Olympia

Frauen-Doppelvierer im Finale - Bogenschützin hat Hitzschlag

Olympia-Splitter vom Freitag

Rehm-Klage abgewiesen - Kapitän Kruse

Das Olympiastadion am Tag der Eröffnung.

Das Olympiastadion am Tag der Eröffnung. Getty Images

+++ Rehm-Klage abgewiesen +++

Paralympics-Star Markus Rehm wollte seine Teilnahme an den Olympischen Spielen in Tokio per Klage erzwingen - und muss seine Hoffnungen nun doch begraben. Der Internationale Sportgerichtshof (CAS) wies nach Angaben von Rehms Management die Klage des Leverkusener Para-Weitsprungweltrekordlers auf eine Zulassung in einer gesonderten Wertung ab. Zu den Gründen für den Richterspruch wurden keine Angaben gemacht.

+++ Kruse gegen Saudi-Arabien Kapitän +++

Nach der Sperre von Maximilian Arnold soll Max Kruse die deutschen Olympia-Fußballer im nächsten Gruppenspiel gegen Saudi-Arabien als Kapitän anführen. Das gab Trainer Stefan Kuntz bekannt. Kuntz hatte den Offensiv-Akteur zuletzt als wichtigen Anker innerhalb der Mannschaft bezeichnet, "an dem sich der ein oder andere orientieren kann".

Arnold war bei der 2:4-Niederlage gegen Olympiasieger Brasilien mit Ampelkarte vom Platz geschickt worden - für das zweite Gruppenspiel am Sonntag gegen Saudi-Arabien (13.30 Uhr MESZ) ist der Mittelfeldspieler daher gesperrt. Trainer Kuntz, der mit einem dezimierten Kader (nur 18 Spieler) nach Japan anreisen musste, bleiben somit für die Partie gegen den Außenseiter gerade einmal 14 Feldspieler.

+++ Hunderte Fans vor dem Stadion +++

Trotz des Zuschauer-Banns haben sich am Freitagnachmittag Hunderte Fans vor dem Olympiastadion in Tokio versammelt, um zumindest einen kurzen Blick auf die Eröffnungsfeier der Sommerspiele zu erhaschen. Die Befürworter des umstrittenen und wegen der Corona-Pandemie um ein Jahr verlegten Mega-Events stachen damit die Gegner aus, die im Dutzend gekommen waren und gegen die Austragung während des Notstands in der japanischen Hauptstadt protestierten. Bei der Zeremonie sind nur ein paar Hundert ausgewählte Besucher - Funktionäre des Internationalen Olympischen Komitees, Gäste aus der Politik und Wirtschaft - zugelassen.

+++ Fahnenträgerduo des Flüchtlingsteams steht +++

Die syrische Schwimmerin Yusra Mardini und Marathonläufer Tachlowini Gabriyesos aus Eritrea sind die Fahnenträger des Flüchtlingsteams bei der Eröffnung. Dies teilte das Internationale Olympische Komitee kurz vor Beginn der Zeremonie mit. Mardini war 2015 mit ihrer Schwester aus Damaskus nach Berlin geflohen. Gabriyesos hatte seine Heimat als Zwölfjähriger verlassen und kam über Äthiopien und Sudan nach Israel, wo er seinen Lauftrainer kennenlernte. Fünf Jahre nach ihrem Start im ersten olympischen Flüchtlingsteam in Rio de Janeiro hatte Mardini in Tokio auf die Ehre als Fahnenträgerin gehofft. "Das ist einer meiner größten Träume! Ich würde richtig, richtig stolz sein", hatte die 23-Jährige der Deutschen Presse-Agentur gesagt. Seit Sommer 2018 trainiert sie in Hamburg, dort hatte sie sich auf die Sommerspiele vorbereitet. "Ich glaube, meine Mutter würde heulen. Und mein Vater wäre richtig stolz", sagte Mardini.

+++ Russische Bogenschützin erleidet Hitzschlag +++

Die russische Bogenschützin Swetlana Gombojewa hat in der Qualifikationsrunde am Freitagvormittag einen Hitzschlag erlitten. Das teilte das Russische Olympische Komitee (ROC) via Twitter mit. Bei der 23-Jährigen sei aber schon wieder "alles in Ordnung". Sie sei von Ärzten mit Wasser versorgt worden, so das ROC. Am Mittag sei sie gemeinsam mit dem russischen Team wieder ins olympische Dorf zurückgekehrt. Temperaturen von über 30 Grad Celsius im Schatten machten es den Athletinnen im Yumenoshima Park am Freitag nicht leicht.

"Natürlich schießen wir lieber bei Windstille und 22 bis 24 Grad. Aber das darf keinen Einfluss nehmen", sagte Bundestrainer Oliver Haidn. Man habe im Vorfeld gut trainiert - auch "bezüglich der Hitzeverträglichkeit". Mit Hitze könne sie umgehen, sagte Lisa Unruh, die Olympia-Zweite von Rio 2016, "aber dieses Feuchte ist sehr schwierig, weil die Hände rutschen".

+++ Ruder-Doppelvierer der Frauen Vorlaufsieger +++

Ruder-Wettbewerbe in Japan

Die Ruder-Vorläufe in Japan liefern erste Ergebnisse. Getty Images

Der deutsche Ruder-Doppelvierer der Frauen ist mit einem souveränen Vorlaufsieg direkt ins Finale gefahren. Die Crew Frieda Hämmerling (Kiel), Franziska Kampmann (Waltrop), Carlotta Nwajide (Hannover) und Daniela Schultze (Potsdam) setzte sich am Freitag auf der olympischen Regattastrecke im Sea Forest Waterway souverän mit 1,14 Sekunden Vorsprung gegen die Niederlande und Großbritannien durch. Der Doppelvierer der Männer hingegen landete mit Max Appel (Magdeburg), Hans Gruhne (Potsdam), Tim Ole Naske (Hamburg) und Karl Schulze (Berlin) nur auf Rang vier und hatte im Vorlauf auf die siegreichen Polen 10,86 Sekunden Rückstand. Damit muss das Boot in den Hoffnungslauf.

Auch die deutschen Doppelzweier müssen in die Hoffnungsrunde. Marc Weber (Gießen) und Stephan Krüger (Frankfurt/Main) wurden wie auch Leonie Menzel (Düsseldorf) und Annekatrin Thiele (Leipzig) Vorlauf-Vierte. Menzel powerte sich im Angriff auf Rang drei derart aus, dass sie auf den letzten Metern Probleme mit der Muskulatur bekam. Danach wurde die 22-Jährige mit einem Rollstuhl in ein nahe liegendes Funktionsgebäude gefahren, saß aber wenig später mit einer Kühlweste schon wieder auf einem Ergometer.

+++ Höchstwert seit Erfassung: 19 neue Corona-Fälle bei Olympia +++

Am Tag der Eröffnungsfeier in Tokio haben die Organisatoren 19 weitere Corona-Fälle veröffentlicht. Das ist der bisherige Höchstwert seit Beginn der Erfassung der Tests am 1. Juli. Damit stieg die Zahl der positiven Tests auf insgesamt 106. Wie das Organisationskomitee in dem am Freitag veröffentlichten Tagesbericht bekanntgab, gehören zu den Betroffenen drei Athletinnen oder Athleten, die nicht aus Japan kommen. Namen oder Herkunftsländer werden vom Organisationskomitee nicht genannt.

+++ Doping: Ex-Europameister Hussein verpasst Olympia +++

Der Schweizer Karim Hussein, Europameister über 400-m-Hürden, verpasst wegen eines Dopingvergehens die Spiele in Tokio. Der 32-Jährige wurde wegen der Einnahme der stimulierenden Substanz Nikethamid über die Lutschtablette Gly-Coramin für neun Monate gesperrt, wie sein Management mitteilte. Die Sperre gilt rückwirkend ab dem 16. Juli 2021. "Ich bin es gewohnt, alle Hürden zu nehmen, über diese bin ich unerwartet gestolpert. Ein folgenschwerer Irrtum, eine Unachtsamkeit - in diesem Fall bin ich an meinem eigenen Anspruch an Perfektion gescheitert", sagte Hussein in einer Mitteilung. Er habe angenommen, dass die Substanz wie im Training auch im Wettkampf zugelassen sei.

dpa/sid/kon