Bundesliga

Rose über Nagelsmann-Idee: "Ich halte wenig davon, aus den Spielern Roboter zu machen"

Mit Kopfhörer und Mikrofon auf dem Fußballplatz?

Rose über Nagelsmann-Idee: "Ich halte wenig davon, aus den Spielern Roboter zu machen"

Begegneten sich zuletzt im Supercup: Marco Rose und Julian Nagelsmann.

Begegneten sich zuletzt im Supercup: Marco Rose und Julian Nagelsmann. imago images/Ulrich Hufnagel

Im American Football ist es schon lange üblich, FC-Bayern-Trainer Julian Nagelsmann könnte es sich auch im Fußball vorstellen: Eine Audio-Verbindung zwischen dem Trainer und den Spielern während der Partien. Marco Rose dagegen ist skeptisch. Ihn hätte das als Spieler "kirre" gemacht, sagt der Coach des BVB.

Als technikaffinen Menschen würde sich Rose nicht bezeichnen. Eher das genaue Gegenteil davon. Was den BVB-Trainer allerdings nicht grundsätzlich davon abhält, Innovationen genauer unter die Lupe zu nehmen, die seine Trainerarbeit unterstützen könnten.

Die Idee von Julian Nagelsmann, wie im American Football die Spieler mit einer Audio-Verbindung zum Trainer auszustatten, dank der während der Partie in beide Richtungen kommuniziert werden kann, würde er sich daher durchaus anschauen. "Aber ich habe für mich den Eindruck, dass es nicht auch noch meine Stimme am Trikot des Spielers braucht", sagte der 45-Jährige am Donnerstag auf WDR-Nachfrage.

Ich würde ihm heute vermutlich sagen, er solle doch mal die Klappe halten.

Rose

Rose begründete seine Haltung damit, dass "die Jungs ihre eigenen Entscheidungen treffen müssen" und man ihnen als Trainer auf dem Rasen eine gewisse Freiheit lassen müsse. "Ich halte wenig davon, Roboter aus den Spielern zu machen, die wie auf Knopfdruck reagieren", sagte der BVB-Coach. Als Spieler hätte es ihn "kirre" gemacht, wenn er den Trainer permanent im Ohr gehabt hätte. "Ich würde ihm heute vermutlich sagen, er solle doch mal die Klappe halten."

Er wisse auch nicht, ob es "der Produktivität der Spieler zugutekommen würde", wenn sie alles mitbekämen, was ein Trainer während einer Partie so von sich gibt. "Manches", sagte er, "dient auch einfach nur dem Stressabbau."

Matthias Dersch

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