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Road To Pro: Maya 'Caltys' Henckel und der Traum von der Profi-eSportlerin

Auf dem Weg zum LoL-Olymp

Road To Pro: Maya 'Caltys' Henckel und der Traum von der Profi-eSportlerin

Teil 1 der Road To Pro mit Maya 'Caltys' Henckel.

Teil 1 der Road To Pro mit Maya 'Caltys' Henckel. kicker eSport

Sie schließt die Augen: Es sind die letzten Minuten einer nervenraubenden Partie in League of Legends - das Weltmeisterschaftsfinale! Der Gegner scheint geschlagen, es ist nur noch eine Frage der Zeit. Wenige Augenblicke, dann ist die Basis zerstört. Das Spiel und Turnier sind gewonnen. Teammitglieder springen hoch, ballen die Fäuste, liegen sich in den Armen. Der Blick geht über die Tribünen - 80.000 Fans in der Arena jubeln.

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Sie öffnet die Augen: Links von ihr liegen Trainingsanweisungen, eine neue Partie startet. Eine weitere Übungssession um dem Traum näher zu kommen: Professionelle eSportlerin. Auf diesem Weg begleitet kicker eSport ab sofort im zweiwöchigen Wechsel zwei Spielende durch ihre Herausforderungen. Auch jene, mit denen Breitensportler konfrontiert sind, die mit einer Karriere liebäugeln. Eine davon ist Maya 'Caltys' Henckel.

"... heute ist der Wettbewerbsaspekt für mich der beste Teil des Spiels"

In Stockholm geboren und aufgewachsen, interessierte sich die 20-Jährige schon "früh für den eSport", sagt sie im Interview mit uns. Das Spiel ihrer Wahl: League of Legends. Im Alter von 12 Jahren war es ihre ältere Schwester, die sie in die Welt des MOBA mitnimmt.

"Wenn du im Fokus stehst und alle immer nach dem Schlechtesten in dir suchen, kann es schwer sein, eine positive Einstellung zu behalten und sich zu konzentrieren"

Maya 'Caltys' Henckel

Regelmäßig fing sie aber erst 2015 an, "als ich Freunde aus der Schule fand, die auch League spielten". Noch im selben Jahr besuchte sie mit ihrem Vater die LEC-Sommerfinals in ihrem Heimatort. Eines Tages dort selbst auf der Bühne zu sein, "wäre ein wahr gewordener Traum".

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'Caltys' in ihrem Element. instagram.com/caltyss

Sich selbst beschreibt sie als "zielstrebig, hartnäckig und ruhig" und auch, wenn für sie dieser Traum fern schien, verfolgt sie ihr Ziel: "Anfangs war es vor allem der Spaß, mit Freunden zu spielen, den ich genossen habe, aber heute ist der Wettbewerbsaspekt für mich der beste Teil des Spiels". Ihr Potenzial erkannte sie schließlich vor etwa fünf Jahren, "als ich anfing, mehr Ranglistenspiele mit guten Ergebnissen zu spielen".

Die größte Hürde: Selbstvertrauen

Mittlerweile kann sie ihren Lebensunterhalt mit Wettkämpfen stemmen, auf dem "EUW" - dem Westeuropa-Server - hat sie den Challenger-Rang erreicht. Höher geht es nicht. Allerdings nicht ohne Hürden, die größte, die sie zu überwinden hatte: "Selbstvertrauen. Wenn du im Fokus stehst und alle immer nach dem Schlechtesten in dir suchen, kann es schwer sein, eine positive Einstellung zu behalten und sich zu konzentrieren".

"Ich will die Beste sein, mit den und gegen die Besten spielen."

Maya 'Caltys' Henckel
Henckel Bouldern

Henckel beim Bouldern. youtube.com/sweden

Ihre Batterien lädt sie mit Kunst und Sport auf: "Ich habe schon immer gerne gezeichnet, heutzutage klettere ich viel in der Halle, vor allem Bouldern". Und ein weiterer Job zusätzlich zu League of Legends? Den gibt es nicht. Zwar "habe ich studiert, lege derzeit aber eine Pause ein. League ist das, was ich mache".

Ihr Ziel ist klar formuliert: "Ich will die Beste sein, mit den und gegen die Besten spielen". Von der Zuschauertribüne mitten ins Rampenlicht. Bis dahin heißt es aber weiterhin: zielstrebig, hartnäckig und ruhig sein.

Sven Grunwald

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Maya 'Caltys' Henckel im Portrait

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