Bundesliga

Reuter: "Die Gesamtlage ist kritisch"

Ein kurzes Aufbäumen macht Augsburg Mut

Reuter: "Die Gesamtlage ist kritisch"

Ein bisschen mehr oder weniger Druck "interessiert mich nicht so": FCA-Manager Stefan Reuter.

Ein bisschen mehr oder weniger Druck "interessiert mich nicht so": FCA-Manager Stefan Reuter. imago images

Die erhoffte Trendwende blieb auch am Freitagabend aus, das 1:2 in Leipzig war für den FCA die sechste Niederlage in den vergangenen sieben Spielen. "Die Gesamtlage ist kritisch, weil wir lange auf ein Erfolgserlebnis warten", sagt Reuter zwar. Er glaubt aber weiter an einen Umschwung unter Herrlich, das Bekenntnis zum Trainer gilt nach wie vor. "Wenn man sich deutlich dazu äußert, muss das auch akzeptiert werden", findet Reuter. "Ich werde mich nicht alle paar Tage wiederholen und das neu bestätigen."

Hoffnung zieht der Manager aus der Schlussviertelstunde in Leipzig, in der eine zuvor einseitige Partie nach dem Anschlusstreffer durch Daniel Caligiuri per Foulelfmeter plötzlich noch mal spanend wurde. "Was uns Mut geben sollte, ist das Ende des Spiels. Das sollte der Mannschaft zeigen, wie wir vorgehen müssen", betont Reuter. "Man sieht, dass man sich auch gegen Top-Mannschaften Chancen erspielen kann, wenn man ruhig bleibt und weiter daran glaubt."

Doch davon war auch in Leipzig viel zu lange nichts zu sehen. Über weite Strecken der Partie beschränkten sich die Augsburger Bemühungen auf Schadensbegrenzung durch ein defensives Bollwerk. Das Spiel nach vorne wirkte einmal mehr planlos, ideenlos und mutlos, ehe Mads Pedersen in der 75. Minute über die linke Seite durchbrach. Der daraus resultierende Strafstoß war Augsburgs erster Torschuss. "In der ersten Halbzeit haben wir zu schnell die Bälle verloren und die Laufwege nicht so angeboten, wie es nötig wäre, um Anspielstationen zu geben", kritisiert Reuter: "Da müssen wir uns steigern."

Herrlich hob in seiner Analyse die positiven Aspekte hervor. "Wir haben aufopferungsvoll dagegengehalten", sagte der 49-Jährige und zeigte sich angesichts der zweiten Hälfte von einer baldigen Trendwende überzeugt: "Wenn wir so auftreten, diese Überzeugung an den Tag legen, uns so aufbäumen, dann werden wir auch die nötigen Punkte holen." Die müssen Herrlich und sein Team schnellstmöglich liefern, bevor sich die Lage im Abstiegskampf weiter zuspitzt. Von seiner persönlichen Situation gibt sich der in die Kritik geratene Trainer weiter unbeeindruckt: "Es geht um den Verein und die Mannschaft, nicht um meine Befindlichkeit. Ob da jetzt ein bisschen mehr oder weniger Druck da ist, interessiert mich eigentlich nicht so."

David Bernreuther