Bundesliga

Sonderlob von Marco Rose für Guerreiro: "Hut ab vor Rapha"

BVB-Rückkehrer machen "ersten Schritt in die richtige Richtung"

Roses Sonderlob für Guerreiro: "Hut ab vor Rapha"

Seine Rückkehr erfreute Marco Rose: BVB-Linksfuß Raphael Guerreiro.

Seine Rückkehr erfreute Marco Rose: BVB-Linksfuß Raphael Guerreiro. imago images

Müde und gefrustet kehrten die Spieler und Verantwortlichen von Borussia Dortmund am Samstagabend aus dem Breisgau zurück ins Ruhrgebiet. Die keinesfalls unverdiente 1:2-Niederlage beim Sport-Club drückte aufs Gemüt, hatte man die Punkte doch eigentlich fest eingeplant. "Natürlich waren wir enttäuscht und auch sauer über die Niederlage. Es war unser Plan, in Freiburg etwas mitzunehmen", sagte am Tag danach Lizenzspielerleiter Sebastian Kehl zum kicker, "aber es gab Gründe, warum das nicht geklappt hat."

Allen voran natürlich die individuellen Fehler, die vor den Gegentreffern die Freiburger geradezu dazu einluden, sich den Jubel der ins Stadion zurückgekehrten Fans zu erspielen. Aber auch das mangelnde Tempo im Passspiel, zu lange Kontaktzeiten, zu wenig Bewegung auf dem Flügel, zu schlampige oder überhastete Abschlüsse - es war eine durchaus beachtliche Liste an Mängeln, die man nach dem Dortmunder Auftritt in Freiburg erstellen konnte. Und das, obwohl der BVB in vielen Statistiken teils deutlich die Nase vorne hatte.

Hoffnung bei ausgewechseltem Schulz

Doch es gab durchaus auch Positives zu vermelden: So hielt Raphael Guerreiro fast eine Stunde lang durch, obwohl er am Freitag zum ersten Mal überhaupt nach seinem EM-Urlaub mit der Mannschaft trainiert hatte. "Hut ab vor Rapha", sagte Trainer Marco Rose an die Adresse des Linksverteidigers, der Ende der ersten Hälfte einspringen musste für Nico Schulz, der sich mit muskulären Problemen herumplagte und bedröppelt vom Feld schlich. Eine finale Diagnose liegt aktuell noch nicht vor, die Hoffnung bei der Borussia allerdings ist, dass es den 28-Jährigen nicht so schlimm erwischt hat.

Schließlich steht bereits am Freitag (20.30 Uhr, LIVE! bei kicker) das nächste Bundesliga-Heimspiel gegen 1899 Hoffenheim an. Mit dabei sein soll dann auch wieder Giovanni Reyna, der sich in Freiburg vor seiner Auswechslung an den rechten Oberschenkel gefasst hatte. Eine gravierende Verletzung liegt allerdings beim US-Amerikaner nicht vor, bei den Beschwerden handelte es sich eher um eine Folge der intensiven Belastung.

Hummels & Co. winkt deutlich mehr Spielzeit

Begrüßenswert waren aus Dortmunder Sicht auch die Comebacks von Mats Hummels, Emre Can und Julian Brandt, die allesamt in der zweiten Hälfte eingewechselt wurden. "Wir freuen uns über jeden, der zurückkommt", sagte Rose nach dem Spiel in Freiburg, "das war heute der erste Schritt in die richtige Richtung." Bis Freitag sollen die Rückkehrer weiter herangeführt werden. Möglich, dass sie dann bereits deutlich mehr Spielzeit bekommen als diesmal.

Nicht so positiv dagegen fällt die Prognose bei den Belgiern Thomas Meunier und Thorgan Hazard aus. Während Meunier nach seiner leichten Covid-19-Erkrankung samt 14-tägiger Isolation behutsam herangeführt werden muss, laboriert Hazard noch an den Folgen einer Knöchelverletzung. Auch gegen Hoffenheim also wird Rose in seinen Handlungsmöglichkeiten noch beschränkt sein.

Länderspiele helfen Rose nicht

Dass anschließend bereits die nächste Länderspiel-Periode auf dem Programm steht, ist angesichts dessen kein Trost - im Gegenteil. Viele Spieler, die gerade erst wieder herangeführt werden, dürften dann wieder mit ihren Nationalteams unterwegs und teils dreimal gefordert sein. Eine Handhabe dagegen gibt es für den BVB nicht, in Dortmund aber hofft man darauf, dass der eine oder andere Verband Rücksicht walten lässt. Gerade bei Meunier und Hazard wäre die wohl auch angebracht.

Matthias Dersch