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Rhynern überrennt Rheine - Wattenscheid marschiert

Oberliga Westfalen - 4. Spieltag

Rhynern überrennt Rheine - Wattenscheid marschiert

Feierlaune in Rhynern: Die Westfalia Rhynern siegte überraschend deutlich gegen den FC Eintracht Rheine. (Archivbild)

Feierlaune in Rhynern: Die Westfalia Rhynern siegte überraschend deutlich gegen den FC Eintracht Rheine. (Archivbild) imago/foto2press

Oberliga Westfalen

Auch am vierten Spieltag der Oberliga Westfalen bleibt die SG Wattenscheid 09 das Maß aller Dinge. Beim 3:1 gegen den Holzwickeder Sport Club setzte es für den Traditionsclub vor rund 700 Zuschauern im Montanhydraulik-Stadion den vierten Sieg im vierten Spiel, womit man sich erstmals von der Konkurrenz an der Spitze distanzieren konnte. Über 90 Minuten erwies sich der Sport Club aber als harter Brocken und hielt die Partie lange offen. Den besseren Start erwischten aber dennoch die Gäste. Nach schönem Zusammenspiel zwischen Hönicke und Casalino auf der rechten Seite landete der Ball beim freistehenden Canbulut, der die Kugel aus elf Metern nur noch über die Linie drücken musste. Der frühe Gegentreffer glich einem Weckruf im Spiel der Hausherren, die im Anschluss immer besser in die Partie fanden und eigene Akzente nach vorne setzten. In der 27. Minute war es dann ein Konter, der den Ausgleich bescherte. Nach einer Balleroberung in der eigenen Hälfte ging es ganz schnell. Nur wenige Sekunden nach dem Ballgewinn musste Gensicke bei einer Hereingabe von der rechten Seite nur noch den Fuß hinhalten - 1:1. In einer intensiven Partie dauerte es lange, bis der Favorit zum K.o.-Schlag ausholte. Hönicke wurde an der Strafraumkante freigespielt und wuchtete das Leder ins rechte Eck - ein Wirkungstreffer. In der Folge arbeitete die SG Wattenscheid an der Vorentscheidung , die aber erst in der 73. Minute fiel. Durch einen schnell ausgeführten Freistoß war plötzlich die komplette SC-Defensive ausgehebelt. Alleine vor dem Torhüter behielt Casalino die Nerven und vollendete zum verdienten 3:1-Endstand.

Ebenfalls ohne Punktverlust war auch der FC Eintracht Rheine in den vierten Spieltag gestartet. Gegen den SV Westfalia Rhynern sollte diese Serie aber reißen. Über 90 Minuten fehlte der Eintracht-Offensive die letzte Durchschlagskraft, und in der Defensive offenbarte man zu viele Lücken, so auch beim 0:1 in der 25. Minute. Sezer erlangte nach einer Balleroberung in der eigenen Hälfte auf der linken Seite den Ball. Von dort konnte der Angreifer nahezu ungehindert in den gegnerischen Sechzehner einmarschieren und zur 1:0-Führung vollstrecken. In der Folge neutralisierten sich beide Mannschaften bereits im Tabellenmittelfeld. Zwingende Möglichkeiten waren Mangelware. Erst in der Schlussphase fiel die Entscheidung. Probst stand nach einem Konter über die rechte Seite völlig frei und musste nur noch einschieben (82.)  Nur drei Minuten später machte Sezer mit seinem zweiten Treffer des Tages den Deckel endgültig drauf. Wie bereits beim ersten und zweiten Gegentor war es erneut ein Ballverlust in der gegnerischen Hälfte, der der Eintracht um die Ohren flog. Die Hausherren schalteten blitzschnell um und liefen plötzlich zu dritt auf Gästekeeper Beermann zu. Über Umwege landete der Ball letztlich bei Probst, der aus wenigen Metern nur noch einnicken musste (85.). Nach der deutlichen 0:3-Pleite gegen den SV Westfalia Rhynern lässt der FC Eintracht Rheine somit erstmals Federn und rutscht auf Rang drei ab. Die Westfalia klettert von Platz zwölf auf den neunten Tabellenplatz.

Zwar blieb der 1. FC Kaan-Marienborn auch am vierten Spieltag ungeschlagen, gegen die sieglose Victoria Clarholz fühlte es sich nach Abpfiff aber definitiv wie die erste Niederlage an. In einer turbulenten Partie drehte die Heimmannschaft einen doppelten Rückstand in ein 3:2 und schien die Führung sogar über die Zeit zu retten. In der 93. Minute erzielte Weeke dann aber doch noch den späten Ausgleichtreffer und sorgte zugleich für den ersten Punktverlust der Hausherren. Mit einer Partie weniger bleibt der 1. FC Kaan-Marienborn aber trotzdem dicht hinter der Tabellenspitze auf Rang vier.

Paderborn II siegt sich auf Rang zwei

Bereits vor Anpfiff waren die Rollen im Aufeinandertreffen zwischen dem SC Paderborn II und den Sportfreunden Siegen klar verteilt. Die zweite Garde des SC Paderborn ging mit sechs Punkten aus den ersten drei Spielen auf dem Papier als Favorit in die Partie. Die Sportfreunde waren dagegen etwas holprig in die Saison gestartet -  nur zwei Zähler in drei Partien -  und bis zu diesem Spiel noch ohne Sieg. Von der klaren Rollenverteilung war in Durchgang eins aber überhaupt nichts zu sehen. Die Gäste wehrten sich und ließen bis zum Pausenpfiff wenig zu. Nach dem Seitenwechsel schienen die Sportfreunde mit dem Kopf aber noch in der Kabine gewesen zu sein. So führte nämlich die erste Unaufmerksamkeit in der Siegen-Defenisve direkt zum 1:0. Tugbenyo kam zum Abschluss und brachte seine Mannschaft in Front (49.). In der Folge plätscherte die Partie ohne nennenswerte Aktionen vor sich hin. Erst in der Schlussphase nahm sie wieder Fahrt auf. Zunächst sorgte Tchadjobo mit dem Treffer zum 2:0 für die vermeintliche Vorentscheidung (87.). Nur zwei Zeigerumdrehungen später brachte Hilchenbach die Gäste aber wieder ins Spiel. In heiß umkämpften Schlussminuten schwächten sich die Gäste dann aber selbst. Schnitzler sah die glatt rote Karte, und spätestens mit dem 3:1 in der sechsten Minute der Nachspielzeit stand dem Paderborner Heimsieg nichts mehr im Wege. In der Tabelle schiebt sich der SC Paderborn II vorbei an Eintracht Rheine auf Rang zwei. Die weiterhin sieglosen Sportfreunde Siegen rutschen dagegen in den Tabellenkeller und belegen nun den 18. Tabellenplatz.

Den ersten Saisonsieg konnte dagegen der RSV Meinerzhagen einfahren. Gegen die Hammer SpVgg siegte die Mannschaft von Mutlu Demir mit 2:0. Dabei mussten die Hausherren aber lange um ihren ersten Dreier der laufenden Spielzeit zittern. Zwar ging der RSV bereits im ersten Durchgang durch Oh mit 1:0 in Führung (41.). Die Entscheidung ließ aber bis zur letzten Minute auf sich warten. Als Spais das 2:0 in der 90. Minute erzielte, war die Erleichterung bei den Hausherren spürbar, die sich mir ihrem ersten Dreier auf den 16. Tabellenplatz katapultieren.

Auch für den TuS Erndtebrück hat es am vergangenen Spieltag nach zuletzt zwei Unentschieden in Folge mit dem ersten Dreier geklappt. Gegen den FC Gütersloh fuhr die Mannschaft von Alfonso Rubio-Doblas einen ungefährdeten 3:0-Sieg ein. Entrup (33.) und Schardt (43.) brachten den TuS mit ihren Treffern bereits in Durchgang eins auf die Siegerstraße. Ndombaxi machte kurz vor der Schluss den Deckel drauf (90.). In der Tabelle verlässt Erndtebrück die rote Zone und springt auf Rang zwölf. 

Der SC Preußen Münster erkämpfte sich bei Kellerkind SpVgg Vreden drei Punkte und siegt durch zwei späte Tore mit 4:2. Ebenfalls sechs Tore fielen im Duell zwischen der SG Finnentrop-Bamenohl und dem TuS Ennepetal, das beim Endstand von 3:3 am Ende aber ohne Sieger blieb. Im Tabellenmittelfeld entführte der SV Schermbeck nach 0:2-Rückstand trotzdem noch einen Punkt vom Gelände des ASC Dortmund - Endstand 2:2. Zwar trägt der SC Westfalia Herne nach dem 1:1 gegen die TSG Sprockhövel immer noch die rote Laterne, immerhin durfte die Mannschaft von Christian Knappmann ihren ersten Punkt bejubeln. 

luk