Regionalliga

Regionalliga: Re-Start im Nordosten "mehr als gefährdet"

Videokonferenz am Mittwoch

Re-Start im Nordosten "mehr als gefährdet"

Auf den Berliner Spielfeldern, wie dem Platz des Berliner AK, herrscht noch gähnende Leere.

Auf den Berliner Spielfeldern, wie dem Platz des Berliner AK, herrscht noch gähnende Leere. imago images

Seit fünf Monaten ruht der Spielbetrieb in der Regionalligastaffel Nordost, nun plant der NOFV mit der Wiederaufnahme in knapp zwei Wochen. "Dieses sehr ehrgeizige Ziel haben wir immer noch", so NOFV-Präsident Hermann Winkel. Allerdings sei der Re-Start mittlerweile "mehr als gefährdet". Wenn der Bund-Länder-Gipfel am heutigen Montag einen erneuten harten Lockdown beschließt, wäre die Fortführung vorerst wieder auf Eis gelegt.

Bislang sträubte sich Berlin als einziges Bundesland gegen den Re-Start. In Brandenburg, Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt ist der Spielbetrieb bereits wieder erlaubt, in Berlin darf allerdings nur trainiert, aber nicht gespielt werden. "Die zwei Faktoren, dass die Sieben-Tage-Inzidenz stabil unter 100 bleiben muss und auch Schnelltests zur Verfügung stehen müssen, bleibt bestehen", teilte Martin Pallgen, Sprecher der Berliner Senatsverwaltung für Inneres und Sport, auf kicker-Nachfrage mit. "Es wäre absurd, bei der Zahlenentwicklung davon abzurücken, alles andere wäre nicht vermittelbar", fügte er hinzu. Am Montag lag der Inzidenzwert mit 96,2 zwar noch knapp unter 100, die Tendenz ist jedoch steigend.

Berliner Klubs bestehen auf Heimrecht

Momentan diskutieren die Beteiligten, ob die Berliner Mannschaften ausweichen und ihre Heimspiele außerhalb der Hauptstadt austragen. Die Berliner Vereine sind mit der Lösung jedoch alles andere als zufrieden: So seien viele Klubs auf Zuschauer-Einnahmen angewiesen. "Wie sollen wir Spiele stattfinden lassen, die alle viel Geld kosten?", fragte Benjamin Plötz, Vizepräsident und Sportlicher Leiter des SV Lichtenberg 47. "Da habe ich Bauchschmerzen. Wenn wir ausweichen müssen, wird es noch mal teurer." Zudem befürchtet Plötz eine mögliche Wettbewerbsverzerrung: "Wir haben ohnehin noch kein einziges Testspiel absolviert, und dann hätten wir auch kein Heimrecht mehr."

Das ist für uns eine Wettbewerbsverzerrung. Sollte der NOFV dennoch so etwas entscheiden, müssen wir prüfen, ob das rechtens ist.

Mehmet Ali Han, Präsident der Berliner AK

Der Berliner AK würde gegen solch eine Entscheidung sogar rechtlich vorgehen. "Wir werden unsere Heimspiele nicht auswärts bestreiten", sagte Präsident Mehmet Ali Han. "Das ist für uns eine Wettbewerbsverzerrung. Sollte der NOFV dennoch so etwas entscheiden, müssen wir prüfen, ob das rechtens ist."

Dementsprechend rückt eine Fortführung der Regionalliga Nordost in weite Ferne, denn der NOFV präferiert, die Hinrunde bis Ende Mai, Anfang Juni abzuschließen. Dafür müssen allerdings noch sechs Spieltage absolviert werden, sowie zusätzliche Nachholpartien. Tennis Borussia Berlin muss noch neun Hinrunden-Spiele austragen. Sofern es möglich ist, die Hinserie vollständig abzuschließen, soll die reguläre Auf- und Abstiegsregelung angewendet werden.

NOFV will in jedem Fall Absteiger

Was passiert jedoch, wenn eine Fortführung nicht möglich ist? "Wenn wir den Re-Start bis Mitte April nicht hinbekommen, macht das keinen Sinn mehr, schließlich müssen wir ja auch noch die Landespokale berücksichtigen", so Winkler. Deshalb treffen sich die Vertreter des NOFV-Präsidiums und aller Regionalligisten am Mittwoch zur Videokonferenz. Dort soll auch die heikle Frage nach der Abstiegsregelung diskutiert werden. "Zurzeit gilt die Regel, dass wir vier Absteiger haben, aber das wollen wir noch mal mit den Vereinen besprechen", erklärte Winkler. Über eine modifizierte Abstiegsregel könne man sich unterhalten. Absteiger solle es aber in jedem Fall geben, um die Liga nicht allzu groß werden zu lassen. In jedem Fall ist eine faire Regelung eine Herausforderung: "Wir haben großen Respekt vor der Spielplangestaltung in der nächsten Saison", so der NOFV-Präsident.

fro/ak/ms