Champions League

Robbens Betteln zahlt sich aus

Bayern-ManUnited: Ferguson als schlechter Verlierer

Robbens Betteln zahlt sich aus

Wollte erst nach seinem Tor vom Platz: Arjen Robben.

Wollte erst nach seinem Tor vom Platz: Arjen Robben. picture alliance

Karl-Heinz Rummenigge warnt: "Jetzt kommt die heißeste Phase der Saison. Wir dürfen uns noch nicht zurücklehnen, nicht anfangen zu träumen. Sondern müssen jetzt weiterfighten." Auch Präsident Uli Hoeneß appellierte daran, dass die Konzentration nun der nächsten Aufgabe gelten müsse - und die heiße Leverkusen. Die Partie beim Tabellendritten wird bei den Bayern so ernst genommen, dass der Rückflug am Donnerstag aus Manchester nicht in München, sondern in Düsseldorf landete. In Köln bereitet sich der Bundesliga-Tabellenführer in einem zweitätigen Trainingslager auf das Spiel am Samstag vor.

Dass die Bäume nicht in den Münchner Himmel wachsen, zumindest dafür hat der Viertelfinalgegner Manchester United mit seinen schnellen zwei Toren innerhalb von sieben Minuten und dem 0:3-Zwischenstand gesorgt. Das 2:1 aus dem Hinspiel war schnell Makulatur. Die Führung nach nur 162 Sekunden von Darron Gibson wurde ausgerechnet von Wayne Rooney vorbereitet, mit dessen Einsatz niemand gerechnet hatte - außer vielleicht Uli Hoeneß, der mit Rummenigge sogar darauf gewettet hatte. "Keine Chance" gab ManUnited-Coach Sir Alex Ferguson noch am Vortag einem Einsatz des Torjägers - um ihn dann doch von Beginn an auflaufen zu lassen. In der 55. Minute nahm er ihn dann wieder vom Feld. "Er hat alles getan, was ich von ihm erwartet hatte", sagte Ferguson nach der Partie. Und will Rooney am übernächsten Wochenende im Derby gegen Manchester City wieder einsetzen. Schon fürchten in England viele, dass die nicht auskurierte Knöchelverletzung aus dem Viertelfinal-Hinspiel in München dem Goalgetter die WM-Teilnahme kosten könnte. "Die Debatte 'Verein versus Nation' hat gerade erst begonnen", schrieb die "Sun".

Unglücksrabe: Nach Foul an Ribery musste Rafael mit Gelb-Rot vom Feld.

Unglücksrabe: Nach Foul an Ribery musste Rafael mit Gelb-Rot vom Feld. imago

Ferguson erwies sich übrigens nach dem Spiel als schlechter Verlierer: Ohne die Gelb-Rote Karte für Rafael hätte man den Vorsprung über die Zeit gebracht. Und überhaupt sei der Gegner an dem Platzverweis schuld: "Sie haben den Schiedsrichter belagert und damit den Platzverweis erreicht - typisch deutsch", so der 68-Jährige. Hoeneß konterte im Erinnerung an das bittere 1:2 im CL-Finale in Camp Nou 1999: "Wir haben in Barcelona mit Anstand verloren, das sollten sie jetzt auch tun."

Torte für Ribery - und ein Kugelschreiber

Der gutgelaunte Bayern-Präsident hatte übrigens auch nach der schwachen ersten Halbzeit seines Teams nach eigener Aussage niemals "das Gefühl gehabt, dass geht den Bach runter". Dennoch hätte er unmittelbar vor dem Kunstschuss von Arjen Robben zum 2:3 kurz gestutzt: "Ich habe mir nur gedacht: Was macht denn der Franck da? Wo schießt der denn die Ecke hin? Aber das war ja so gedacht. Dann hat Arjen ihn perfekt getroffen. Diese beiden sind einfach weltklasse", so Hoeneß. "Ich hatte ja Zeit", erklärte der Schütze selber: "Der Ball war lange in der Luft. Ich habe nur gedacht, ich muss technisch ruhig bleiben." Kurz danach durfte der Niederländer dann vom Platz. Wenn es nach der ursprünglichen Planung seines Trainers gegangen wäre, hätte er schon vorher vom Feld gemusst. Doch Robben bettelte um noch einige Minuten zusätzliche Einsatzzeit - zum Glück für die Bayern mit Erfolg.

Angesichts der gelungenen gemeinsame Aktion von Robben und Ribery stellt sich einmal mehr die Frage nach einer weiteren Zusammenarbeit mit den beiden Spielern. Um einen Verbleib von Ribery haben die Bayern auch beim Bankett nach dem Spiel gekämpft: Zum 27. Geburtstag wurde dem Franzosen eine Torte und ein Päckchen überreicht. Während der Jubilar die Kerzen auspustete, verriet Rummenigge: "Da ist ein Kugelschreiber drin, mit dem er - wie wir erwarten - irgendwann seinen neuen Vertrag unterschreibt."