3. Liga

Saibene über seine FCK-Profis: "Ich habe selten eine so ruhige Truppe gesehen"

Kaiserslauterns Trainer sieht sich "in einem Prozess"

Saibene über seine FCK-Profis: "Ich habe selten eine so ruhige Truppe gesehen"

Fordert mehr Kommunikation von seinen Spielern ein: Kaiserslauterns Coach Jeff Saibene.

Fordert mehr Kommunikation von seinen Spielern ein: Kaiserslauterns Coach Jeff Saibene. imago images

Das jüngste 2:3 beim SV Meppen war für den 1. FC Kaiserslautern ein schmerzhafter Rückschritt. FCK-Trainer Jeff Saibene sah sich mit seinem Team auf der richtigen Spur, doch die Niederlage war selbst für den erfahrenen Coach ein Schlag in die Magengrube. "So ein Spiel, wo es an Allem gefehlt hat, darf dann aber nicht passieren", sagt der 52-jährige im kicker-Interview (Donnerstagausgabe).

Fehlende Leidenschaft bei einem Team, dass nach sieben Spielen noch keinen Sieg eingefahren hat und verdient im Keller des Tabelle zu finden ist, dürfte für den Trainer ein Alarmsignal sein. Doch Saibene nennt nicht den mangelnden Einsatz als Hauptproblem, sondern etwas anders: "Uns fehlen derzeit die Leadertypen auf dem Platz, die dirigieren, die reden", stellt Saibene fest und wundert sich: "Ich habe selten eine Truppe erlebt, die so ruhig auf dem Platz ist. Wir müssen mehr Leben in die Mannschaft bekommen."

Uns fehlen derzeit die Leadertypen auf dem Platz, die dirigieren, die reden.

Jeff Saibene

Fehlende Kommunikation, kaum Leader, kein Behauptungswillen - mit dieser Situationsanalyse scheint die Saisonvorgabe Aufstieg zusätzlichen Druck auszuüben. Aus Saibenes Sicht hat der FCK "gute und talentierte Fußballer, aber das alleine bringt noch keinen Erfolg". Für den Coach kann sich dieser erst einstellen, wenn sich zur "Qualität der Spieler" auch noch "die Führungsstärke Einzelner" hinzugesellt. Saibene beschreibt dies als einen "Prozess, an dem wir arbeiten". Und wie sieht er nun das Thema Aufstieg? "Die Situation lügt nicht, der muss man realistisch entgegenschauen. Jetzt darüber zu sprechen, das wäre fehl am Platz."

Einfaches spielen? Saibene will "einiges verlangen"

In der Vergangenheit, vor Saibenes Einstieg am Betzenberg, schien die Mannschaft oft taktisch überfordert. Einfacheres spielen schien vonnöten, doch Saibene will die Ansprüche an seine Spieler gar nicht herunterschrauben, denn "ich weiß nicht, ob sich die Jungs nicht manchmal zu wenig mit der Taktik und dem Spiel befassen und den Fragen, wie man der Mannschaft in jedem Moment am besten helfen kann. Es wäre mir zu einfach zu sagen, die Mannschaft fühle sich überfordert. Ich denke schon, dass man einiges von den Spielern verlangen kann".

Klare Kante will er auch bei der Beurteilung seiner Spieler zeigen. "Es geht aber darum, dass man den Zuschauer nicht blenden kann, indem man alles schönredet. Wir müssen der Wahrheit in die Augen schauen, realistisch und ehrlich zu uns selbst sein. Das ist der erste Schritt zur Weiterentwicklung."

Ob dieses "Sich-den-Spiegel-vorhalten" funktioniert, können die Roten Teufel am Montag zeigen, wenn sie als aktueller Tabellen-18. den derzeitigen Tabellenzweiten aus Rostock empfangen.

Moritz Kreilinger/bst

Wie Jeff Saibene mit der Last der Geschichte und dem Erfolgsdruck rund um den FCK und seine jüngsten Gefühlsausbrüche umgeht, lesen Sie in der aktuellen Ausgabe des kicker (ab Mittwochabend auch als eMagazin).