Bundesliga

Sebastian Rode: "Bessere Stimmung als im Westfalenstadion" - Ex-Dortmunder spricht über seine Rückkehr, Pech, Guardiola

Ex-Dortmunder spricht über seine Rückkehr, Pech, Guardiola

Rode: "Man hat schon die einen oder anderen Gedanken"

Zurück bei der Eintracht, ausgeliehen von Borussia Dortmund: Sebastian Rode.

Zurück bei der Eintracht, ausgeliehen von Borussia Dortmund: Sebastian Rode. imago

Vor dem Training sprach Mittelfeldspieler und Eintracht-Rückkehrer Sebastian Rode in einer Medienrunde über...

...seinen Fitnesszustand: "Mir geht es gut. Ich habe das letzte halbe Jahr fast komplett mit der Mannschaft trainiert. Klar fehlt mir ein bisschen die Spielpraxis - die zwei Partien, die ich in der zweiten Mannschaft gemacht habe, können das nicht kompensieren. Aber ich habe über die Feiertage viel gemacht und jetzt zwei Wochen Vorbereitung mit der Eintracht. Dann sollte ich fit in die Rückrunde starten können. Das ist für mich ein Neuanfang. Was in der Vergangenheit war, ist abgeschlossen. Ich will hier zu meiner alten Form finden und Vollgas geben."

Spielersteckbrief Rode
Rode

Rode Sebastian

Trainersteckbrief Hütter
Hütter

Hütter Adolf

Eintracht Frankfurt - Vereinsdaten
Eintracht Frankfurt

Gründungsdatum

08.03.1899

Vereinsfarben

Rot-Schwarz-Weiß

Borussia Dortmund - Vereinsdaten
Borussia Dortmund

Gründungsdatum

19.12.1909

Vereinsfarben

Schwarz-Gelb

...den Grund, warum er sich nicht häufiger in Dortmunds zweiter Mannschaft Spielpraxis holte: "Das muss immer passen - und es muss nicht unbedingt sein, irgendwo auf einem Dorfacker zu spielen. So waren es am Ende nur zwei Spiele, aber immerhin."

...die langen Bemühungen der Eintracht, ihn zurückzuholen: "Es gab schon im Sommer Kontakt, da klappte es leider nicht. Mir wurde in Dortmund relativ spät im August gesagt, dass mit mir nicht gerechnet wird und es auch in den englischen Wochen schwierig werden wird, auf Einsätze kommen. Die Eintracht hat dann nochmal vieles versucht, am Ende hat es aus verschiedenen Gründen aber nicht funktioniert. Umso froher bin ich, dass es jetzt hingehauen hat. Bruno Hübner und Fredi Bobic standen mit meinem Berater in Austausch, sie ließen mich auch im Training beobachten. Mitte Dezember kam Schwung rein - und an dem Tag des Spiels gegen die Bayern wurde die mündliche Vereinbarung über die Ausleihe im Winter getroffen."

...seine Wahrnehmung des Eintracht-Höhenflugs: "Die Eintracht hat sich enorm entwickelt. Natürlich habe ich sie immer verfolgt, auch die letzten Jahre unter Niko Kovac. Da hatte sie bereits eine enorme Power, jetzt ist diese Power noch größer geworden, auch die Spielqualität ist noch etwas besser. Was die Jungs vorne abreißen, ist phänomenal. Ich komme in eine intakte Gruppe und denke, dass ich gut aufgenommen werde."

...die besondere Motivation durch die Euphorie in der Europa League: "Das erinnert mich total an die Saison 2013/14, als ich noch dabei war. Die Fans sind absolut heiß, die Choreografien sind unfassbar. Ich habe bei Bayern und Dortmund gespielt, die Eintracht-Fans brauchen sich vor niemandem zu verstecken. Hier ist teilweise eine bessere Stimmung als im Westfalenstadion. Deswegen freue ich mich auch besonders auf die Europa League."

Bei mir waren die letzten zwei Jahre verletzungstechnisch beschissen.

Sebastian Rode

...die Führungsrolle, die Adi Hütter von ihm erwartet: "Ich versuche natürlich schon, mit meiner Erfahrung vorweg zu gehen. Bei uns sind viele junge Spieler an Bord. Ich werde die Mannschaft in Florida gut kennenlernen, sie mich ebenso. Dann werden wir uns sehr gut verstehen."

...die Frage, ob er seine Zeit in Dortmund als Karriereknick einordnet: "Ich hatte gehofft, in Dortmund wieder mehr zu spielen, doch dann kamen die Verletzungen hinzu. Das kann man nie beeinflussen. Als Sportler ist es am wichtigsten, dass die Knochen halten und man 100 Prozent fit ist. Bei mir waren die letzten zwei Jahre verletzungstechnisch beschissen. Ich konnte kaum trainieren und nicht spielen. Das war eine harte Zeit, doch jetzt schaue positiv in die Zukunft."

Sebastian Rode

Hat ab sofort wieder die Eintracht im Blick: Sebastian Rode. imago

...mögliche Zweifel, ob es angesichts der Verletzungen noch einmal für das höchste Niveau reichen könnte: "Man hat schon die einen oder anderen Gedanken, gerade wenn die Schmerzen nicht weggehen, obwohl man immer wieder etwas Neues versucht. Bei meinen Knieverletzungen wusste ich: In sechs Monaten bin ich wieder komplett fit. Bei einer Schambeinsache weiß man aber nie genau, wann es ausgeheilt ist. Letztes Jahr im Frühjahr fiel die Entscheidung zu einer Operation, die hervorragend gelaufen ist. Seitdem bin ich beschwerdefrei, das letzte halbe Jahr habe ich trainiert."

Jeder Fußballer profitiert unter ihm.

Sebastian Rode über den ehemaligen Bayern-Trainer Pep Guardiola

...die Schwierigkeit, wieder volles Vertrauen in den eigenen Körper zu bekommen: "Gerade am Anfang war das nicht ganz einfach. In den Phasen vor der OP hatte ich immer wieder versucht, ins Mannschaftstraining einzusteigen, doch es klappte nicht, weil es immer wieder gezwickt hat. Irgendwann kam aber der Punkt, da wusste ich: Jetzt ist es ausgeheilt und ich kann wieder überall reinspringen und reingrätschen. Ich habe wieder volles Vertrauen in meinen Körper."

Sebastian Rode

Trainiert beschwerdefrei: Sebastian Rode. imago

...seine Zeit beim FC Bayern und Pep Guardiola: "Ich habe bei einem der besten Vereine Europas viele Erfahrungen gesammelt. Das war eine wunderbare Zeit, auch wenn es im zweiten Jahr nicht mehr zu vielen Einsätzen reichte. Ich konnte mit den besten Spielern der Welt trainieren und viele Sachen mitnehmen. Fußballerisch entwickelte ich mich nochmal weiter. Pep Guardiola ist einer der besten Trainer der Welt. Was er einer Mannschaft vermitteln kann, ist unglaublich. Das sieht man jetzt auch bei Manchester City, selbst wenn sie momentan einen kleinen Hänger haben. Überall feierte er enorme Erfolge. Wie er den Fußball versteht, das ist wirklich phänomenal. Jeder denkt ja, dass er viel über Fußball weiß... Aber er hat immer eine Lösung für jeden Gegner parat. Seine Spielweise ist klasse. Wenn man zuhört, versteht man ihn und kann viel taktisch mitnehmen. Er spielte früher ja auch auf der Sechser-Position und konnte mir viel beibringen. Jeder Fußballer profitiert unter ihm."

...seine Zukunft nach dem Ende der Ausleihe im Sommer: "Ich konzentriere mich voll und ganz auf das nächste halbe Jahr. Es ist enorm wichtig, dass ich wieder spiele. Es soll eine Win-win-Situation sein: für die Eintracht, dass wir eine sehr gute Rückrunde spielen - und für mich, dass ich zu Einsatzzeiten komme. Was darüber hinaus ist, darüber habe ich mir noch keine Gedanken gemacht. Aufgrund meiner letzten zwei Jahre ist es schwierig, so weit zu planen."

Aufgezeichnet von Julian Franzke

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