Int. Fußball

Rincon scheitert, Calhanoglu souverän: Milan behauptet sich erst im Elfmeterschießen

Achtelfinale der Coppa Italia

Rincon scheitert, Calhanoglu souverän: Milan behauptet sich erst im Elfmeterschießen

Umringter Matchwinner: Hakan Calhanoglu wird für seinen finalen Schuss von seinen Milan-Teamkollegen ausgiebig geherzt.

Umringter Matchwinner: Hakan Calhanoglu wird für seinen finalen Schuss von seinen Milan-Teamkollegen ausgiebig geherzt. Getty Images

Wohl auch aufgrund der frischen Erinnerungen - Milan hatte Torino erst wenige Tage vor diesem Coppa-Achtelfinale in der Serie A mit 2:0 besiegt - egalisierten sich beide Teams an diesem Dienstagabend über weite Strecken des ersten Abschnitts. Beide Mannschaften taktierten, standen defensiv stabil und lauerten.

So war es Torino-Stürmer Zaza, der sich erstmals richtig gefährlich annäherte und an Donnarumma-Vertreter Tatarusanu scheiterte (25.). Auf der anderen Seite traute sich kurz darauf auch Calabria erstmals (28., Milinkovic-Savic parierte), ehe das 1:0 für den italienischen Tabellenführer in der Luft lag. Nach einem langen Ball in den Rücken der einmal schläfrigen FC-Abwehr nahm der in der Startelf stehende Ibrahimovic, zuletzt wochenlang verletzt und erst mit einem Kurzeinsatz am Wochenende wieder aktiv, stark an, drehte sich und setzte sein direktes Geschoss knapp über den Querbalken (30.). Außerdem verzweifelte auf der anderen Seite Linetty mit einem Schlenzer am sich lang machenden Tatarusanu (38.).

Pfosten, Pfosten - und Rot für Donnarumma mit Hut

Weil "Ibra" noch nicht bei 100 Prozent war, wurde der Schwede zur Pause durch den zuletzt angeschlagenen Calhanoglu ersetzt. Außerdem kam Angreifer Hauge. Das hauchte den Rossoneri direkt ordentlich frischen Schwung ein, was nach etwas Anlaufzeit gleich zwei Aluminiumtreffer zur Folge hatte. Calabria scheiterte zunächst an Keeper Milinkovic-Savic, ehe Dalot kurz darauf den rechten Pfosten traf (57.). Dorthin schoss auch Calabria zwei Minuten später nach Dalot-Pass.

Alles in allem war Milan nun voll am Drücker, das 1:0 sollte her - wofür Trainer Stefano Pioli auch noch die beiden Stammspieler Kessié und Theo brachte. Doch Wechsel, Unterbrechungen und eine schnell wieder stabile FC-Defensive um den ehemaligen Hamburger Rincon zogen der Partie schnell wieder den Stecker. Bis es in Minute 71 richtig Aufregung gab: Die heimischen Lombarden forderten Elfmeter, bekamen diesen aber nicht. Stattdessen handelte sich der offenbar lauthals schimpfende und an diesem Abend geschonte Donnarumma, der mit Hut und Schal ausgestattet nur eingetragener Zuschauer war, die glatt Rote Karte ein.

Weil in der Schlussphase auch Calhanoglu (76.) und allen voran der nochmals freistehende Brahim Diaz (86.) Möglichkeiten aufs 1:0 ausließen, ging diese Partie in die Verlängerung.

Rincon scheitert - Calhanoglu macht's klar

Tomas Rincon

Vergab als einziger Schütze im Elfmeterschießen: Tomas Rincon. Getty Images

Dort näherte sich neben Torino-Joker Belotti (92.) für die Mailänder ebenfalls wieder Calhanoglu an (99.). Insgesamt war beiden Parteien der Kräfteverschleiß allerdings deutlich anzumerken, lediglich Dalot wagte nochmals was (117.). Und so musste letztlich dieses Coppa-Achtelfinale im Elfmeterschießen entschieden werden - und hier behielten alle fünf Milan-Schützen Kessié, Theo, Tonali, Romagnoli sowie zu guter Letzt der frühere Karlsruher, Hamburger und Leverkusener Calhanoglu die Nerven. Auf der anderen Seite hatte es ebenfalls lange gut ausgesehen - auch Torhüter Vanja Milinkovic-Savic (Bruder von Lazio-Ass Sergej) schoss souverän ein -, einzig Rincon versagte und scheiterte mit seinem schwachen, halbhohen Ball an AC-Schlussmann Tatarusanu. Damit avancierte der ehemalige Hamburger (2009-2014) zum Pechvogal eines langen Pokal-Abends.

mag

Grande Serie A: Legenden, Kanoniere, Tifosi