Champions League

Nach CL-Sieg: Real Madrids Toni Kroos bricht Interview ab

Madrilene erklärt seine Reaktion - Auch ZDF-Sportchef äußert sich

Rekordmann Kroos kann's nicht glauben - und bricht Interview ab

Stellte einen Königsklassen-Rekord ein: Toni Kroos.

Stellte einen Königsklassen-Rekord ein: Toni Kroos. picture alliance

Es war ein emotionaler Abend für Real Madrid und Toni Kroos. Die ohnehin schon dramatische Champions-League-Saison der Königlichen kulminierte in einem packenden Finale gegen den FC Liverpool. In manchen Phasen hielt sich der spanische Meister inmitten schonungsloser Reds-Offensivaktionen gerade so über Wasser, in manchen Phasen bissen sich die Madrilenen über ihre Leidenschaft in die Partie. Und wie so oft in dieser Spielzeit der Königsklasse brauchte Real nur diesen einen Angriff - und gewann durch das 1:0 von Vinicius Junior die Champions League.

"Du hattest 90 Minuten Zeit, dir vernünftige Fragen zu überlegen"

Für Real ist es der 14. Triumph in diesem Wettbewerb - für Kroos bereits der fünfte. Der deutsche Mittelfeldspieler stellte damit neben acht seiner Mitspieler einen Rekord ein. Fünfmal hatten sich zuvor nur Cristiano Ronaldo und Clarence Seedorf Champions-League-Sieger nennen dürfen.

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Nach dem Schlusspfiff des kräfteraubenden Endspiels wirkte der Mittelfeldspieler erschöpft und emotional. Dementsprechend fiel auch sein Interview mit dem ZDF aus. Auf die Frage, ob der Sieg nochmal süßer schmecke, da er durch den Spielverlauf nicht selbstverständlich gewesen sei, antwortete Kroos irritiert: "Was heißt nicht selbstverständlich? Wir haben gewonnen. Fertig."

Da weiß man direkt, dass du aus Deutschland kommst.

Toni Kroos

Real hatte zwar gewonnen, war gleichzeitig aber auch durch den energischen Druck des Gegners in manchen Phasen ins Schwimmen geraten. Trotzdem reagierte der 32-Jährige auch auf die nächste Frage, ob er davon denn "überrascht" gewesen sei, ungläubig: "Überraschend, dass du gegen Liverpool manchmal in Bedrängnis gerätst? Was ist das denn für eine Frage?", so Kroos. "Wir spielen ja nicht ein Gruppenspiel oder irgendwo. Wir spielen das Champions-League-Finale. Ganz schlimm, ganz schlimm, wirklich."

Eine weitere Antwort ließ sich der ehemalige deutsche Nationalspieler nicht entlocken, er brach das Interview überraschend ab. "Du hattest 90 Minuten Zeit, dir vernünftige Fragen zu überlegen, dann stellst du mir zwei so Scheißfragen - das ist Wahnsinn", rief er dem verdutzten Nils Kaben gereizt zu. "Du stellst erst zwei negative Fragen. Da weiß man direkt, dass du aus Deutschland kommst."

Am Mikrofon bei DAZN schlug Kroos unmittelbar danach plötzlich weichere Töne an. "Ich bin ganz ehrlich, ich habe vor der Saison nicht damit gerechnet, dass wir ins Champions-League-Finale kommen können", gab der Mittelfeldregisseur lächelnd zu, "geschweige denn gewinnen." Sein fünfter Titel? "Unfassbar."

ZDF-Sportchef Fuhrmann: "Kein Grund, das Interview abzubrechen"

Am Sonntag bezog wegen des Interview-Abbruchs ZDF-Sportchef Thomas Fuhrmann Stellung und verteidigte seinen Mitarbeiter. "Diese Situationen direkt nach dem Schlusspfiff sind immer besonders", sagte der der DPA am Sonntag. "Vielleicht hätte der Kollege noch etwas bei den Emotionen bleiben und ein wenig später zum Kern des Spiels kommen sollen. Grundsätzlich waren die Fragen berechtigt und kein Grund, das Interview abzubrechen." Fuhrmann sagte "Nils Kaben war auch verdutzt. Er wollte Toni Kroos nicht provozieren." Ein klärendes Gespräch zwischen dem Fußballer und dem Journalisten hält er nicht für nötig. "Ich sehe da keine Notwendigkeit der Nachbereitung. Man sollte die Kirche im Dorf lassen", sagte Fuhrmann.

Auch Kroos ging am Sonntag nochmal auf das Interview ein. "Ich fordere nicht mehr Respekt. Ich habe nach einem gewonnenen Champions-League-Finale nur eher positiv angelegte Fragen erwartet", sagte er. Stattdessen sei er gefragt worden, "warum es so schwer war gegen Liverpool und warum es auch noch halb glücklich war. Hat er nicht so gut gemacht, fand ich."

lfr/las

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