Bundesliga

Rose: "Ich wünsche Herrn Zwayer eine gute und ruhige Zeit"

BVB-Coach spricht sich für Comeback des FIFA-Schiedsrichters aus

Rose: "Ich wünsche Herrn Zwayer jetzt einfach eine gute und ruhige Zeit"

Kennen sich bestens aus der Bundesliga: BVB-Trainer Marco Rose (li.) und Schiedsrichter Felix Zwayer.

Kennen sich bestens aus der Bundesliga: BVB-Trainer Marco Rose (li.) und Schiedsrichter Felix Zwayer. imago images/Team 2

DFB-Schiedsrichter-Boss Lutz Michael Fröhlich hatte erst vor wenigen Tagen gegenüber dem TV-Sender "Bild TV" offiziell verkündet, dass sein Schützling Felix Zwayer derzeit als Bundesliga-Schiedsrichter nicht zur Verfügung steht. Seine Worte: "Er hat nach seinem letzten internationalen Einsatz vor Weihnachten für sich Urlaub genommen und ist im Moment nicht aktiv als Schiedsrichter. Das ist selbstbestimmt von ihm."

Möglicher Hintergrund: Zwayer sah sich nach dem 2:3 der Dortmunder gegen den FC Bayern harscher Kritik ausgesetzt, besonders von Jude Bellingham, der mit seiner Tirade den Robert-Hoyzer-Wettbetrugsskandal aufgebracht und dem Mann im Fokus bei jenem Topspiel indirekt sogar Bestechlichkeit vorgeworfen hatte - Geldstrafe für Bellingham inklusive.

Trainersteckbrief Rose
Rose

Rose Marco

Borussia Dortmund - Vereinsdaten
Borussia Dortmund

Gründungsdatum

19.12.1909

Vereinsfarben

Schwarz-Gelb

Der Ursprung der Debatte liegt im Jahr 2004: Laut DFB-Akten sei davon auszugehen, dass Zwayer als Assistent Geld von Drahtzieher und dem später verurteilten Hoyzer angenommen habe. Später deckte der Unparteiische dann als eine Art Kronzeuge den Skandal mit auf, eine Manipulation wurde ihm trotz anschließender Sperre (sechs Monate) nie nachgewiesen. Seit der Partie in Dortmund hat der 40-Jährige kein Bundesliga-Spiel geleitet. Sein letzter Einsatz war am 9. Dezember beim Europa-League-Gruppenspiel zwischen Real Sociedad und Eindhoven (3:0).

"Damit musst du umgehen können, das ist klar"

An diesem Donnerstag nun sprach sich Dortmunds Trainer Marco Rose für eine Rückkehr Zwayers aus: "Ich wünsche Herrn Zwayer jetzt einfach eine gute und ruhige Zeit", sagte Rose und ergänzte: "Hoffentlich mit dem Ergebnis, dass er dann wieder Spaß daran findet, Fußballspiele zu pfeifen."

Zur damaligen Partie gegen den Tabellenführer, als es vor allem um zwei vieldiskutierte Elfmeterentscheidungen gegangen war, sagte Rose: "Wir haben uns an diesem Spieltag einfach nur nicht richtig behandelt gefühlt. Wir hatten den Eindruck, dass die Schiedsrichterleistung nicht gepasst hat. Das haben wir kundgetan, und dann geht's aber grundsätzlich auch weiter."

Einem künftigen Vieraugengespräch mit Zwayer, der es bereits auf stolze 191 Bundesliga- oder auch 22 Champions-League-Einsätze bringt, steht Rose offen gegenüber: "Ich bin immer für Dialog. Ich bin immer zu allem bereit grundsätzlich, weil es natürlich Sinn macht, sich grundsätzlich zu unterhalten, weil man dann ein paar Sachen mal von anderen Seiten hört und andere Blickwinkel bekommt und sich ein paar Dinge vielleicht auch auflösen."

Der BVB-Coach glaube nun einfach, dass die jetzige Auszeit des FIFA-Referees "eine persönliche Entscheidung ist. Wenn man in dem Bereich arbeitet, wo wir tätig sind, ist auch klar, dass du immer wieder Dinge über dich hören musst, immer wieder Dinge über dich lesen musst. Damit musst du umgehen können, das ist klar."

mag/dpa