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Rüdiger "ist kein Serie-A-Verteidiger"

Roma verliert Anschluss und hat das erste Finale vor der Brust

Rüdiger "ist kein Serie-A-Verteidiger"

Antonio Rüdiger

Steht heftig in der öffentlichen Kritik: Innenverteidiger Antonio Rüdiger. Getty Images

Den vierten Tabellenplatz haben die Römer mit 28 Punkten noch in der Hand. Doch wie lange noch? Der Trend zeigt klar nach unten und Verfolger Juventus Turin hat nur noch einen mickrigen Punkt Rückstand. Durch das 1:1 bei Torino verloren die Giallorossi zudem den direkten Kontakt zur Tabellenspitze: Spitzenreiter Inter Mailand hat plötzlich wieder fünf Zähler Vorsprung.

Ins Kreuzfeuer der Kritik gerät aktuell allen voran Innenverteidiger Rüdiger, der vor der Saison vom VfB Stuttgart geholt worden war. Nach Knieproblemen und anfänglich guten Leistungen erspielte sich der 22-Jährige schnell einen Stammplatz neben Kostas Manolas, doch seine Stellung gerät offenbar ins Wanken - und Leandro Castan dürfte seine Chance wittern.

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"Verheerend" und "Probleme immer und überall"

Rüdiger spielte zwar über die vollen 90 Minuten durch, machte dabei aber nicht immer einen gefestigten Eindruck. Als "verheerend" prangerte die Gazzetta dello Sport die Leistung des Ex-Stuttgarters an, der mit der schlechtesten Bewertung aller Roma-Akteure leben musste. "Probleme immer und überall: Rüdiger begeht eine lange Serie von Fehlern", urteilte das Blatt in unmissverständlicher Sprache.

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Die Gazzetta kritisierte auch Roms Trainer Rudi Garcia, Rüdiger zu viel Vertrauen zu schenken. Der deutsche Nationalspieler wird für schwere Mängel in der Abwehr verantwortlich gemacht. "Rüdiger ist noch kein Serie-A-Verteidiger. Vielleicht wird er es noch, in der Zwischenzeit verliert der Klub aber Punkte aufgrund seiner Fehler", kommentierte die Tageszeitung Corriere della Sera. "Rüdiger, was für Fehler!", schrieb Tuttosport. Der Deutsche spiele unter den Erwartungen des Klubs.

Auch der Ex-Wolfsburger Edin Dzeko bekam sein Fett weg, da er einmal mehr einige Torgelegenheiten ausgelassen hatte. "Der verpasste Sieg der Römer ist auch Dzekos Schuld", analysierte die Gazzetta knallhart.

Nainggolan: "Über Nacht ist nicht plötzlich alles schlecht"

Genau jetzt steht für die kriselnde Roma das bis dato wichtigste Saisonspiel an: Am Mittwoch (20.45 Uhr, LIVE! bei kicker.de) erwartet die Garcia-Truppe in der Champions League im heimischen Stadio Olimpico BATE Baryssau. Mit einem Sieg im letzten Spiel der Gruppenphase wäre das einkalkulierte Erreichen des Achtelfinals gesichert. Verfolger Leverkusen (zu Hause gegen Barcelona) lauert dagegen auf einen Ausrutscher der Hauptstädter, wenngleich selbst mindestens ein Punkt erzielt werden muss.

Radja Nainggolan

Geht mit der aktuellen Schieflage offensiv um: Abräumer Radja Nainggolan. picture alliance

"Ein Team wie wir es sind, wird immer kritisiert, wenn es nicht gewinnt", geht Mittelfeldabräumer Radja Nainggolan auf der Vereinswebsite offensiv mit den jüngsten Schelten und Negativerlebnissen um. "Wir straucheln gerade etwas, vor allem beim Toreschießen, das stimmt. Aber wir arbeiten alle hart daran, um wieder in die Spur zu kommen." Eines stellte der Belgier noch klar: "Über Nacht ist nicht plötzlich alles schlecht."

Rudi Garcia meldete sich nach dem 1:1 beim FC Turin ebenfalls zu Wort: "Es ist unsere eigene Schuld, wenn wir hier nur Unentschieden spielen. Wir hätten den Ball besser kontrollieren und nach der Führung eher aufs 2:0 gehen müssen. Doch das ist jetzt schon wieder abgehakt." Schnell richtete der 51-Jährige, der selbst nach den Negativerlebnissen wieder mehr in der Kritik steht, den Blick voraus: "Unser Ziel ist es, uns mit den Besten zu der Liga messen und um die Spitze zu kämpfen. Jetzt gilt es aber zunächst, auf die Champions League zu blicken. Dort müssen wir Mittel und Wege finden, um wieder einen Sieg einfahren zu können." Die Frage, die sich stellt: Vertraut Garcia dabei wieder Rüdiger, oder wird dem erfahreneren Leandro Castan (29) eine Chance eingeräumt?

mag