2. Bundesliga

Nürnbergs Robert Klauß vor der Partie gegen Jahn Regensburg

Club-Trainer trifft beim Bayern-Duell auf alten Bekannten

"Realist" Klauß: "Nächster Schritt kann nicht sein, vom Europapokal zu träumen"

Mahnt zu Besonnenheit: Nürnbergs Trainer Robert Klauß.

Mahnt zu Besonnenheit: Nürnbergs Trainer Robert Klauß. picture alliance/dpa

Die Null steht beim 1. FC Nürnberg. Nun ja, nicht bei den Gegentoren, dafür aber bei den Niederlagen nach fünf Partien. Mit zwei Siegen und drei Remis hat sich der Club bis auf Platz fünf gemausert. Erste überschwängliche Begeisterung möchte Trainer Robert Klauß aber direkt im Keim ersticken. "Wir sind im Moment stabil, das stimmt, trotzdem dürfen wir jetzt nicht den Fehler machen, in Euphorie zu verfallen", konstatierte der 36-Jährige auf der Pressekonferenz am Freitag. 

"Nach Negativerlebnissen kann man nicht sofort von ganz tief nach ganz oben gehen, das ist selten möglich im Fußball. Es gibt immer Entwicklung", erklärte "Realist" Klauß, der aber gleichzeitig die eigene positive "Entwicklung" des Vereins (vorletzte Saison landete der Club auf Rang 16, letztes Jahr auf elf) betonte. Trotzdem: "Der nächste Schritt kann halt nicht sein, von Platz elf vom Europapokal zu träumen."

Ohnehin steht für den FCN am Sonntag (13.30, LIVE! bei kicker) kein Spiel auf europäischer Ebene an. Für die Franken geht es in der Liga in die Oberpfalz: zum Spitzenreiter Jahn Regensburg. Die Mannschaft der Stunde sei eine "fleißige, laufstarke und disziplinierte" Truppe, sie stehe "zurecht da vorne". Aber: "Ob sie das bis zum Ende so durchziehen, muss man sehen."

Das zu beurteilen sei aber sowieso nicht Klauß' Aufgabe, betonte er. "Mir geht’s darum, wie können wir sie knacken am Wochenende?" Das soll einerseits klappen, indem der Club die Intensität der Oberpfälzer aufnehme und auch mitgehe. "Sonst wird man überrannt", so Klauß. Gleichzeitig dürfe man sich aber "davon auch nicht zu sehr anstecken lassen". Ein "kühler Kopf" sei entscheidend. 

Wiedersehen mit Singh

Ein anderer wichtiger Faktor könnte bei der Partie, bei der Klauß weiterhin auf Pascal Köpke, Paul-Philipp Bissong, Florian Hübner und Felix Lohkemper verzichten muss, ein Ex-Nürnberger werden: Sarpreet Singh. Der 22-Jährige lief von August 2020 bis Januar 2021 im Club-Dress auf - und glänzt mittlerweile als Regisseur in Regensburg (zwei Tore, drei Assists).

"Sadi ist ein Spieler mit extrem viel Potenzial und Talent, deswegen haben wir ihn ja auch letztes Jahr geholt", sagte Klauß über seinen ehemaligen Schützling und sprach gleichzeitig über die doch enttäuschende Zusammenarbeit. "Vielleicht war der Schritt letztes Jahr einfach noch nicht reif, vielleicht war er nicht ganz gut vorbereitet, was ihn erwartet. Vielleicht haben wir ihn auch nicht ganz so gut eingegliedert in die Gruppe."

Mittlerweile hat die Bayern-Leihgabe im deutschen Unterhaus aber Fuß gefasst. "Jetzt hat er die Schlüsselmomente auf seiner Seite gehabt in Regensburg und ich freue mich da für ihn", lobte der Trainer. Trotzdem fügte er schmunzelnd hinzu: "Ich hoffe natürlich, dass er dann am Sonntag keinen guten Tag hat, in unserem Sinne. Danach kann er gerne wieder scoren."

lfr

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