Bundesliga

Leverkusens Simon Rolfes begründet Steidtens sofortiges Aus

Leverkusens Geschäftsführer erklärt Trennung vom Kader-Manager

Rolfes begründet Steidtens sofortiges Aus: "Das ist ein sensibler Bereich"

Simon Rolfes sieht dem Personalumbruch entspannt entgegen.

Simon Rolfes sieht dem Personalumbruch entspannt entgegen. IMAGO/Nordphoto

Aus Budapest berichtet Stephan von Nocks

Die Konstellation ist so einfach wie ihr Ende konsequent: Leverkusens mit sofortiger Wirkung freigestellter Kader-Manager Tim Steidten strebt seit geraumer Zeit nach einem Posten als Entscheider. Nachdem er im September vergangenen Jahres deshalb Gespräche mit dem FC Chelsea als möglicher Sportdirektor geführt hatte, sich im Februar mit einem weiteren Klub getroffen haben soll und vergangene Woche gegenüber Rolfes erklärt hatte, sich im Sommer beruflich verändern zu wollen, sah sich der Klub zum Handeln gezwungen.

"Da es natürlich ein sensibler Bereich ist im Scouting, auch von den Informationen her, haben wir miteinander gesprochen, dass wir eine Trennung direkt vollziehen und nicht mitten in der Transferperiode", erklärte Rolfes am Mittwoch am Rande des Abschlusstrainings vor dem Achtelfinal-Rückspiel in der Europa League bei Ferencvaros Budapest (Hinspiel 2:0).

Sofortige Trennung nicht ungewöhnlich

Der unmittelbare Schlussstrich war also alternativlos. Wäre Steidten doch bei einem Wechsel sonst womöglich in einen Interessenskonflikt geraten. Beispielsweise, dass er für seinen neuen Klub mit einem Spieler verhandeln könnte, mit dem er zuvor noch als Bayer-04-Vertreter am Tisch gesessen hatte.

Die sofortige Trennung ist bei so einer Sachlage kein außergewöhnlicher Vorgang. "Das ist ganz üblich bei Scouts und auch bei so einer Personalie", sagt Rolfes. Logisch, versucht man doch so zu vermeiden, dass zu viele Insiderinformationen zum neuen Arbeitgeber mitgenommen werden. So kann sich der Klub sicher sein, dass er das Heft des Handelns während der kommenden Transferperiode durchgehend sicher in den Händen hält.

Rolfes macht sich keine Sorgen

Der Auflösungsvertrag für den unbefristet beschäftigten Steidten, den Rolfes 2019 von Werder Bremen nach Leverkusen geholt hatte, ist bereits so gut wie ausverhandelt. Der Abgang des 43-Jährigen wird das Aufgabengebiet von Rolfes wieder deutlich erweitern. Schließlich fädelte Steidten in der Vergangenheit viele Transfers ein und trieb sie auch bis zur Unterschriftsreife voran.

Die Arbeit des Geschäftsführers wird damit nicht einfacher. Fiel Steidten als bisherige rechte Hand von Rolfes doch eigentlich eine Schlüsselrolle für den für den Sommer angekündigten Umbruch im Kader zu. Doch Sorgen macht sich der Ex-Profi trotz des Verlustes des wichtigen Zuarbeiters nicht. "Grundsätzlich haben wir die Sachen als Team mit einem großen Scoutingteam gemacht. Das wird weitergehen", kündigte der 41-Jährige an, "da sind wir gut aufgestellt. Dass es da Veränderungen gibt, ist normal."

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