Bundesliga

SC Freiburg: Wo Streich gegen Gladbach umstellen könnte

Die Optionen des Freiburger Trainers für das Gladbach-Spiel

Sallai, Keitel, Demirovic? Wo Streich umstellen könnte

Von Beginn an oder als Joker? Christian Streich (re.) mit Ermedin Demirovic.

Von Beginn an oder als Joker? Christian Streich (re.) mit Ermedin Demirovic. imago images/Laci Perenyi

Auch in dieser Woche wird im Freiburger Trainerbüro wieder die grundlegende Systemfrage intensiv diskutiert: 4-4-2 oder 3-4-3? Mehrheitlich in dieser Saison setzte der SC hinten auf eine Dreierkette, die Grundformation war also ein wesentlicher Grund für den vereinsinternen Rekordstart von 22 Punkten nach zehn Spielen.

Drei weitere Partien später stehen die Breisgauer immer noch bei 22 Zählern und hatten auch bei den Niederlagen in München (1:2) und gegen Frankfurt (0:2) zu Beginn auf das erprobte 3-4-3 gesetzt. In der zweiten Hälfte gegen die Eintracht brachte die Umstellung auf 4-4-2 schon viel Schwung und einige Torchancen. Das Beibehalten der Viererketten-Systematik in Bochum war folgerichtig, sorgte erneut für spielerische Dominanz und neun gute Torgelegenheiten, am Ende stand allerdings die nächste unglückliche Niederlage (1:2).

Trotz des grundsätzlich ansprechenden Mannschaftsvortrags gab es einige unterdurchschnittliche Einzelleistungen - auch aus anderen Gründen könnte Streich in diesen Bereichen umstellen:

Innenverteidigung: Die Besetzung hängt vor allem von der Systemfrage ab. Grundsätzlich haben Nico Schlotterbeck und Philipp Lienhart die Nase vorn. In der Dreierkette kam bisher immer der clevere Zweikämpfer Manuel Gulde dazu. Alternativ könnte es auch bald zur ersten Startelfchance in der Liga für Keven Schlotterbeck kommen, der dann mutmaßlich als Mittelmann zwischen Lienhart und seinem Bruder postiert werden würde.

Doppelsechs: Seit längerer Zeit unterlief Nicolas Höfler vor dem 1:1 in Bochum mal wieder ein folgenreicher Fehler vor einem Gegentor, dennoch ist der Stratege gesetzt. Sommerzugang Maximilian Eggestein hat sich zwar weitgehend gut integriert, nahm zuletzt gegen Frankfurt und in Bochum aber zu wenig Einfluss auf das Spiel. Als erste Option steht U-21-Nationalspieler Yannik Keitel bereit, der seinen Stammplatz zu Saisonbeginn vor allem auch wegen einer kurzen Verletzungspause an Eggestein verlor.

Offensive: Nach zwei Jokereinsätzen zuletzt dürfte der dynamische Roland Sallai wieder eine vollwertige Startelf-Option sein. Erster Streichkandidat für ihn: Woo-Yeong Jeong, dem in den jüngsten Spielen deutlich Zielstrebigkeit und Effektivität abgingen. Kevin Schade könnte trotz seiner guten Szenen als Startspieler in Bochum dank seines enormen Tempos als Joker noch wirkungsvoller auftreten, wenn gegen Ende der Partie eventuell mehr Räume im Umschaltspiel vorhanden sind.

Sallai könnte im 4-4-2 daher auch auf dem rechten Flügel für Schade beginnen, im Zentrum blieben dann zwei Optionen: Jeong behält doch seinen Platz als hängende Spitze oder Ermedin Demirovic sorgt an der Seite von Lucas Höler für mehr körperliche Präsenz. Besonders erfreulich für Streich wäre es, wenn er nach einer kompletten Trainingswoche auch wieder auf den über mehrere Wochen wegen Knieproblemen schmerzlich vermissten Nils Petersen als Edeljoker setzen könnte.

Carsten Schröter-Lorenz

Haaland toppt alle: Die Jüngsten mit 50 Bundesligatoren