2. Bundesliga

Heidenheims Retter Christian Kühlwetter: "Ich habe nur noch gehofft"

Heidenheim schlägt dank der "Vereins-DNA" spät zurück

Retter Kühlwetter: "Ich habe nur noch gehofft"

Später Doppeltorschütze für Heidenheim in Kiel: Christian Kühlwetter.

Später Doppeltorschütze für Heidenheim in Kiel: Christian Kühlwetter. imago images

Heidenheim ist in der 2. Liga der Spezialist für späte Tore: sieben Treffer, davon zwei in der Nachspielzeit, erzielte der FCH in der Schlussviertelstunde - so viel wie kein anderer Klub in der 2. Liga. Auch beim jüngsten 2:2 in Kiel schlugen die Schwaben spät zu: Christian Kühlwetter landete binnen sieben Minuten (87., 90.+4) einen späten Doppelpack und sicherte so einen Punkt. "Es spricht für uns, dass wir nie aufgeben und immer weitermachen", lobte Trainer Frank Schmidt. "Ich glaube, es steckt so ein bisschen in der Vereins-DNA und das haben wir in der letzten Saison auch schon häufig bewiesen, dass wir am Ende noch zuschlagen können. Diesen Glauben tragen wir immer noch in uns", pflichtete Innenverteidiger Oliver Hüsing bei.

Kühlwetters Dropkick sorgt für den Ausgleich

Bedanken mussten sich die Brenzstädter bei Torwart Kevin Müller (kicker-Note 2,0), der Heidenheim im Spiel hielt, und bei Top-Torjäger Kühlwetter, der seine Saisontreffer vier und fünf markierte und zum Spieler des Spiels (kicker-Note 2,0) avancierte: Erst versenkte der 24-Jährige einen Handelfmeter sicher (87.), zog dann eine Rote Karte gegen Johannes van den Bergh (90.+2) und präsentierte sich dann auch noch in der letzten Aktion in der Nachspielzeit eiskalt: Nach einem Einwurf landete der Ball an der Strafraumgrenze vor seinen Füßen. Kühlwetter feuerte einen Dropkick ab und traf präzise ins rechte Eck (90.+4).

Wir haben vorher dreimal auswärts verloren und darum war es umso wichtiger, dass wir heute hier etwas mitgenommen haben.

Oliver Hüsing

"Ich habe nur den Ball angeschaut, sehe aber im Augenwinkel, dass sieben Leute um mich herumstehen", beschrieb Kühlwetter das 2:2. "Ich habe dann nur noch gehofft, dass ich den Ball treffe und ihn keiner mehr abfälscht. Dann ist der Ball perfekt eingeschlagen."

Erster Auswärts-Punkt bei Hüsing-Comeback

Nach dem späten Ausgleich hielt es selbst Müller nicht mehr im Tor. Der Keeper stürmte mit nach vorn in die Spielertraube. Für den FCH war es der erste Auswärtspunkt in der laufenden Saison. "Vor allem für den Kopf war das heute wichtig. Wir haben vorher dreimal auswärts verloren und darum war es umso wichtiger, dass wir heute hier etwas mitgenommen haben", fiel Hüsing ein Stein vom Herzen. "Wenn man sich den Spielverlauf anschaut, dann kann man sich vorstellen, dass wir mit dem Punkt außerordentlich zufrieden sind. Das macht die lange Rückreise natürlich ein bisschen angenehmer."

Das dürfte insbesondere für Hüsing selbst gegolten haben: Der 27-Jährige feierte sein Comeback nach einer Sprunggelenks-OP im Sommer und bildete zusammen mit Patrick Mainka das Innenverteidiger-Tandem (beide kicker-Note 3,5). Gut möglich, dass Schmidt auch am Sonntag (13.30 Uhr, LIVE! bei kicker) auf dieses Duo zurückgreift, wenn Spitzenreiter Hamburger SV auf dem Schlossberg gastiert.

cru

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