Bundesliga

Rose vor dem Klassiker: "Wir wollen ihnen wehtun"

BVB wohl mit Bellingham, Akanji fraglich - "Vorsichtig" bei Haaland

Rose vor dem Klassiker: "Wir wollen ihnen wehtun"

Eine Option, aber wohl nicht für 90 Minuten: Dortmunds Trainer Marco Rose und Erling Haaland.

Eine Option, aber wohl nicht für 90 Minuten: Dortmunds Trainer Marco Rose und Erling Haaland. imago images/Christian Schroedter

Denn nach vielen Wochen und Monaten mit immer neuen Verletzungssorgen kann der Coach vor dem deutschen Klassiker am Samstag (18.30 Uhr, LIVE! bei kicker) wohl auf fast seinen kompletten Kader zurückgreifen. Auch der angeschlagene Jude Bellingham trainierte am Donnerstag erstmals wieder, dafür ist Innenverteidiger Manuel Akanji vor dem Abschlusstraining noch fraglich: "Unter Umständen wird es bei ihm eine Punktlandung."

Haaland und die gute Trainingswoche - Rückkehr in Startelf deutet sich an

Stürmerstar Erling Haaland hat nach seiner langwierigen Muskelverletzung dagegen eine "gute Trainingswoche hinter sich", berichtete Rose. Nach dem 19-Minuten-Comeback des Norwegers inklusive Tor beim VfL Wolfsburg dürfte er gegen die Bayern wohl deutlich länger auf dem Platz stehen, vermutlich sogar von Anfang an. "Wir müssen ein Stück weit vorsichtig sein, höchstwahrscheinlich reicht es nicht für 90 Minuten", verriet der Coach, eine Absprache gebe und brauche es aber nicht: "Wir müssen sehen, wie lange es geht."

Wir müssen ein Stück weit vorsichtig sein, höchstwahrscheinlich reicht es nicht für 90 Minuten.

Marco Rose

Die ungewohnten Optionen erfreuen den Coach natürlich. "Es ist immer gut, mehr Spieler im Kader zu habe und mehr Konkurrenzkampf. Am Samstagmorgen werden wir mal die Möglichkeit haben, fast aus dem Vollen zu schöpfen", sagt Rose. Das bedeute, "Spieler enttäuschen zu müssen", aber auch, dass er während des Spiels "noch Qualität nachschießen" könne.

"Mit einer absoluten Topleistung" zur Tabellenführung

Gegen die Bayern, derzeit einen Punkt vor dem BVB, wird das verbunden mit einer hohen taktischen Flexibilität kein Nachteil sein. "Immer spannend" sei das Duell mit dem Rekordmeister, sagt Rose und gibt die Richtung vor: "Wir haben es geschafft, den Abstand gering zu halten. Jetzt, im eigenen Stadion und im direkten Duell, wollen wir ihnen wehtun." Dafür brauche sein Team "eine absolute Topleistung in allen Bereichen", heißt: "Wir müssen gut gegen den Ball arbeiten, ihre offensive Power verteidigen und Lösungen mit dem Ball finden. Denn wir wollen Tore schießen."

Nur Umschalten reicht dann auch nicht.

Marco Rose

Überhaupt verteilt der BVB-Coach dem Branchenprimus viel Lob. "Sie haben eine klare Struktur mit Ball und entwickeln aus dem Abläufen mit viel Wucht Torgefahr. Sie sind schwierig zu greifen", sagt Rose und fordert: "Es ist wichtig, sie unter Druck zu setzen, auch wenn uns das nicht immer gelingen wird. Wir müssen den Strafraum verteidigen, denn sie können über Halbfeldflanken, über Durchbrüche, im Eins-gegen-eins über rechts, oder über links mit Davies in der letzten Linie kommen." Deswegen soll sein Team den Gegner "mit Ball beschäftigen, nur Umschalten reicht dann auch nicht". Und diese Ballbesitzphasen müssen konsequent zu Ende gespielt werden, "denn wenn die Bayern umschalten, sind sie auch wuchtig".

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Das direkte Duell in der Hinrunde sei zwar nicht das Spiel, das "zwingend die deutsche Meisterschaft entscheidet", aber eben doch "ein Spiel mit Signalwirkung, ein Prestigeduell", sagt Rose: "Das fühlt sich unter der Woche schon so an, morgen wird die Anspannung Richtung Spiel nochmal steigen." Dass nur 15.000 Zuschauer die Partie im Stadion erleben dürfen, sei "bitter für uns", findet Rose: "Wir haben uns alle gefreut, dass es peu à peu mehr geworden ist, das hat uns gutgetan." Inzwischen sind es sieben Heimspiele in Folge, die der BVB gewann, für das achte, so der Coach, wäre ein volles Stadion wichtig gewesen: "Jetzt ist es nicht so. Wir müssen die Situation so annehmen wie sie ist."

Impfaktion des BVB unter der Westtribüne

Und der BVB tut alles dafür, dass die Gesamtlage bald wieder besser ist: Zum Neustart der Vereins-Impfkampagne am Donnerstag wurden 1053 Personen unter der Westtribüne geimpft, 70 von ihnen zum ersten Mal. Am Spieltag pausiert die gemeinsame Aktion mit der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL), ab Sonntag ist das Zentrum wieder von 8 bis 20 Uhr geöffnet.

Patrick Kleinmann

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