Regionalliga

Regionalligisten entrüstet: "Unanständig, unverständlich!"

TV-Gelder: Mehr für Drittligisten - weniger für Regionalligisten

Regionalligisten entrüstet: "Unanständig, unverständlich!"

Markus Lösch

"74000 Euro weniger, das ist der Hammer für uns": Ulms Teammanager Markus Lösch. imago

"Ob es in dieser Größe geschehen wird, muss man abwarten. Es könnte so kommen", sagt Carsten Linke. Jenas Sportchef und Geschäftsführer wurden die Zahlen am vergangenen Donnerstag bei einer Zusammenkunft aller ostdeutschen Drittligisten präsentiert. Überbringer der frohen Botschaft war Helmut Sandrock, Direktor des Spielbetriebs 3. Liga beim DFB. Eine offizielle Bestätigung der Umverteilung durch den Verband fehlt jedoch noch.

"Wir kommentieren diese Zahlen noch nicht. Derzeit wird noch über die Verteilung des Sockelbetrages für die 3. Liga und die Regionalligen beraten, die endgültige Entscheidung fällt dann das Präsidium", sagt der für die 3. Liga zuständige DFB-Sprecher Stephan Brause. Im Dezember dürfte es letzte Klarheit geben.

"Ich habe mit vielen Kollegen aus der Regionalliga gesprochen. Davon ist keiner begeistert", sagt Ralf Hechel. Der Babelsberger Geschäftsführer war Mitglied der Kommission Struktur- und Spielklassenreform des DFB: "Ich muss dieses Geld jetzt einsparen oder auf anderem Wege besorgen." Auch andere Vereine laufen Sturm. Markus Lösch, Teammanager in Ulm, sagt: "74000 Euro weniger, das ist der Hammer für uns."

Es sollte alles unternommen werden, um dieses Vorhaben zu verhindern"

Holger Eckert, 1. Vorsitzender in Bamberg

Manfred Vobiller, Geschäftsführer des SC Pfullendorf: "Ich habe den Eindruck, dass die beim DFB gar nicht wissen, was die Regionalliga kostet. Es wäre wohl besser, sie zu streichen." Holger Eckert, 1. Vorsitzender in Bamberg, meint: "Damit wird Vereinen unserer Größenordnung ein Teil ihrer wirtschaftlichen Grundlage genommen. Allein durch Eintritts- und Sponsorengelder ist so eine Liga nicht zu halten. Es sollte daher alles unternommen werden, um dieses Vorhaben zu verhindern."

Reutlingens Geschäftsführer Klaus Weiss hofft "auf einen finanziellen Ausgleich. Wir müssen die gleichen Rahmenbedingungen vorweisen wie Dritt- und Zweitligisten, deswegen ist diese Entscheidung für mich völlig unverständlich". Kiels Präsident Roland Reime erklärt: "Ich empfinde es als unanständig, wenn der DFB, der von den Vereinen erhebliche Anstrengungen verlangt, im Gegenzug Gelder streicht."

Matthias Koch, TR