3. Liga

Kommentar: Kaiserslautern taumelt planlos dem Abgrund entgegen

Kommentierende Analyse zur Situation in Kaiserslautern

Saibene-Entlassung: Der FCK taumelt planlos dem Abgrund entgegen

Nicht mehr Trainer in Kaiserslautern: Jeff Saibene.

Nicht mehr Trainer in Kaiserslautern: Jeff Saibene. imago images

Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache. Mit nur drei Siegen aus 20 Spielen hatte Jeff Saibene sportlich nahezu keine Argumente für eine Weiterbeschäftigung auf seiner Seite. Es ist ihm nicht gelungen, die Mannschaft zu entwickeln, geschweige denn auf ein konstant höheres Niveau zu hieven. Trat der 52-Jährige zu Beginn seiner Amtszeit noch laut- und meinungsstark auf, wirkte er seit Wochen resigniert und ratlos. Seiner Körpersprache nach schien er an der Situation zu verzweifeln.

Doch der Luxemburger ist auch ein Opfer der fatalen Personalpolitik auf dem Betzenberg. Der 52-Jährige übernahm nach dem zweiten Spieltag, als die Verantwortlichen zur absoluten Unzeit Boris Schommers entließen, und musste einen auch nach den Wünschen seines Vorgängers zusammengestellten Kader übernehmen, dem es an allen Ecken und Enden fehlt. Eine fatale Abschlussschwäche gepaart mit gravierenden individuellen Fehlern und Abstimmungsproblemen im wackeligen Defensivverbund waren die einzigen Konstanten beim abstiegsbedrohten Klub.

Der erneute Trainerwechsel hat etwas von Aktionismus

Dass die Verantwortlichen dem vergleichsweise teuren Kader vor Saisonbeginn die nötige Qualität bescheinigten, die auf Sicht zwingende Rückkehr in die 2.Liga zu erreichen, zeugt nicht von einem realistischen Einschätzungsvermögen in der Führungsebene. Der erneute Trainerwechsel hat auch etwas von Aktionismus. Denn die Vakanz eines strukturierten und funktionierenden Plans, was die Zusammenstellung der Mannschaft und die Besetzung des Trainerpostens angeht, gehört in der Pfalz seit Jahren schon beinahe zur Tradition.

Genauso wichtig wie die Frage, welcher Coach das Lauterer Himmelfahrtkommando übernimmt, ist, wer diesen Trainer gemeinsam mit Geschäftsführer Soeren Oliver Voigt überhaupt sucht. Etwa Sportdirektor Boris Notzon? Der 41-Jährige, der nicht nur wegen der Kaderplanung des aktuellen Jahres immer größerer Kritik ausgesetzt ist, sondern auch den Absturz der vergangenen Jahre gemeinsam mit diversen Geschäftsführern und Vorständen begleitet hat und dessen Vertrag im Sommer zudem ausläuft - Zukunft offen. Oder sondiert der Beirat um Markus Merk den Trainermarkt? Jener Beirat, der in wenigen Wochen neu gewählt wird und derzeit noch völlig offen ist, wer sich überhaupt zur Wiederwahl stellt. Zumal im Hintergrund der allgegenwärtige Machtkampf rund um Sponsoren und Geldgeber mit Blick auf die anstehende Mitgliederversammlung aufs Neue zu entfachen droht.

In der Regionalliga braucht der FCK ohnehin nicht zwei Geschäftsführer

Noch komplizierter wird die Lage, da der Traditionsverein zeitnah einen zusätzlichen Entscheidungsträger für die operative Führung im sportlichen Bereich präsentieren will. Doch geht die Talfahrt so weiter, kann sich der FCK diesen Schritt auch getrost schenken. In der Regionalliga wird man sich eine doppelt besetzte Geschäftsführung nämlich nicht leisten können.

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