Bundesliga

Routinier Losilla in einer Reihe mit zwei Weltmeistern

Das Besondere am Tor des Bochumer Kapitäns

Routinier Losilla in einer Reihe mit zwei Weltmeistern

Musste lange auf sein erstes Bundesliga-Tor warten: Bochums Kapitän Anthony Losilla (re.).

Musste lange auf sein erstes Bundesliga-Tor warten: Bochums Kapitän Anthony Losilla (re.). imago images/Sven Simon

Es bestand die Gefahr, auf Tabellenplatz 18 abzustürzen. Mit seinem Kopfballtreffer knipste aber Bochums Kapitän für den Aufsteiger das Licht im Tabellenkeller an. Der erste Auswärtssieg bringt Bochum nach dem achten Spieltag Platz 15, und eine solche Platzierung in der Abschluss-Tabelle wäre natürlich hoch willkommen.

Mit dem 1:0 beim Mit-Aufsteiger in Fürth holte der VfL den ersten Dreier in der Bundesliga seit dem 16. Januar 2010, als es ein 2:1 in Mönchengladbach gegeben hatte.

Und auch noch aus einem anderen Grund war dieser Treffer ein ganz besonderer. Capitano Losilla, zuvor bei Dynamo Dresden und eben beim VfL sieben Jahre lang in der 2. Liga unterwegs, traf bei seinem achten Einsatz erstmals in der Bundesliga. Und das im zarten Alter von 35 Jahren und 220 Tagen. Älter waren in der langen Bundesligahistorie tatsächlich nur acht andere Spieler.

Schäfer und Morlock vor Losilla

Knapp älter als Losilla war zum Beispiel FC-Legende Hans Schäfer, der 35 Jahre und 323 Tage alt war, als er für den 1. FC Köln sein erstes Tor in der Bundesliga erzielte. Der Senior unter den späten Torschützen ist übrigens Richard Kreß, der 38 Jahre und 248 Tage alt war, als er für Eintracht Frankfurt einnetzte.

Auf Rang zwei folgt Max Morlock vom 1. FC Nürnberg, bei seinem ersten Bundesligator 38 Jahre und 105 Tage alt. Zwei Weltmeister von 1954 also, Morlock und Schäfer, stehen in der Rangliste also noch knapp vor dem aktuellen Kapitän des VfL Bochum.

Ich kann mich kaum an eine Trainingseinheit erinnern, in der Toto nicht ans Limit geht.

Trainer Thomas Reis

Für die späte Blüte seines Anführers, der in Bochum seit Jahren auf dem Platz vorangeht, hat Trainer Thomas Reis auch eine nachvollziehbare Erklärung. "Ich kann mich kaum an eine Trainingseinheit erinnern", so Reis, "in der Toto nicht ans Limit geht. Das macht sich natürlich bezahlt."

Mit seiner Laufstärke ragt der Mittelfeldmann stets heraus, liefert regelmäßig die besten Laufwerte und war in der vorigen Saison der laufstärkste Spieler der 2. Liga. Nicht nur einer der Ältesten also - sondern auch ständig unterwegs, zum Wohle seiner Mannschaft.

Oliver Bitter

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