Bundesliga

Rode und Trapp: Abstiegskampf angenommen

Auch wenn der Begriff auf dem Index stand

Rode und Trapp: Abstiegskampf angenommen

Frankfurts Keeper Kevin Trapp,

Frankfurts Keeper Kevin Trapp, Getty Images

Das Wort "Abstiegskampf" hatte Eintrachts Sportvorstand Markus Krösche kürzlich noch auf den Index gesetzt - obwohl sich sein Team mit seinerzeit neun Zählern aus zehn Partien voll in der "roten Zone" bewegte. Doch hielt es der Boss für "zu früh", Saisonziele zu korrigieren.

Dabei war nicht nur die Bilanz Besorgnis erregend, sondern auch die Verfassung der Mannschaft von Trainer Oliver Glasner. Krösches Haltung, die Lage dennoch nicht verbal schonungslos auf den Punkt zu bringen, schien da durchaus riskant.

Krösche darf sich bestätigt fühlen

Inzwischen freilich darf sich Krösche absolut bestätigt fühlen. Zum einen von den Ergebnissen, da die Eintracht nach dem glücklichen 2:1 in Fürth nun mit einem überzeugenden 2:0 beim SC Freiburg den zweiten Ligasieg in Folge feierte und sich ins Mittelfeld abgesetzt hat. Zum anderen, weil deutlich wurde: Teamintern hatte man den Abstiegskampf sehr wohl angenommen - ohne dass dafür eine öffentliche Ansage des Chefs nötig gewesen wäre.

Das verrieten in Freiburg jedenfalls die Aussagen von Kapitän Sebastian Rode und von Kevin Trapp. "Wie wichtig der Sieg war, müssen wir keinem erzählen", betonte der Keeper via DAZN, "wir haben gesehen, dass Augsburg gewonnen und Bielefeld gepunktet hat. Wir wussten: Wir stehen hintendrin, müssen aufpassen, dass wir nicht weiter reinrutschen." Und Rode erklärte: "Wir haben gesehen, wie die Konkurrenz da unten gespielt hat." Ergänzt um diesen Zusatz: "Jetzt schauen wir auf uns, damit wir möglichst nicht mehr auf die anderen schauen müssen."

Spielerisch zu überzeugen, fällt uns in diesem Jahr noch schwer.

Sebastian Rode

Bemerkenswert: Eine zusätzliche Belastung für die Eintracht-Profis sei bislang auch das eigene fußballerische Anspruchsdenken gewesen, wie der Mittelfeldspieler verrät: "Wir haben in den letzten drei Jahren sehr, sehr guten Fußball gezeigt. Da hat man ein gewisses Selbstverständnis, dass man spielerisch überzeugen kann. Das fällt uns in diesem Jahr noch schwer."

Genügend Rückenwind für den dritten Liga-Sieg in Serie?

Der Auftritt in Freiburg markierte aber auch in dieser Beziehung einen Schritt nach vorne: "In der ersten Halbzeit haben wir gut gespielt, in der zweiten Halbzeit viel gekämpft. Dann darf man so ein Spiel auch mal gewinnen", urteilt Trapp nachvollziehbar. Rodes Erwartung: "Das gibt uns hoffentlich Rückenwind, auch die nächsten Spiele positiv gestalten zu können."

Sollte am Sonntag gegen Union Berlin der dritte Dreier hintereinander gelingen, könnte das Thema "Abstiegskampf" für diese Saison vielleicht tatsächlich schon wieder ad acta gelegt werden. Eben weil sich die Mannschaft offenbar doch frühzeitig genug damit auseinandergesetzt hat. 

Thiemo Müller

Bilder zur Partie SC Freiburg - Eintracht Frankfurt