bayerns Neuzugang die Schlussphase mit breitem Grinsen, auch beim folgenden ZDF-Interview wirkte er gelöst nach einem Debüt, das besser kaum hätte laufen können. Nur bei der Frage nach dem Gegner, seinem Ex-Verein, verzog sich das Lächeln kurz von seinem Gesicht.

"Ich war eine lange Zeit auf Schalke", gab er zu Protokoll. "So eine Niederlage zum Saisonstart zu bekommen, wenn es schon drunter und drübergeht, ist natürlich schwer. Das tut mir schon ein wenig Leid." Im Alter von neun Jahren war er in die Knappenschmiede gewechselt, verbrachte insgesamt - eine dreijährige Zwischenstation in Leverkusen ausgeklammert - acht Jahre in Königsblau. Am Freitagabend traf er zum dritten Mal auf seinen Jugendklub - und zum dritten Mal erzielte Sané einen Treffer.

Der Ex-Verein als Lieblingsgegner: Sané demütigt Schalke zum zweiten Mal

Aber nicht nur das. Der 24-Jährige war für die beiden höchsten Pflichtspielniederlagen der Knappen in den vergangenen 30 Jahren entscheidend mitverantwortlich. Im März 2019 war Sané beim 7:0 mit Manchester City mit einem Tor und drei Vorlagen der überragende Mann auf dem Platz, eineinhalb Jahre und einen Kreuzbandriss später steuerte er nun wieder drei Torbeteiligungen zur Schalker Deklassierung bei.

Beim 4:0 und beim 5:0 hatte er noch uneigennützig für Serge Gnabry abgelegt, beim 7:0 war dann schließlich kein Mit- und auch Gegenspieler weit und breit mehr da, der dem Nationalspieler seinen Premierentreffer im FCB-Dress noch hätte streitig machen können. Auch abgesehen von den Treffern zeigte sich Sané extrem auffällig, wechselte vor allem im ersten Durchgang mit Gnabry permanent die Seiten und war von seinem Ex-Klub zu keinem Zeitpunkt zu kontrollieren.

Ich bin noch nicht ganz bei 100 Prozent.

Leroy Sané

"Es hat sich sehr gut angefühlt, endlich in der Allianz Arena zu stehen und mit den Jungs zusammen Fußball zu spielen", freute sich Sané am DAZN-Mikrofon. "Für uns war es ein sehr guter Tag, es sind viele Tore gefallen und wir haben nichts anbrennen lassen." Auch Hansi Flick lobte seinen neuen Flügelstürmer. "Er hat gut reingefunden", befand der Bayern-Coach. "Es war schön, dass er direkt da war und integriert war."

Und wie geht es jetzt weiter mit Sané und den Bayern? Der Ausblick der neuen Liga-Attraktion klang nach seinem Traum-Einstand fast schon wie eine Warnung: "Ich will natürlich Vollgas geben, aber ich bin noch nicht ganz bei 100 Prozent."

Lesen Sie hier einen ausführlichen Text zum "neuen" Leroy Sané beim FC Bayern

mib

Bilder zur Partie Bayern München - FC Schalke 04