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Aaron Rodgers lässt Packers-Zukunft offen - Field Goal sorgt für Diskussionen

Green Bay Packers droht Abgang ihres Star-Quarterbacks

Rodgers lässt Zukunft offen - Field Goal sorgt für Diskussionen

Sein letzter Auftritt? Aaron Rodgers verlässt womöglich die Packers.

Sein letzter Auftritt? Aaron Rodgers verlässt womöglich die Packers. picture alliance

Die Enttäuschung war Rodgers nach dem verpassten Einzug in den Super Bowl ins Gesicht geschrieben. Und so verwunderte es gar nicht mal so sehr, was er auf der anschließenden Pressekonferenz von sich gab: "Bei den Packers gibt es einige Jungs, deren Zukunft unsicher ist - auch meine."

Rodgers brauche nun erst einmal eine "Auszeit", müsse "den Kopf freibekommen". Und dann? "Ich weiß es nicht", sagte A-Rod nur. Sollte Rodgers (Vertrag bis 2023 mit Ausstiegsklausel nach der Saison 2021) die Packers nach 16 Jahren wirklich verlassen, stünde immerhin ein Nachfolger bereit. Beim Draft 2020 hatte das Team aus Wisconsin Jordan Love verpflichtet, der 22-Jährige gilt als hoffnungsvolles Talent auf der Quarterback-Position.

Zunächst schien dieser Schachzug Rodgers eher zu motivieren, er spielte eine herausragende Regular Season (48 Touchdowns bei fünf Interceptions), doch am Ende stand nun mal das vierte verlorene Conference Final hintereinander für ihn zu Buche - das war noch keinem Quarterback vor ihm widerfahren. Lediglich beim Titelgewinn 2010 überstand er mit den Packers das Halbfinale.

Nun könnte die Personalie Love wieder für Grübeln bei Rodgers sorgen, schließlich musste er wegen der Entscheidung pro Love auf einen Passempfänger mit Perspektive verzichten. Trainer Matt LaFleur sagte immerhin klipp und klar: "Ich hoffe absolut, dass Aaron zurückkehrt. Er ist der MVP dieser Liga, er ist das Herz und die Seele dieses Teams." Der Trainer fühle mit Rodgers, "wir haben es nicht geschafft. Das schmerzt."

Doch warum haben die Packers es nicht geschafft? Die Niederlage hatte viele Gründe. Aus den drei Interceptions von Tom Brady machte Green Bay zu wenig, der deutsche Receiver Equanimeous St. Brown fing das fangbare Ei bei einer Two-Point Conversion kurz vor Ende des dritten Viertels nicht, in der Crunchtime wagte Rodgers einen möglichen Lauf in die Endzone nicht. Viele kleine Fehler - und ein großer.

LaFleur verteidigt das folgenschwere Field Goal

Für Stirnrunzeln sorgte nämlich vor allem eine Entscheidung. Green Bay lag acht Punkte zurück, war der Endzone bei 2:08 Minuten Restzeit nahe und hatte einen vierten Versuch. Doch statt auszuspielen und mit einer möglichen Two-Point-Conversion ausgleichen zu können, entschieden sich die Packers für ein Field Goal. Dem routinierten Brady und seinen offensiv ohnehin gut aufgelegten Buccaneers gelang es danach relativ locker, die Uhr runterlaufen zu lassen.

LaFleur erklärte im Nachhinein: "Immer wenn es nicht klappt, dann bereut man es, oder?" Es sei den Umständen geschuldet gewesen, da man mit den ersten drei Versuchen nicht vorwärts gekommen sei und man eben auch noch die Two-Point-Conversion gebraucht hätte. Zudem habe man mit der Two-Minute-Warning ja sogar noch vier Time-outs gehabt.

Rodgers sagt in 17 Sekunden dreimal das Gleiche

Doch die meisten dachten wohl so wie Tampa Bays Linebacker Shaq Barrett: "Ich konnte es ehrlich gesagt nicht glauben. Es gab ja keine Garantie, dass sie nochmal so nahe ran kommen würden", sagte er. Zudem sei die Bucs-Offense in dieser Saison gerade in den letzten vier Minuten "hervorragend" darin gewesen, dem Gegner nicht mehr den Ball zu geben. In der Tat sprach auch der Spielverlauf an diesem Abend keineswegs dafür, dass die Packers-Defense noch einmal den Ball hätte erobern können.

Und was sagte Rodgers? Der Quarterback konnte die "Denkweise" nachvollziehen, auch er sprach die Anzahl der Time-outs an. Allerdings betonte er auch nicht weniger als dreimal innerhalb von 17 Sekunden: "Das war nicht meine Entscheidung."

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