Bundesliga

Reis-Nachfolger gefunden: Letsch trainiert den VfL Bochum

Revierklub angelt sich Coach aus Arnhem

Reis-Nachfolger gefunden: Letsch trainiert den VfL Bochum

Soll das dritte Bochumer Wunder schaffen: Thomas Letsch ist der neue Cheftrainer des VfL.

Soll das dritte Bochumer Wunder schaffen: Thomas Letsch ist der neue Cheftrainer des VfL. BELGA/AFP via Getty Images

Das Kapitel Erzgebirge Aue hing ihm in der wenn auch nicht ganz so großen öffentlichen Wahrnehmung schon noch nach: Sechs Wochen - konkret vom 1. Juli bis zum 14. August 2017 - schnupperte er als Coach der Veilchen und Nachfolger von Domenico Tedesco Profi-Luft, dann entzog ihm Aues mächtiger (Ex-)Präsident Helge Leonhardt das Vertrauen wieder.

RB-Fußball und Aue - das passte nicht

Der Spielstil - Letsch kommt aus der RB-Schule und favorisiert demnach ein aggressives, laufintensives Pressing - soll damals nicht zum Kader des sächsischen Zweitligisten gepasst haben. Die fehlenden Ergebnisse - drei Spiele, drei Niederlagen, darunter das wegen Starkregens abgebrochene Auftaktspiel in Heidenheim sowie das Pokal-Aus gegen Drittligist Wiesbaden - taten ihr Übriges. Kaum war Letsch da, war er schon wieder weg - der Abschied verlief alles andere als geräuschlos.

In Bochum dagegen sehen sie den 54-jährigen Esslinger als richtigen Mann für den Kampf um den Klassenerhalt. Der Tabellenletzte stattet Letsch mit einem Vertrag bis zum 30. Juni 2024 aus und holte ihn damit zurück nach Deutschland und auf die große Fußball-Bühne.

"Thomas Letsch ist unsere Wunschlösung auf der Position des Cheftrainers", erklärte Patrick Fabian, Geschäftsführer Sport beim VfL Bochum 1848. "Er verfügt über die nötige Erfahrung im Profifußball und ist in der Lage, eine Mannschaft mit einer klaren Struktur und Spielidee zu formen." Letsch selbst formulierte das Saisonziel mit dem Klassenerhalt klipp und klar: "Dafür werden wir sehr hart arbeiten. Die Fans haben das Team in außergewöhnlicher Weise unterstützt, diese Unterstützung werden wir auch weiterhin benötigen."

Auch der VfL-Vorstandsvorsitzende Hans-Peter Villis ließ sich zitieren: "Wir freuen uns, dass sich Thomas Letsch dafür entschieden hat, beim VfL einzusteigen und mit seiner fachlichen Expertise dabei zu helfen, die Mannschaft auf Kurs Klassenerhalt zu bringen. Zugleich möchten wir uns bei Heiko Butscher bedanken, dass er das Team in einer schwierigen Situation interimsweise übernommen hat und zum ersten Punkt in dieser Saison führen konnte."

Mit Arnhem erfolgreich

Letsch, der seinen Co-Trainer Jan Fießer mitbringt, lieferte bei Vitesse Arnhem seit 2020/21 beachtliche Arbeit ab. Seine erste Saison beendete er mit Vitesse auf Platz vier und ließ Feyenoord hinter sich, in der vergangenen Spielzeit landete er auf Rang 6. Das Highlight seiner Zeit in Arnhem war das Pokalfinale 2021 gegen Ajax, das Vitesse gegen den niederländischen Rekordklub unglücklich mit 1:2 in der Nachspielzeit verlor.

Letsch soll nun das dritte Wunder nach Aufstieg 2021 und Klassenerhalt 2022 angehen, den abermaligen Ligaverbleib. Nach sechs Niederlagen zum Bundesliga-Start holten die Bochumer unter Interimstrainer Heiko Butscher mit dem 1:1 gegen den 1. FC Köln den ersten Punkt und gingen etwas optimistischer in der Länderspielpause. 

Wie läuft das Wiedersehen mit Marco Rose?

Am 8. Spieltag wartet RB Leipzig auf die Bochumer. Wie der RB-Fußball funktioniert, weiß Letsch bestens, schließlich arbeitete er von 2015 bis 2017 beim Salzburger Farmteam FC Liefering. Der Sprung auf die Trainerbank von RB Salzburg blieb ihm im Sommer 2017 verwehrt - Marco Rose schnappte ihm als damaliger Jugendcoach der Salzburger den Job weg.

Letschs Enttäuschung war dementsprechend, so dass er flugs nach Aue weiterzog. Ein unrühmliches Kapitel, über das er sich mit Rose ja bald persönlich austauschen kann - die beiden treffen sich zu Letschs Premiere in der Bundesliga wieder.

bst, las

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