Bundesliga

Rummenigges Verdacht nach Chaos-Abflug des FC Bayern nach Doha

Bayern nach Flug-Chaos in Doha gelandet

Rummenigges Verdacht: "Das hat sich schon angedeutet"

Die Bayern waren am Freitagabend rechtzeitig am Flughafen BER - dann begann das Durcheinander.

Die Bayern waren am Freitagabend rechtzeitig am Flughafen BER - dann begann das Durcheinander. imago images

Als der Tross des FC Bayern am Samstagnachmittag schließlich gerädert in Doha ankam, wartete gleich die nächste Unannehmlichkeit: Bevor die Mannschaft im Hotel einchecken durften, mussten sich erst einmal alle auf Corona testen lassen.

Ob es jetzt wirklich ein "Skandal ohne Ende" (Uli Hoeneß) war und der Rekordmeister "total verarscht" (Karl-Heinz Rummenigge) wurde - Fakt ist: Die Klub-WM hat für den FC Bayern denkbar chaotisch begonnen. Und der Klubboss hat einen Verdacht, wer dafür verantwortlich ist.

"In Brandenburg ist irgendeiner, der den FC Bayern nicht mag"

"Es hat sich schon in den Tagen vor gestern angedeutet, dass das stressvoll werden wird", sagte Rummenigge nach der Ankunft in Katar bei "Bild". "Aus Berlin hatten wir immer überall Hilfe und Unterstützung", aber "man hatte immer den Eindruck, in Brandenburg ist irgendeiner, der den FC Bayern nicht mag oder irgendein Problem mit dem FC Bayern hat und uns dementsprechend Hürden in den Weg gestellt hat. Und gestern kam die größte Hürde rein, indem man uns nicht hat starten lassen."

Am Ende hatte das Ministerium für Infrastruktur und Landesplanung keine Ausnahmegenehmigung für das von 0 Uhr bis 5 Uhr geltende Nachtflugverbot erteilt. Für Rummenigge ist das "einfach ein Slapstick, eine lächerliche Nummer, an der sich irgendeiner abgearbeitet hat, der hoffentlich zuhause sitzt und mal darüber nachdenken sollte".

Das Ministerium hatte dagegen mitgeteilt, dass die Bitte um Startfreigabe für den Flug "nach Mitternacht, um 0.03 Uhr, an den Tower der zuständigen Deutschen Flugsicherung" gegangen sei, die deshalb "mit dem Blick auf die Nachtflugbeschränkungen am BER die Startfreigabe nicht erteilt" habe.

Nachdem der FC Bayern in Gesprächen mit der DFL, Hertha und dem übertragenden Sender DAZN eine Vorverlegung des Bundesliga-Spiels in Berlin (1:0) von 20.30 Uhr auf 20 Uhr erwirkt hatte, hätten um 23.05 Uhr alle Spieler im Flugzeug gesessen, rekapitulierte Rummenigge die Ereignisse. "Dann musste das Flugzeug noch enteist und andere technische Dinge gemacht werden. Auf einmal war klar: Das wird jetzt eng."

Rummenigge sorgt sich: In Doha entfällt das erste Training

Sekunden vor Mitternacht habe der Pilot schließlich erklärt, "dass ihm der Tower mitgeteilt habe, wegen 30 Sekunden Verspätung sei jetzt die Starterlaubnis zurückgezogen worden - mit dem Endergebnis, dass wir heute Morgen bis um 6.40 Uhr am Finger verbleiben und die ganze Nacht im Flugzeug verbringen mussten." Nach einer Zwischenlandung in München samt Austausch der Crew hoben die Bayern schließlich um 9.15 Uhr gen Katar ab.

Zwar habe die Mannschaft das "ganz gut weggesteckt" und "überhaupt keinen Zirkus gemacht", weil die Stimmung nach dem 1:0-Sieg "glücklicherweise relativ gut" gewesen sei. Doch Rummenigge sorgt sich um die physischen Folgen. "Das Spiel hat Kraft gekostet, dazu kamen schlechte Wetterverhältnisse", aber die nötige regenerative Einheit in Doha musste entfallen. Der Grund: Dafür hätten erst die negativen Testergebnisse vorliegen müssen. "Das war natürlich nicht mehr möglich. Die Mannschaft hat diesen Tag völlig verpasst, das ist sehr bedauerlich." Am Montag (19 Uhr, LIVE! bei kicker) wartet das Klub-WM-Halbfinale gegen Al Ahly.

Der FC Bayern fühlt sich schlecht behandelt, das machte Rummenigge deutlich. "Man hätte vielleicht schon berücksichtigen sollen, dass Bayern München als deutscher Verein für unser Land in diesem Turnier in Doha antritt. Unser Ziel ist es ja, diese Klub-Weltmeisterschaft zu gewinnen. Ich glaube, das würde der Bundesliga und auch unserem Land nicht schlecht zu Gesicht stehen."

jpe