Bundesliga

Sejad Salihovic probiert sich als Trainer aus

Hospitation beim Ex-Kollegen Herdling

Salihovic probiert sich als Trainer aus

Sejad Salihovic

Sejad Salihovic spielte von 2006 bis 2015 bei der TSG Hoffenheim. imago images

In seinen neun Jahren in Hoffenheims 1. Mannschaft hat Sejad Salihovic 227 Spiele absolviert und dabei 62 Tore geschossen. Wie Kai Herdling erlebte er den Durchmarsch der TSG bis in die Bundesliga hautnah mit. Und beendete seine aktive Laufbahn nach den Zwischenstationen in China (Beijing) und der Schweiz (St. Gallen) beim HSV. Die letzten Minuten seiner Karriere spielte er ausgerechnet gegen Hoffenheim, beim 2:0 Auswärtssieg der TSG in Hamburg im April 2018.

Derzeit steht Salihovic wieder täglich in Hoffenheim auf dem Trainingsplatz. Diesmal in neuer Mission. Bei der U 17, die von seinem früheren Mitspieler Herdling trainiert wird, schnuppert der Ex-Profi ins Trainerwesen hinein. "Ich wohne in Frankenthal und fühle mich in der Region wohl. Also habe ich Kai gefragt, ob er sich das vorstellen kann, dass ich bei ihm hospitiere. Toll, dass er so offen war. Ich habe der TSG viel gegeben und die TSG mir. Daher freue ich mich, hier etwas Neues ausprobieren zu können", erklärt der einstige Freistoßspezialist auf der Vereinshomepage.

"Er will einfach ein Gefühl bekommen für das Thema", sagt Herdling, der den 35-Jährigen eng einbindet und ihm etwa die Vermittlung einiger Standardvarianten anvertraut. Salihovics erste Bilanz: "Es macht Spaß, aber ich gebe zu, dass ich es mir anders vorgestellt habe. Der Jugendfußball von heute ist mit dem aus meiner Jugend nicht mehr zu vergleichen. Die Jungs sind so schnell und haben für ihr Alter eine sehr hohe Qualität. Das hat mich wirklich überrascht."

"Mit Rangnick war es nicht einfach"

Ob er in dieser Rolle eine Zukunft hat, "das weiß ich noch nicht. Deshalb mache ich das ja, um zu sehen, ob das etwas für mich wäre", erklärt Salihovic und verrät, welcher Trainer ihn als Spieler am meisten prägte: "Ralf Rangnick. Mit ihm war es nicht einfach, er hat sehr viel gefordert und wir hatten vier Mal die Woche eine Auseinandersetzung. Aber diese Auseinandersetzungen haben mich weitergebracht, und ich bin froh, bei ihm in Hoffenheim geblieben zu sein. Rangnick hat mir den Unterschied zwischen bloßem Talent und professionellem Verhalten gezeigt. Und er war immer ehrlich, das habe ich an ihm geschätzt. Wenn du zu den Spielern ehrlich bist, ziehst du die Mannschaft auf deine Seite, und das ist das A und O für jeden Trainer." Worauf es ankommt, weiß er also schon mal.

MP

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