DFB-Pokal

RB feiert angriffslustig: "Wir sind nicht mehr wegzudenken!"

Nach DFB-Pokalsieg gegen Freiburg

RB angriffslustig und ausgelassen: "Wir sind nicht mehr wegzudenken!"

Dani Olmo, Benjamin Henrichs und Tyler Adams feiern den DFB-Pokalsieg von RB Leipzig.

Dani Olmo, Benjamin Henrichs und Tyler Adams feiern den DFB-Pokalsieg von RB Leipzig. IMAGO/Picture Point LE

Um etwa 14 Uhr fuhr der Mannschafts-Bus des neuen DFB-Pokalsiegers am Sonntag am Alten Rathaus in der Leipziger Innenstadt vor. Auf dem Weg von Berlin, wo die Profis von RB Leipzig am Abend zuvor mit dem Gewinn des DFB-Pokals den ersten Titel in der 13-jährigen Historie des Vereins errungen hatten, hatten sie nach Aussage von Geschäftsführer Oliver Mintzlaff noch kurz an einem Burger-Restaurant Halt gemacht, ehe sie erstmals die gewonnene Trophäe den etwa 15.000 Anhängern auf dem Marktplatz entgegenreckten. Mintzlaff selbst hatte bei der Einstimmung auf die Feierlichkeiten kurz zuvor eine bissige Botschaft an die Kritiker gesandt, als er vom Party-Truck herab den Fans zugerufen hatte: "Wer immer noch nicht kapiert hat, dass wir eine Bereicherung für Fußball-Deutschland sind, dem wollen wir gar nicht mehr helfen."

Wer immer noch nicht kapiert hat, dass wir eine Bereicherung für Fußball-Deutschland sind, dem wollen wir gar nicht mehr helfen.

Oliver Mintzlaff

Ehe die müden, aber nach wie vor feierfreudigen Helden den offiziellen Teil des Rathaus-Besuchs - den Eintrag ins Goldene Buch - absolvierten, hatte Mintzlaff bei seiner kurzen Ansprache im Festsaal eine weitere Botschaft parat. "Die Leute wollen RB Leipzig sehen, ich habe es immer gesagt. Liebe Medienvertreter, wir sind nicht mehr wegzudenken aus der Bundesliga, wir bleiben da - und ihr werdet in Zukunft noch viel mehr von uns erleben." Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung zeigte sich weniger angriffslustig als der RB-Geschäftsführer, aber auch das Stadtoberhaupt lobte RB über die Maßen: "Egal, was die immer sagen über den Klub: Das ist für die Stadt eine Erfolgsgeschichte." Der Pokalsieg sei für das Selbstvertrauen der Menschen in Leipzig von Bedeutung, so der SPD-Politiker weiter, das sei "eine unglaublich wichtige Botschaft". In die gleiche Kerbe schlug auch Willi Orban. "Es ist einfach geil, man sieht, die Leute sind begeistert. Das tut dem Verein gut. Der erste Titel ist schon besonders, vor allem für die Stadt."

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50.000 Leipziger in Feierlaune

Die Bürger derselben und die RB-Anhänger ließen sich denn auch nicht bitten und feierten ihre Helden. Schätzungen zufolge waren in der Stadt insgesamt etwa 50 000 Leute unterwegs. Die Mannschaft, die sich nach dem Eintrag ins Goldene Buch der Stadt noch auf dem Rathaus-Balkon gezeigt hatte, legte den 3,5 Kilometer langen Weg vom Marktplatz in der Innenstadt bis zur Festwiese an der Red Bull Arena im offenen Party-Truck zurück, der für die Strecke gute eineinhalb Stunden benötigte. Auf der Festwiese wurden Trainer Domenico Tedesco und seine Spieler von etwa 35 000 Anhängern empfangen und auf der eigens aufgebauten Bühne abgefeiert. "Es ist unfassbar, so viele glückliche Menschen zu sehen, die diesen großen Erfolg mit uns feiern", sagte Mintzlaff im Rahmen der Sause auf der Festweise, "ich glaube, dass alle glücklich nach Hause gehen und sagen: Leipzig ist titelreif."

Für die Mannschaft sind die Feierlichkeiten damit noch längst nicht beendet. Am Sonntagabend ging vom Flughafen Leipzig/Halle der Flieger, der die Spieler nach Ibiza bringen wird. Drei Tage lang soll der erste große Titel für RB weiter gefeiert werden. Was dort passieren wird, gab Kevin Kampl im Sport1-Doppelpass am Sonntagvormittag per Telefonschalte aus dem Mannschafts-Bus zum Besten. "Dann ist totale Eskalation drei Tage lang", sagte der Mittelfeldakteur. Ein erster Titel will schließlich angemessen begangen sein.

Andreas Hunzinger