2. Bundesliga

Routinier Kempe richtet den Blick auf das Positive

Zwei Spiele ohne Sieg für Darmstadt zum Saisonauftakt

Routinier Kempe richtet den Blick auf das Positive

Tobias Kempe

Er will den Kopf oben behalten: Darmstadts Routinier Tobias Kempe (#11). imago images

"Es ist fast unmöglich, so ein Spiel nicht zu gewinnen", hatte Trainer Markus Anfang schon kurz nach der Partie konstatiert. Und auch am Tag danach war man bei den Lilien noch angefressen. "Wir haben uns die Szenen eben noch mal angesehen. Das tut schon weh, dass wir das Spiel nicht gewonnen haben", befand Tobias Kempe angesichts der zahlreichen hochkarätigen Chancen am Sonntagvormittag.

Trotzdem sah der 31-Jährige auch das Positive. So habe die Mannschaft gerade eine Chance des Gegners zugelassen und auch sonst in der Defensive sicher gestanden. Und im Spiel nach vorne habe man zahlreiche Chancen kreiert. "Das ist extrem gut gewesen." Arbeiten müsse man daran, dass man in der letzten Aktion vor dem Tor noch effizienter und konsequenter werde. "Aber wir haben noch genug Zeit, das umzusetzen."

Kempe selbst genießt die Wertschätzung des neuen Trainers. Während der Standardexperte im Herbst vor einem Jahr unter dessen Vorgänger Dimitrios Grammozis zeitweise nicht einmal zum Kader gehörte, ist er bei Anfang gesetzt. "Der Trainer baut jetzt von Beginn an auf mich, gibt mir auch immer wieder Sachen mit, wie ich mich verbessern kann. Da bin ich auch sehr gewillt, das Vertrauen zurückzuzahlen."

So habe ich jetzt meine Position, die ich auch dauerhaft besetzen werde.

Tobias Kempe

Zudem profitiere Kempe davon, dass Anfang - anders als die Lilien-Trainer der vergangenen Jahre - offensiver spielen lässt und ihn im Zentrum aufstellt. "Das habe ich die letzten Jahre weniger gemacht. Da bin ich immer ein bisschen gependelt zwischen außen und innen. So habe ich jetzt meine Position, die ich auch dauerhaft besetzen werde."

Gut eine Woche Zeit haben die Lilien nun, um sich auf das Montagabendspiel beim 1. FC Nürnberg vorzubereiten. Kempe selbst war in der Saison 2016/17 für den Club am Ball. "Das war okay", sagt er rückblickend. "Aber es war nicht das, was ich wollte. Ich wollte unbedingt hierher zurück."

Zu Christian Mathenia und Hanno Behrens, mit denen Kempe 2015 in die Bundesliga aufgestiegen ist und die heute bei Nürnberg unter Vertrag stehen, hat er nur noch sporadisch Kontakt - und schon gar nicht vor der Partie. "Das ist für mich schon ein besonderes Spiel. Ich will da unbedingt gewinnen", sagt Kempe und fügt an: "Aber die Mannschaft natürlich auch."

Stephan Köhnlein